Metallic-Look Glamouröse Coolness

Am Gold hängt, nach Gold drängt doch alles - auch die Mode. Körpernahes Edelmetall liegt voll im Trend: Schuhe glitzern mit Taschen und Make-Up um die Wette, und Wagemutige werfen sich futuristische Silbermäntel um.

Düsseldorf/Offenbach - Metallisch glänzt es in dieser Saison in vielen Kollektionen. Denn neben Lackoberflächen hat der sogenannte Future Trend jetzt elegante Outfits in Gold, Silber, Bronze und Kupfer geprägt. Edelmetall ist von Kopf bis Fuß zu haben - meist aus hochwertigen Stoffen mit hohem Glitzerfaktor. Wer mit dem Trend gehen will, setzt Metallic bei Kleidung und Make-up aber besser sparsam ein. Denn sonst wirkt der Look schnell kühl und fad - und lässt die Trägerin hinter seiner Strahlkraft verblassen.

Ein Comeback der Metallics und der technischen Materialien haben zum Beispiel die Veranstalter der Messe Düsseldorf beobachtet, die die Schuhmesse GDS ausrichten: "Schimmernde Metallic-Leder bringen einen Hauch von Glamour in die Wintermode."

Von "Shiny Coolness" spricht das Schuhinstitut in Offenbach angesichts des Glanzes und Glitzers auch an den Füßen. Schillernder Lack und schimmernde Metallics finden sich in Kombination mit klaren Formen, die ohne dekorative Details auskommen. Die Palette reicht von kühlen Silber- und Platintönen über Grau bis zu Gold-, Bronze- und Kupfernuancen.

Futuristischer Blick nach vorn

Bei der Kleidung lässt sich der glamouröse Stil vor allem in den Kollektionen von Luxuslabels wie Burberry, Prada, Chanel oder Jil Sander besichtigen. Aber auch bei Ralph Lauren, Calvin Klein, René Lezard und Drykorn ist Metallic vertreten. An den Modellen der großen Ketten sind zumindest Versatzstücke des Trends zu beobachten. Denn auch diese Hersteller haben den Trend aufgenommen - ob beim Oberteil oder beim Gürtel.

Die Farbpalette der Taschenmode bedient sich ebenfalls beim Edelmetall - vor allem bei Silbertönen, ob matt oder spiegelnd. Das war das Fazit der Internationalen Lederwarenmesse in Offenbach. "Es geht wieder futuristisch zu in der Mode - es wird wieder mehr nach vorn geblickt", erläutert Lydia Maier vom Interessenverband deutscher Farb- und Stilberater in München.

Laut Designerin Birgitta Leimeister aus Münchberg (Bayern) passt der Metallic-Look in die Zeit, weil er durch das Glitzern einen gewissen Reichtum signalisiert. "Das ist derzeit die Stimmung: Wir zeigen wieder, was wir haben."

Extravagant und sexy

Extravagant und sexy

Darauf muss auch das Make-up reagieren, um ins Bild zu passen: Gold und Silber sind zusammen mit Lila die Trendfarben beim Lidschatten, sagt Patricia Hoos vom Style Club Berlin. Martin Ruppmann vom Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse (VKE), ebenfalls in Berlin, sieht für die Augen Gold und Bronze vorne - kombiniert mit Akzenten in Grün und Lila. "Es wird mit Schimmer gespielt: Edel, stilvoll, aber auch extravagant und immer ein wenig sinnlich und sexy." Wichtig ist aber beim Metallic-Look: Bloß nicht zu dick auftragen. Und das gilt nicht nur für das Gesicht, sondern auch für die Kleidung.

"Es ist ein sehr extravaganter Stil", sagt Lydia Maier. "Das ist etwas für Mutige zum Auffallen." Sie rät daher nur denen zum Styling mit Metallic, die den großen Auftritt suchen. "Es muss einen reizen, gesehen zu werden, wenn man Metallic trägt. Dann passt es und sieht klasse aus." Für das Büro sei das eher nichts.

"Metallisch wirkt sehr künstlich - das ist ein Attribut der Industrie. Ich würde da zur Vorsicht raten", sagt auch Rainer Wälde von der Typ Akademie in Limburg (Hessen). Eine Handtasche sei "im grünen Bereich". Am Körper - etwa in Form einer Hose oder eines Regenmantels - wirke Metallic aber sehr extrovertiert.

Jedes Accessoire in Metallic ziehe aber auch die Blicke auf sich. "Und die ziehe ich dann von der Person, vom Gesicht ab." Durch den starken Kontrast trete die Person in den Hintergrund. Daher sollte Metallic beim Styling nicht nur sparsam eingesetzt werden: "Wichtig ist auch, dass es zum Teint passt. Mit heller Haut oder roten Haaren geht das gar nicht", sagt Wälde. Allenfalls kombiniert mit dezenten Farben und gebräunter Haut findet der Stilberater es empfehlenswert.

Strahlkraft und Individualität

Auch wohldosierte Farbnuancen haben aber ihre Berechtigung - entmutigen sollten sich Trendbewusste daher nicht von diesen Einschätzungen. "Es sollte beim Einsatz von Metallic darum gehen, Akzente zu setzen", sagt Leimeister - gerade weil Metallic durch seine künstliche Wirkung so auffällig ist.

Mit seiner Strahlkraft eignet es sich aber eben auch besonders gut dazu, Individualität zu demonstrieren. Stimmig müsse der Gesamteindruck dann aber sein: "Zu einem Naturburschen passt der Glamour-Look nicht. Der würde sich da nur verrenken", sagt Leimeister. Ideal sei es, das ein oder andere Metallic-Teil als Kontrast einzusetzen: "Zum Beispiel Metallic mit schwerer Wolle, mit grobem Strick - dann ist es wirklich interessant", sagt die Designerin. Oder eben mit einer Tasche oder einem Gürtel. Denn wohldosiert schafft Metallic Hingucker beim Outfit.

Thorsten Wiese und Sandra Cantzler, dpa

Fotostrecke: Metallischer Modeglanz

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