Brioni-Kritik "Bush versteht von Kleiderordnung gar nichts"

Umberto Angeloni, Mitglied der Inhaberfamilie der italienischen Edel-Schneiderei Brioni, kleidet unter anderem James Bond, Kofi Annan und den Kanzler ein. Der stilsichere Zeitgenosse hat sich jetzt über die Kleiderwahl von Staatsmännern geäußert.

Berlin - Umberto Angeloni, Chef des italienischen Edelschneiders Brioni, findet keinen Gefallen am Modegeschmack vieler mächtiger Staatsmänner: "US-Präsident George W. Bush versteht von Kleiderordnung gar nichts", sagte Angeloni der "Tageszeitung" (Taz) aus Berlin (Donnerstagausgabe).

Der Brioni-Chef ließ auch kein gutes Haar an der Kleiderwahl des britischen Premiers Tony Blair. Es sei "entsetzlich" gewesen, wie Blair beim vergangenen G8-Gipfel auf Sea Island "in einem lockeren, hässlichen Hemd herumspazierte".

Angeloni bezeichnete die Lässigkeit in der Kleidung der Politiker als eine "geheuchelte Zurschaustellung demokratischer Werte". Das Jackett auszuziehen bedeute nicht informelle Eleganz, das Jackett auszuziehen, das bedeutet eine Form von Entblößung. Die Staatsmänner sollten ihre Werte lieber in Worten und Taten zeigen.

Als prominenter deutscher Träger von Anzügen der Luxusmarke Brioni wurde in der Vergangenheit auch Kanzler Gerhard Schröder genannt.

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