Mode Mailand Heia Safari

Afrika wird modern - zumindest haben sich gleich mehrere Designer von der Farb- und Tierwelt des Kontinents beeinflussen lassen. Das konnten die Zuschauer bei den Modenschauen in Mailand bestaunen. Nur Jil Sander brach den Ethno-Trend.

Mailand - Die Modewelt atmet auf. Nicht alle Kollektionen im Frühjahr/Sommer 2005 setzen auf Ethno. Die Alternative zum dominierenden Trend der am Sonntag zu Ende gegangenen Mailänder Designer-Defilees heißt Jil Sander. Konsequent setzt sie ihren nach dem Comeback vor einem Jahr eingeschlagenen Weg fort. Die einstige Frontfrau des Purismus zeigt ihre feminine Seite.

Dichte Rüschen bändigt die Hamburgerin in klare Bahnen. Aus linear angelegten Faltenspielen auf Kleidervorderseiten gehen am Rücken zusammenlaufende Drapierungen hervor. Gehalten werden diese Modelle von Trägern, die auf der Schulter zu Schleifen gebunden werden. Fast schwerelos wirken ihre Kurzmäntel, zuweilen mit einem Tunnelzug im Saum.

Auch die Show von Gianfranco Ferré begann schlicht, bevor sich das derzeit so beliebte Afrika-Thema Bahn brach. Der Mailänder eröffnete am Freitagabend mit schlichter Eleganz, die er in Jersey, seinem Lieblingsstoff für den Sommer 2005, und in natürlichen Farben präsentierte. Es folgten schwarze Netzoberflächen, die oft mit weißer Seide unterlegt waren. Alles gipfelte in Opulenz und Glamour. Prachtvolle Blütenstickereien legen sich über seine Leopardendrucke. Zebramuster treffen auf glitzernde Schlangenhäute. Sein Ideen- Feuerwerk endet in aberwitzigen Plissee-Konstruktionen auf Tüll.

Zebra-Inspiration: Entwurf von Gai Mattiolo

Zebra-Inspiration: Entwurf von Gai Mattiolo

Foto: AP
Zebrakleid 2: Gianfranco Ferre

Zebrakleid 2: Gianfranco Ferre

Foto: AP
Halbnackt mit Armreifen: Dolce&Gabbana

Halbnackt mit Armreifen: Dolce&Gabbana

Foto: REUTERS
Streng und hochgeschlossen: Jil Sander knabenhaft und himmelblau

Streng und hochgeschlossen: Jil Sander knabenhaft und himmelblau

Foto: DPA
Blumig mit Bändern: Jil Sander mit braver Businessklamotte

Blumig mit Bändern: Jil Sander mit braver Businessklamotte

Foto: DPA
Deplatzierte Blockstreifen: Jil Sander und Wellblechpiste

Deplatzierte Blockstreifen: Jil Sander und Wellblechpiste

Foto: DPA
Schlange am Hut: Dolce&Gabbana

Schlange am Hut: Dolce&Gabbana

Foto: REUTERS
Persische Bordüren: Gai Mattiolo

Persische Bordüren: Gai Mattiolo

Foto: AP
Schlange überall: Dolce&Gabbana

Schlange überall: Dolce&Gabbana

Foto: REUTERS


Folkloristisch und streng
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Bei Dolce & Gabbana waren Reptilhäute der Basisstoff der neuen Kollektion. Es gibt Python für geschnürte Bustierkleider und Mäntel mit Blenden und Taschenklappen aus Krokodilleder. Zuweilen reduziert das Mailänder Designerduo Schlange auf Details, etwa für Revers und Ärmelaufschlag der Bluse aus schwarzer Spitze, die zur ebenfalls von Spitze unterbrochenen Jeanshose getragen wird.

Das Münchner Unternehmen Aigner brachte eine sehr klare und frische Kollektion auf den Laufsteg, bei der ein dezenter Goldglanz und sehr zarte oder auch kräftige Blütenmuster optische Akzente setzen.