Sommerjacken Nylon ganz groß in Mode

Lange genug hat der dicke Mantel in der kalten Jahreszeit auf die Schultern gedrückt. Zum Beginn des Frühjahrs setzen die Modedesigner bei den Jacken wieder auf Leichtigkeit. Trenchcoat und Parka bleiben hoch im Kurs.

Frankfurt am Main/Köln - Baumwolle und Leinen sind dabei bewährte Materialien. In dieser Saison kommen aber auch neue Fasern zu Ehren: Nylon feiert ein Comeback und verleiht den Jacken ein neues Aussehen. Sie sind kurz und nach unten ausgestellt. Und zu den wichtigsten Stücken für den Kleiderschrank werden Trenchcoat und Parka.

"Die leichten Sachen waren einige Saisons ganz weg. Jetzt kehren die technischen Qualitäten wie Nylon oder Fliegerseide zurück", sagt Gudrun Allstädt, Redakteurin für Damenmode bei der in Frankfurt erscheinenden Fachzeitschrift "Textilwirtschaft". Außerdem folgen die neuen Designs für Jacken und Mäntel dem allgemeinen Trend, wieder mehr Volumen in die Oberteile zu bringen: "Es gibt viele Hüllenmäntel, die man sich einfach überwirft." Daneben bleibt ein Klassiker aktuell: der Trenchcoat.

"Ein absolutes Muss in diesem Frühjahr sind kurze, figurbetonte Trenchcoats und Jacken im kurzen Trench-Style", sagt Nicola Schleicher, zuständig für das Textil-Marketing beim Versandhändler Otto in Hamburg. Im Kommen seien zudem kurze Jeansjacken. Bei den Formen setzt sich ein Trend aus dem Winter fort: Nicht nur die Mäntel für Frühjahr und Sommer sind nach unten verlaufend leicht ausgestellt - wie ein "A".

"Die A-Linie ist sehr wichtig, auch bei den kurzen Jacken", sagt Expertin Allstädt. Der Trend zu mehr Fülle spiegelt sich aber auch darin wieder, dass der Sommerparka wieder eine zentrale Rolle übernimmt: "Da gibt es wunderbare Jacken, die Volumen haben, die sie aber an allen möglichen Ecken zusammenbinden können", erläutert Allstädt. Kombiniert werden die neuen Stücke mit körperbetonenden Beinkleidern - denn die Röcke und Hosen werden schmaler.

"Aggressive Erotik und zu viel Haut" seien zwar passé, erläutert das Deutsche Mode-Institut (DMI) in Köln. "Um trotzdem Körper zu zeigen, werden die Weiten aber oft mit einem breiten Gürtel zusammengehalten und die Taille betont." Dabei verschwinden Tanktops und Trägershirts in den kommenden Monaten diskret unter weiten Hemdblusen - oder eben Jacken.

Kleine Details machen den Unterschied aus

Kleine Details machen den Unterschied aus

Zum Hingucker werden die neuen Oberteile durch kleine Details - fantasievolle Taschenapplikationen, Schulter- oder Ellbogenverstärkungen setzen Akzente. "Nieten, Ösen, Riegel und Schnallen sind die neuen Dekorationselemente", heißt es beim DMI. Hinzu kämen durch Kontrast- und Zierstepperei betonte Nähte und mit Bändern oder Lederpaspeln eingefasste Kanten. "Und große Frontknöpfe sind wichtig", fügt Susan Wolf vom Hennes & Mauritz - Showroom in Hamburg hinzu.

Bei den Farben herrscht in Frühjahr und Sommer nach Worten von Allstädt Helligkeit vor. "Da gibt es ganz helle Naturtöne wie Stein, Sand, Kiesel oder Perlmutt." Auch das DMI hat beobachtet, dass helle Töne die Sommersaison überstrahlen: "Sie werden in Abschattierungen miteinander kombiniert oder mit dunklen Tönen wie Schiefer, Navy oder Schwarz kontrastiert", heißt es.

Traditionell in Weiß oder Dunkelblau kommt der Marineblazer in dieser Saison daher. Sowohl für die Dame als auch für den Herren bleibt er weiter erlaubt. Präzise geschnitten sind die neuen Sportsakkos für Männer. Weil sie auf einen schweren Innenausbau verzichten, wirken sie laut den DMI-Experten moderner. Der Trend zu Sportlichkeit und körperbetonten Silhouetten bringt außerdem ganz neue Formen und Stücke hervor: "Der Übergang vom Sakko zur Outdoorjacke ist fließend." Für die Freizeit bleiben außerdem Jacken mit Elementen des Kolonial- und Uniformstils angesagt. Und ein Dauerbrenner für den Herrn bleibt laut Gudrun Allstädt das Matrosen- und Seemannsthema.

Kai Portmann, dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.