Freitag, 6. Dezember 2019

Luxusuhren Filigrane Zeitarbeit

2. Teil: Bis zu 500 Einzelteile pro Uhrwerk

Bis zu 500 Einzelteile pro UhrwerkSo entstehen hier zum Beispiel der klassische Streifenschliff ebenso wie der aufwändige doppelte Sonnenschliff oder die äußerst dekorative Perlierung. Andere komplizierte Werkteile wie die Schwanenhalsfeder, Rückerzeiger oder Schraubenköpfe werden durch eine anspruchsvolle Zinnflachpolitur zu strahlendem Glanz veredelt. Auch das Anglieren, das Brechen der Kanten im 45 Grad-Winkel, geschieht nach historischen Verfahren.

Handarbeit hat seine Grenzen: Moderne CNC-Maschinen fertigen die Werkplatinen von Uhren

Eine weitere - für den Glashütter Uhrenbau typische - Veredelung ist das Fassen der Steine in Goldfutter, so genannte Goldchatons, welche mit winzigen gebläuten Schrauben in den Brücken und Kloben verschraubt werden. Ein Blickfang ist die Handgravur. Nach eigenen Entwürfen verzieren Meistergraveure Kloben und Brücken mit floralen Motiven oder Szenen aus der Uhrmacherei und machen so jedes Uhrwerk zu einem kostbaren Unikat.Den Bau des Uhrwerks beherrscht nur MenschenhandIn der Untergruppenmontage werden dann erste Baugruppen des Uhrwerkes zusammengesetzt, die funktionell im Uhrwerk zusammenwirken. Dies ist der Beginn des fünften und letzten Schrittes der Uhrenentstehung. Mit der für Uhrmacher bezeichnenden ruhigen Hand und der Lupe im Auge werden hier die Unruh montiert und ausgewuchtet, der Rotor zusammengesetzt, Räder mit Wellen oder Trieben komplettiert und Lagersteine und Stifte in Platinen und Brücken eingedrückt.

Kaum mit bloßem Auge zu erkennen: Manuelle Politur einer Schwanenhalsfeder mittels eines Zinnstabes

Die größte Herausforderung, allein von Menschenhand zu bewerkstelligen, ist die Montage der bis zu 500 Einzelteile zu einem präzisen Uhrwerk. Dabei folgen die Uhrmacher von heute denselben handwerklichen Traditionen wie ihre Vorgänger in der alten Zeit. Eine "einfache", feine, mechanische Uhr besteht aus 150 bis 180 Einzelteilen, kompliziertere Modelle bringen es auf bis zu 500 Teile und mehr.Nach der Montage erfolgt die Regulierung und eine umfangreiche Prüfung jeder Uhr auf Parameter wie Ganggenauigkeit, Gangreserve, Stoßsicherheit, Wasserdichte. Erst wenn die Uhr diese bis zu vier Wochen dauernden Tests bestanden hat, wird sie mit ihrer individuellen Nummer in das Stammbuch der Manufaktur eingetragen.So wird nach vielen Jahren der Entwicklung und Monaten der Fertigung und Montage die mechanische Uhr zu einem einzigartigen Meisterwerk der Zeit, dass seinem Besitzer ein Stück unvergänglicher Freude bereitet.

Seite 2 von 2

© manager magazin 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung