Londoner Mode Woche Kätzchen-Walk

"Kleine Modemetropole" wird die britische Haupstadt bezeichnender Weise genannt. Die Londoner Modewoche kann der Konkurrenz in New York und Paris nicht das Wasser reichen. Zwar bringt sie beachtliche Nachwuchstalente wie Alexander McQueen und John Galliano hervor, kann diese aber auf Dauer nicht halten.

London - Mit Schauen der Altmeister Paul Costelloe und Jean Muir ist am Donnerstag nach fünf Tagen die London Fashion Week (LFW) zu Ende gegangen. In kaum einer Kollektion der 45 Designer für den Mode-Sommer 2005 fehlten glitzernde oder schimmernde Elemente, fließende Chiffonkleider und knielange Plissee- oder Faltenröcke.

Romantische Blumenmotive in Pastelltönen waren auf den Laufstegen in London allgegenwärtig - besonders bei Betty Jackson, Paul Smith, Ronit Zilkha und Boyd.

Mehr rumdrapiert als geschneidert

Weit geschnittene, wallende Jersey-Kleider und Tops mit asymmetrischen Rüschenapplikationen, die mehr um die Models herumdrapiert als geschneidert waren, zeigten unter anderem Gardem und Preen. Kurze Strümpfe in offenen Sandalen mit Keilabsatz, wie sie schon in dieser Saison zu sehen waren, dürften sich im Mode-Sommer 2005 verstärkt durchsetzen - sofern sich die Modefans von den Designern überzeugen lassen.

Jasper Conran zeigte am Mittwoch freizügige Bade- und Abendmode, bei der es nur so glitzerte und funkelte. "Es dreht sich alles darum, sexy zu sein", ist das Motto des 45-jährigen britischen Designers. Bei Conran, Sohn des Habitat-Gründers Terence Conran, sorgten acht männliche Models für Beifall, die in knappen, pinkfarbenen Badehosen während der Schau im Hintergrund posierten.

Knallig-bunt aber nicht überladen: Die beiden Studenten Basso und Brooke konnten die Jury überzeugen

Knallig-bunt aber nicht überladen: Die beiden Studenten Basso und Brooke konnten die Jury überzeugen

Foto: AP
Ausgefallener Feder-Kopfschmuck: Model von Boudicca

Ausgefallener Feder-Kopfschmuck: Model von Boudicca

Foto: REUTERS
Farbenfroh blumige Kreation: Von Designer Jenny Packham

Farbenfroh blumige Kreation: Von Designer Jenny Packham

Foto: AP
Erdfarben - sanft und warm: Kreation von Giles Deacon

Erdfarben - sanft und warm: Kreation von Giles Deacon

Foto: DPA
Fantasievolles Fabelkleid: Kreation von Nachwuchsdesigner Basso und Brooke

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Foto: AP
Topmodel Linda Evangelista im leuchtenden Pfauenkleid: Eine Kreation von Giles Deacon

Topmodel Linda Evangelista im leuchtenden Pfauenkleid: Eine Kreation von Giles Deacon

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Londoner Mode Woche zeigt Frühjahrs- und Sommermode für 2005
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Genauso wichtig wie die Kleidung waren bei der Modewoche dieses Herbstes in London die Show und das Spektakel am Rande: Form geht vor Inhalt, wie schon die Vorführung des Labels Frostfrench am Sonntag eindrucksvoll belegte. Boudicca lieferte eine beeindruckende Show in bedrohlicher Atmosphäre: Ein Model schien von Pfeilen durchbohrt.

In der ersten Reihe wurden in London unter anderem Autor Salman Rushdie ("Die Satanischen Verse"), Hollywood-Schauspieler Jude Law, Topmodel Kate Moss, Sängerin Rachel Stevens, die Künstlerin Tracey Emin und Samantha Mumba gesichtet. Die Töchter der Rolling Stones Mick Jagger und Keith Richards flanierten als Models über den Laufsteg.

Konkurrenz hat mehr Klasse

An die Konkurrenz-Vorstellungen von New York und Paris reichte das Londoner Spektakel aber auch in diesem Herbst nicht heran. Nach wie vor gilt London als eine "kleine Modemetropole", die zwar Talente wie Alexander McQueen und John Galliano hervorbringt, sie dann aber nicht halten kann. So kündigte Julien MacDonald in London an, dass er nach New York gehen will.

Stuart Rose, der seit Dezember 2003 Chef der LFW ist, will dem Problem der Abwanderung dadurch begegnen, dass er Kaufhäuser verstärkt mit Designern in Kontakt bringt und so für bessere Finanzen und ein breiteres Publikum sorgt.