Mittwoch, 19. Februar 2020

Prêt-à-porter Bunte Elfen und Staubsauger

Fröhliche Hippiemode und strenge Geometrie: Zwei gegenläufige Haupttrends prägen die Mode des kommenden Frühjahrs. Bei den Pariser Prêt-à-porter-Schauen der großen Häuser kontrastierten üppig fließende Stoffe mit karger architektonischer Ästhetik. Für Issey Miyake mussten sogar Staubsauger als Inspirationsquelle herhalten.

Paris - Zum Schluss trumpfte Paris modisch auf: Mit starken Schauen ist die Pariser Prêt-à-Porter-Woche der Damenkollektionen für Frühjahr/Sommer 2008 am Sonntag zu Ende gegangen. Nach neun Tagen Modemarathon mit 90 Schauen der führenden Modehäuser zeigte Designer Marc Jacobs als Letzter seine Entwürfe für Louis Vuitton. Da er als einer der wichtigsten Modemacher der Welt gilt, konnte er es sich leisten, das Publikum mehr als eine Stunde warten zu lassen.

Doch es lohnte sich: Inspiriert vom Nachtleben der Weltmetropolen fanden sich Talmi, Tand und Luxus in seinen eigenwilligen Kreationen. Die Models kamen im pinkfarbenen Lurexpulli zum grasgrün glitzernden Bleistiftrock, im lasziven Paillettenoberteil mit Wasserfallausschnitt im Rücken oder im mit bunten Stäbchen bestickten Glanzkostüm.

Miuccia Prada zeigte ihre Linie Miu Miu mit einer verführerischen Inszenierung. Bilder aus der Theaterwelt und Nachtbars wurden an die Wände projiziert. Die Mannequins mit tiefroten Lippen und zusammengebundenen Haaren wirkten in ihren halbtransparenten Oberteilen mit bravem Kragen wie eine Mischung aus Playboy-Bunny und Primaballerina. Dazu trugen sie ultrakurze Röcke und hohe Absätze. Seide mit dunklen Blockstreifen, Harlekinmuster und golddurchwirkte Brokatstoffe in sattem Dunkelgrün und Rot verliehen der Kollektion Charme.

Models aus dem Märchenwald

Bei Nina Ricci schienen die Models aus einem dunklen Märchenwald zu kommen - mit zerzausten Locken, Federn im Haar und leicht zerfledderten Gewändern. Designer Olivier Theyskens beschwor mit seinen gewickelten und gerafften Seidengewändern zu großen Strickteilen oder lockeren Blousonjacken eine Elfenwelt. Blass glänzten die Farben mit Kombinationen von Silber und Braun, Zimt und Flieder.

Wer bei der Schau von Issey Miyake in der ersten Reihe saß, musste um seine Frisur bangen. Designer Dai Fujiwara hatte seinie Kollektion "Der Wind" betitelt und sich von den Staubsaugern des Briten James Dyson inspirieren lassen, der ein Bühnenbild mit vielen Schläuchen ersonnen hatte und den Models auf dem Catwalk kräftigen Gegenwind entgegenblies.

Gaultier präsentierte in diesem Jahr einen ebenso wilden wie gekonnten Mix aus Piratenstil, Ethno-Schick und Safari-Look. Kniebund- und Jodhpur- Hosen mit Tarndrucken, große Strohhüte mit geometrischen Mustern, Korsarenhemden und zahlreiche bunte Tücher wehten über den Laufsteg. Blickfang war ein langer Federrock, der sich einem Pfauenrad gleich nach oben öffnete.

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