Mailänder Mode "Eine männliche Odyssee"

Von "Men in Black" über James Bond bis "2001- Odyssee im Weltraum" - die Modeschöpfer von Armani, Dolce & Gabbana, Gucci und Co. ließen sich für die kommende Herbst- und Wintermode von Kinohits inspirieren. Versace schickt die Männer in Talaren auf den Laufsteg, während Prada Plüsch-Overalls präferiert.

Mailand - Mit grafischen Mustern und auffälligen Accessoires aus dem Hause Jil Sander gingen die Mailänder Männermodenschauen los. Der belgische Modeschöpfer Raf Simons, der seit 2005 als Kreativdirektor für die Prada-Tochter zuständig ist, zeigte figurbetonte, äußerst sinnliche Kreationen für Männer mit durchtrainierten Körpern.

Lange Parkas in Blau und Grün sowie riesige kupferfarbene Ledertaschen rundeten seine Kollektion für die Wintersaison 2007/2008 ab. "Abstrakt und kühl, mit eklatanten Accessoires", umschrieb die Nachrichtenagentur Ansa die neue Kollektion der Jil Sander.

"Kirchlich" ging es dagegen bei Versace zu. "Padre Georg auf dem Laufsteg", kommentierten Beobachter das Defilée, bei dem sich Donatella Versace vom Privatsekretär des Papstes, Georg Gänswein, inspirieren ließ. "Weniger Muskeln, mehr Seele", erklärte die wasserstoffblonde Designerin ihre Entwürfe, die sie einem "ethischen und spirituellen Mann" widmete, "der sich von allen unnötigen Details befreit hat". Wie Talare wirken die strengen schwarzen Anzüge mit den koreanischen Krägen - elegant und sehr tragbar präsentiert sich das Mailänder Modehaus.

Ganz anders das Modeduo Dolce & Gabbana: Auf die Klänge von Stanley Kubricks Kultstreifen "2001- Odyssee im Weltraum" betraten Models in einer Art Astronautenanzügen den Laufsteg: "Die Kreationen eignen sich sowohl zum Skifahren als auch für die Stadt", meinte ein Kommentator. Domenico Dolce erklärte, die Schau sei eine "neue männliche Odyssee - aber es handelt sich nicht um Science Fiction, sondern um die nahe Zukunft".

Für die italienische Modeschöpferin Miuccia Prada steht die Wintersaison 2007/08 hingegen im Zeichen des Stofftiers. Sie zeigte Kreationen aus Plüsch, Fell und Mohair, vom weiten Overall aus schwarzem Fell bis hin zum Maxi-Pullover aus kükenfarbener Langhaarwolle. "Ich habe eine Schwäche für diese Materialien", sagte die Designerin über ihre neue Kollektion, die für eine "wilde und kindliche" Männlichkeit stehen soll.

Wie Valentino und Gucci James Bond treffen

Wie im Kultfilm "Men in Black" ging es dagegen bei Armani zu. "Schwarz ist schön und schick, helle Farbtöne tragen auf", sagte der Modeschöpfer. Und so präsentierte der Altmeister für seine Marke "Emporio Armani" einen figurbewussten Mann in Hightech-Fasern, modern, sportlich und elegant. Von eng anliegenden Bomberjacken aus Neopren kombiniert mit Nadelstreifenhosen bis hin zu Ellbogen- und Knieschützern über eleganten glänzenden Beinkleidern ist das Defilée durchgehend "black": Ein raffiniertes Spiel mit matten und glänzenden "Techno- Materialien".

Auch bei Gianfranco Ferré und Roberto Cavalli sind schwarz und Fell im kommenden Winter angesagt. Während Ferré eine Art raffinierten "Einstein" präsentiert, verrückt aber elegant, im riesigen Zobelpelz, Kaschmirpullover und Parka aus edlem Nappaleder, hat sich Cavalli von Jim Morrison inspirieren lassen. Der Sänger der Rockgruppe "The Doors" scheint überall präsent zu sein im Defilée des Florentiner Modeschöpfers: Enge Pythonleder-Hosen, Stiefel mit Absätzen, anliegende Blazer und kurze raffinierte Jacken mit riesigen Pelzkrägen. Eine junge Kreation im Zeichen des Rock.

Bei den Schauen von Valentino, Laura Biagiotti, Moschino und Gucci stellte ein anderer das Motto: James Bond. Für Guccis Stilistin Frida Giannini ist der Mann der Wintersaison 2007/2008 ein echtes Kind des Luxus, angefangen vom weißen Kaschmirrolli mit diamantenbesetzten Manschettenknöpfen bis hin zum Smoking mit Bisonfellkragen. Eine Skikleidung für die Stadt aus Tweed, Seide und Kaschmir, wie die Modeschöpferin zugibt: Ganz und gar inspiriert am James-Bond-Streifen von 1969 "Im Geheimdienst Ihrer Majestät".

Auch den fast durchgehend weißen, klassischen Look von Valentino hätte der Agent 007 sicherlich nicht verachtet. Der Altmeister präsentierte in seiner Schau einen eleganten James Bond im weißen Anzug in allen Variationen: vom klassischen Zweireiher über weißem Seidenhemd, eisfarbenem Frack über einem der "Valentino-Evergreens", dem Rollkragen, bis hin zur schneeweißen Bomberjacke aus Pythonleder. Nur im Anzug "sind Männer wirklich schön", meint der Modeschöpfer. Und so ist sein erlesenes Defilee seinem Partner Giancarlo Giammetti gewidmet, der nach Ansicht des amerikanischen Modemagazins "Vanity Fair" zu den 100 elegantesten Männern der Welt gehört.

Edles Weiß und Rollkragenpullover konnte das Publikum auch bei Laura Biagiotti wiederfinden. Sie zeigte in ihrer Schau einen elegant-sportlichen Mann in kostbarsten Strick: "Rundum Kaschmir" wie Beobachter der Zeitung "Corriere della Sera" kommentierten. Im Defilee von Moschino hingegen triumphierte der britische, maßgeschneiderte Stil, aufgepeppt mit rockigen Elementen: von T-Shirts mit großen Aufschriften im klassischen Moschino-Rot bis hin zu silbernen "Sneakers".

manager-magazin.de mit dpa

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