Trolleys Geräderter Reisebegleiter

Wer einmal die langen Gänge oder Hallen auf einem Flughafen oder Bahnhof durchquert hat, der weiß, dass jedes Gramm im Koffer schnell zu viel werden kann. Lange Arme können aber vermieden werden. Ein Klassiker der Reisebegleiter ist der Trolley. Die Rollenkoffer dürfen inzwischen auch etwas mehr Farbe zeigen.

Offenbach/Köln - Kaum ein Reisender trägt heute noch seinen Koffer über Flughafen oder Bahnsteig. "Trolleys sind der Verkaufsschlager", sagt Hans Dieter Klooss, Sprecher des Bundesverbandes Lederwaren und Kunststofferzeugnisse (BVLK) in Offenbach. Mit ihrem Teleskopgestänge und den überwiegend verlässlichen Rollen seien Trolleys schlicht bequemer als anderes Reisegepäck.

"Und niemand muss mehr seinen Koffer wie an der Hundeleine hinter sich her ziehen." "Vier-Rollen-Koffer liegen im Trend - insbesondere für die größeren Modelle", sagt Christoph Bonte, Manager beim Reisegepäck-Hersteller Samsonite in Köln. Die Gepäckstücke, die seitlich geschoben werden können, sind beweglicher und müssen seltener angehoben werden. "Und man kommt in den Gängen in Bussen, Zügen und Flugzeugen besser durch", sagt Klooss.

Es sollte sich aber nicht nur hochkant und bequem schieben lassen, was Frauen und Männer mit auf Reisen nehmen: "Stylish sollte das Gepäckstück auch sein", sagt Margit Haatz vom Taschenhersteller Crumpler. Denn dass Funktionalität und Qualität eine große Rolle spielen, sei zwar selbstverständlich. "Aber das Design spielt eine zunehmende Rolle - bei Geschäftsreisenden und Urlaubern."

So dürfen die praktischen Reisebegleiter heute durchaus ein mutigeres Aussehen haben: Immer mehr Leute wollten ihren Koffer eben nicht unter den übrigen schwarzen Standardmodellen auf dem Gepäckband suchen, sagt Haatz. Knallrotes Schachbrettmuster, schwarz mit weißen Nadelstreifen oder grau mit orangefarbenen Elementen - die Crumpler-Trolleys scheinen zwar eher etwas für die jüngere Generation mit flippigem Geschmack zu sein. Auch Geschäftsleute finden nach den Worten der Sprecherin heute aber Gefallen an modernerem Gepäck.

So bedient zum Beispiel auch Samsonite den Wunsch nach Farbe: "Neuere Hartschalenserien und Weichgepäck gibt es in Orange, Lila, Pink oder Neongrün", zählt Christoph Bonte auf. Während im Sommer eher die knalligen Farben im Angebot sind, kommen im Winter die gedeckten Töne. Vor allem beim "Businessgepäck" spiele Schwarz allerdings weiter eine wichtige Rolle.

Hartschalenkoffer sind zu schwer

Neben der Schönheit ist vor allem die Funktionalität die Schlüsselqualität der kleinen Koffer - vor allem, seit wegen stärkerer Sicherheitsbestimmungen am Flughafen durchaus mal spontan umgepackt werden muss. Eine herausnehmbare Laptoptasche haben daher zum Beispiel bei Crumpler alle Gepäckstücke. Sollte es in der Luftfahrt kurzerhand wieder neue Bestimmungen geben und der Koffer nicht mit ins Flugzeug dürfen, ist auf diese Weise zumindest der Rechner geschützt - und kann gesondert mit in die Maschine genommen werden.

Ebenfalls herausnehmbar ist ein Schuhfach, das das Schuhwerk vom Rest der Kleidung trennt. "Fächer, kleine Taschen und Gurte sind den Reisenden immens wichtig", weiß Unternehmenssprecherin Haatz. Bei Samsonite gibt es den gezielt unterteilten und mit Zusatztaschen ausgestatteten Innenraum dagegen meist nur in den höherpreisigen Modellen - diese sind eher für Geschäfts- als für Urlaubsreisende gedacht. "Bei diesen Serien gibt es dann aber nicht nur ein separates Fach für Anzug oder Hemden, sondern auch einen herausnehmbaren Kleidersack oder ein Laptopfach", sagt Bonte.

Wichtig für das Reisen heute ist aber vor allem ein großes Packvolumen bei möglichst geringem Eigengewicht des Koffers. "Die Hartschale ist nicht mehr so gefragt", sagt Verbandssprecher Klooss. Denn wegen der Gewichtsbeschränkungen der Fluggesellschaften bleibe darin kaum noch Platz für das eigentliche Gepäck. "So ein Hartschalenkoffer wiegt zwischen vier und sieben Kilo." Für unkompliziertes Reisen seien da die leichteren, weichen Materialien geeigneter, die inzwischen auch sehr strapazierfähig seien.

Diese Materialien kommen besonders den Reisenden zugute, die ihr Gepäck mit an Bord nehmen wollen, um nach der Landung keine Zeit am Gepäckband zu verschwenden. Diese dürfen bestimmte Größen nicht überschreiten: Über die jeweils aktuellen Vorschriften für das Handgepäck geben die Fluggesellschaften Auskunft auf ihren Webseiten. "Wir beschränken jedes Handgepäck auf acht Kilogramm", sagt zum Beispiel Michael Göntgens, Sprecher der Lufthansa in Frankfurt/Main.

Dabei dürfen Passagiere der Ersten Klasse zwei Handgepäckstücke mit ins Flugzeug nehmen, Reisende in der Economy Class nur eines. "Die Maße spielen ebenfalls eine Rolle: Die International Air Transport Association (IATA) empfiehlt das maximale Maß von 20 mal 55 mal 60 Zentimetern" sagt der Sprecher. Bei den Trolleys entspricht das den 45- oder 50-Zentimeter-Modellen. Und gut funktionierende Schlösser sind wichtig, damit unterwegs nichts verloren geht.

Verena Wolff, dpa/gms

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