Fashion Week New Yorker Farbrausch

Schwarz ist normalerweise die Lieblingsfarbe der New Yorker. Davon war bei den aktuellen Schauen zur Frühjahrs- und Sommersaison allerdings wenig zu sehen. Sie schwelgten in knalligen Farben, Pastelltönen und Metallstoffen. Für eine Überraschung war mal wieder Szeneliebling Marc Jacobs gut.

New York - Auch Donna Karan, die sonst urbanes Understatement zeigt, badete die Entwürfe für ihr Label DKNY geradezu in Farben. Ein schulterfreies Sommerkleid in Orange kam in großflächigem Muster daher, andere Entwürfe von lang schwingenden Röcken und Blusen mit weit abstehenden Ärmeln hatte die Designerin mit einem Hauch von Graffiti versehen.

Michael Kors präsentierte ein Schlauchkleid mit orangen und gelben Blockstreifen, kombinierte ein kurzes Kleidchen mit einer riesigen silbernen Umhängetasche und schickte ein Model mit einer goldenen Tunika zu weißen Mini-Shorts auf den Laufsteg.

Designer Marc Jacobs schickte seine Models scheinbar unfertig – mit halbfertiggestellten Abendkleidern, hoch geschlitzten Röcken und abgebrochenen Pumps auf den Laufsteg. Einige der Entwürfe ließen einen Blick auf den Unterrock zu oder simulierten den Durchblick auf Unterwäsche nur mit einem eingearbeiteten Stoffeinsatz. Manche Minikleider bestanden gleich aus extrem dünnen Stoffen.

Das Publikum ließ der Liebling der New Yorker Modeszene erst einmal divenhaft zwei Stunden warten, bevor der das Defilee rückwärts aufzog: Erst verbeugte sich der dank der Verspätung sehnsüchtig erwartete Designer vor seinem Publikum, dann wurde die neue Frühlings- und Sommerkollektion präsentiert. Stars wie Victoria Beckham, Sheryl Crow und Carmen Electra saßen in der ersten Reihe.

Bei der Marke Helmut Lang steht der österreichische Kult-Designer schon lange nicht mehr am Schneidertisch, stattdessen zeigten erstmals die beiden erfolgreichen jungen Modemacher Nicole und Michael Colovos ihre Interpretation des Labels.

Schlauchkleider in Popfarben

Schlauchkleider in Popfarben

Weit ausgestellte Taschen und asymmetrische Schnitte bei türkisen und weißen Schlauchkleidern betonten die Hüften. Interessant konstruiert war ein hellgrauer Hosenanzug aus zerknittertem Popelin-Stoff. Die Models trugen ausnahmslos Pumps, die an geschnürte Korsetts erinnerten.

Ihr Debüt bei der Fashion Week gab auch Nicky Hilton. Ihre Kollektion Nicholai zeigte unter anderem silbern funkelnde Mini-Shorts sowie leichte Kleider in Apfelsinen- und Purpurrot. Die Schwester der 23-jährigen Jung-Designerin, Partygirl Paris Hilton, war nicht zur Show gekommen, aber die Eltern Kathy and Rick Hilton saßen in der ersten Reihe.

Zudem wurde bekannt, dass die New Yorker Modewoche, die zwei Mal jährlich stattfindet und seit 1993 den Reigen der internationalen Kollektionen eröffnet, bis Februar 2010 weiter im Bryant Park stattfinden soll.

Nach New York folgen die großen Schauen in London, Paris und Mailand. Seit vergangenem Frühjahr war darüber diskutiert worden, einen neuen Veranstaltungsort zu finden. Der kleine Park hinter der Public Library in der Nähe der Einkaufsmeile Fifth Avenue ist im Winter Ort einer beliebten Schlittschuhbahn.

Rund 60 amerikanische und internationale Designer zeigen in den Zelten im Bryant Park an acht Tagen ihre jeweils jüngsten Kollektionen vor einem Publikum von Einkäufern, Stylisten und Trendsuchern. Viele New Yorker Modemacher, darunter Marc Jacobs, Oscar de la Renta und Donna Karan, präsentierten in diesem Jahr an anderen Orten.

Manager-magazin.de mit Material von dpa

Modefrühling: New Yorker Impressionen

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