Sommermode Ohne Sakko geht es nicht

Die Prêt-à-porter-Schauen haben es schon angedeutet: Die dominierende Modefarbe dieses Sommers ist Weiß. In der Herrenmode sind aber auch Töne wie Curry, Hummer und Sand weit verbreitet.

München/Hamburg - Kombinieren darf man in der Mode heute fast alles: Teuer mit günstig, Jeans mit Kleid, klassisch mit ausgeflippt. In der kommenden Saison wird der Stil aber insgesamt wieder strenger: Zum wichtigsten Kleidungsstück für Frauen steigt im Frühjahr und Sommer das Kleid auf. Bei den Herren kehrt das Sakko zurück.

"Absolutes Trendthema ist die Farbe Weiß", bestätigt auch Georg Stiels, Image Consultant aus München. Das sei bei den Prêt-à-porter-Schauen der großen Designhäuser erkennbar gewesen.

Der Handel hat inzwischen nachgezogen. Dazu kommen vornehmlich Naturtöne, bei der Herrenmode seien auch pudrige Töne wie Curry oder Hummer, Braun und Sand verbreitet. Auch Moritz von Bülow, der die Modemessen in München organisiert, hat - vor allem bei der aktuellen Herrenmode - "gedämpfte Erdfarben, Sand- und Brauntöne" ausgemacht.

Die Schnitte sind Stiels zufolge markant, lässig und "knackig". Wer sich nach dieser aktuellen Mode kleiden will, braucht daher eine schlanke Figur. "Da kommen - gerade bei weißen Stücken und knackigen Schnitten - die Konturen natürlich sehr stark zur Geltung, und man sieht alle Details."

Während für Frauen das Kleid in diesem Sommer wieder wichtig wird, rückt in der Herrenmode das klassische Sakko in den Vordergrund. Figurbetont müsse es sein, sagt Georg Stiels. Getragen wird das Sakko zur entsprechenden Anzughose, aber auch problemlos mit Jeans oder Chinos, fügt Moritz von Bülow hinzu.

Baumwolle steht ihm zufolge dabei weiter im Vordergrund, aber auch das in Deutschland lange als "ungebührlich" verschmähte Leinensakko gewinnt an Beliebtheit. Im Trend liegt laut Bülow vor allem der "Used Look" mit gewaschenen Stoffen - in jedem Fall aber eng geschnitten.

Der Trend zum Strengeren finde sich auch im Marinelook wieder, der sich ebenfalls in der Mode für Frauen widerspiegelt. Hier kommt zum Tragen, dass gerade die Jackenmode im Frühjahr und Sommer an Uniformen angelehnt ist. "Da geht es aber weniger um Stücke, die einen goldenen Anker oder 20 Steuerräder aufgestickt haben. Gemeint sind eher Farben und Materialien", erklärt Stiels. Dunkles Blau sei bei den Blazern vorherrschend und werde zum Teil mit Goldknöpfen verziert. Dazu werden weiße Hosen kombiniert.

Ansonsten ist im Frühjahr und Sommer wieder Weiblichkeit "in", sagt Stiels. Jeans seien natürlich nicht verboten. Zu den wichtigsten Kleidungsstücken gehörten aber Kleid und Rock. "Vor allem wird es wieder schick, das Kleid allein zu tragen. Vorher waren Kleider eher in der Kombination mit Jacke angesagt." Ein von den Designern stark beachtetes Modell ist dabei das Empire-Kleid mit hoch angesetzter Taille, erkennbar an einer strengen Naht eng unter der Brust.

Figurfreundlicher und gleichzeitig im Trend sind Maria Hans zufolge Tuniken und dekorativere Sommerkleider. "Die kann man glatt herunterhängend oder mit Gürtel oder Hose tragen - das ist alles erlaubt", sagt die Stylistin aus Hamburg.

Bezogen auf Materialien und Farben werden die Accessoires dezenter. Sanfte Töne und Naturmaterialien bestimmen die Kollektionen. Die Formen bleiben jedoch groß und üppig: Taschen, Schmuck und Sonnenbrillen sollen sich damit vom strengeren, klassischen Stil der Bekleidung abheben.

Thorsten Wiese, dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.