Herrenbekleidung "Oben hui, unten pfui"

Herrenstrümpfe sind unverzichtbare Accessoires für den gut gekleideten Mann. Dennoch werden sie zu häufig modisch vernachlässigt. Das findet Paul Falke, Mitinhaber des Strumpfherstellers Falke, im Gastbeitrag für manager-magazin.de.

Eduard Balladur, in den achtziger Jahren französischer Premierminister, wurde eine besondere Vorliebe nachgesagt: Kniestrümpfe in Kardinalrot. Strümpfe dieser Art sind jedoch - wie die Farbe schon sagt - nicht an jeder Ecke erhältlich.

Bei der Lösung dieses Problems war die Gattin des französischen Botschafters in Rom behilflich: Immer wenn Balladur neue Beinkleider benötigte, ging sie in die Vatikan-Stadt. Dort, in einem Fachgeschäft für klerikale Bekleidung, kaufte sie, wonach der Premier verlangte: Kniestrümpfe, die sonst nur Kardinalpriester kaufen und tragen.

Jeder, der dies ausschließlich für eine amüsante Anekdote hält, der irrt. Diese Geschichte zeigt, dass Strümpfe mehr sind als nur bloße Gebrauchsgegenstände, um die Füße zu wärmen. Wer jemals Balladur seine Strümpfe tragen sah, dem ist klar geworden, wie sich mit Beinbekleidung modische Akzente setzen lassen. Richtige Strümpfe sind unverzichtbare modische Accessoires, ohne die kein Outfit vollkommen ist.

No.1: Zweifädiges Kaschmir von Loro Piana, in Schaft und Spann zu 100 Prozent, an der Fußspitze und Ferse mit Mikrofaser verstärkt

No.1: Zweifädiges Kaschmir von Loro Piana, in Schaft und Spann zu 100 Prozent, an der Fußspitze und Ferse mit Mikrofaser verstärkt

Foto: FALKE
No.2: In Qualität und Verarbeitung entspricht er No.1, ist aber klassisch gerippt

No.2: In Qualität und Verarbeitung entspricht er No.1, ist aber klassisch gerippt

Foto: FALKE
No.3: Optimal zu winterlichen Casuals, besonders flauschig verarbeitet und etwas grober gestrickt

No.3: Optimal zu winterlichen Casuals, besonders flauschig verarbeitet und etwas grober gestrickt

Foto: FALKE
No.4: Ein klassischer Smokingstrumpf aus chinesischer Seide, zweifädig gezwirnt und deshalb besonders fest verarbeitet

No.4: Ein klassischer Smokingstrumpf aus chinesischer Seide, zweifädig gezwirnt und deshalb besonders fest verarbeitet

Foto: FALKE
No.6: Businessstrumpf aus australischer Merinowolle, diese ist durch die besonders hohe Garndrehung außerordentlich strapazierfähig

No.6: Businessstrumpf aus australischer Merinowolle, diese ist durch die besonders hohe Garndrehung außerordentlich strapazierfähig

Foto: FALKE


Die "Falke Luxury Collection": Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.

Nach dem Motto "oben hui, unten pfui", verlieren selbst feinster Anzugzwirn und edles Schuhleder durch anspruchslose Beinbekleidung ihre Wirkung. Es ist geradezu ein Sakrileg, zu einem Anzug von Brioni, Kiton oder Boss und zu rahmengenähten Schuhen von Church, Alden oder Reiter unpassende Strümpfe minderer Qualität zu tragen.

Es muss nicht immer schwarz sein

Dabei muss es, wie das Beispiel Balladur zeigt, nicht immer gleich schwarz sein. Mit stilvollen Mustern oder klassischem Farbenspiel lassen sich durch Strümpfe ebenso Akzente setzen wie mit Krawatten. Aber: Jeder Strumpf hat seinen Anlass. Natürlich gehört zum Business-Outfit ein klassischer Kniestrumpf.

Schon die deutsche Benimm-Päpstin Erica von Pappritz verpönte das behaarte Männerbein, das kurze Socken spätestens dann zum Vorschein bringen, wenn "Mann" die Beine übereinander schlägt. Nicht von ungefähr tragen italienische Männer, die weltweit als besonders stilsicher und gut gekleidet gelten, zu 95 Prozent Kniestrümpfe.

Welche Grundregeln man beherzigen sollte

Für alle anderen Gelegenheiten ist die Auswahl schier grenzenlos. Strümpfe und Socken gehen - wie andere Accessoires auch - mit der Mode. Farben und Dessins ergänzen die aktuellen Fashion-Trends. Ob "New Casual" oder "Ethnic" - neben den "Klassikern" bietet jede neue Kollektion halbjährlich neue Muster, Farben und Materialkombinationen für die Outfits der Saison.

No.7: Businessstrumpf, mit ungewöhnlich engem Maschenbild, dadurch kann er viel Feuchtigkeit aufnehmen

No.7: Businessstrumpf, mit ungewöhnlich engem Maschenbild, dadurch kann er viel Feuchtigkeit aufnehmen

Foto: FALKE
No. 8: Universalstrumpf für alle Jahreszeiten aus Baumwolle und weichem Kaschmir

No. 8: Universalstrumpf für alle Jahreszeiten aus Baumwolle und weichem Kaschmir

Foto: FALKE
No.9 (glatt) und No.10 (leicht gerippt): Businessstrümpfe aus ägyptischer Baumwolle, die von Natur aus einen seidigen Glanz und eine lange Faser hat, damit eine ebenso feine wie haltbare Verarbeitung möglich macht

No.9 (glatt) und No.10 (leicht gerippt): Businessstrümpfe aus ägyptischer Baumwolle, die von Natur aus einen seidigen Glanz und eine lange Faser hat, damit eine ebenso feine wie haltbare Verarbeitung möglich macht

Foto: FALKE
No.11: Casual-Basics-Strumpf aus Sea Island Cotton

No.11: Casual-Basics-Strumpf aus Sea Island Cotton

Foto: FALKE


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Trotzdem gibt es einige Grundregeln, die bei der Auswahl des passenden Beinkleids helfen: Die gewählten Strümpfe sollten dunkler sein als die Hose, die man dazu trägt. Außerdem, je offizieller der Anlass, desto dunkler die Strümpfe. Und - niemals weiß, außer beim Sport, oder wenn der Beruf es gebietet, wie etwa in der Medizin.

Strumpfherstellung - eine Wissenschaft für sich

Wie überall sonst auch, sind es die Details, durch die sich erstklassige Strümpfe von anderen unterscheiden. Verarbeitung und Materialien sind eine Wissenschaft für sich. Ein Falke Herrenstrumpf beispielsweise geht im Verlauf der Herstellung - von der Bearbeitung des Garns über eine Reihe akribischer Kontrollen bis hin zur Etikettierung - durch bis zu dreißig Paar Hände.

Der Anteil von Handarbeit ist immer noch groß. Etwa beim so genannten "Ketteln": Die offene Fußspitze des Strickschlauchs, aus dem der Strumpf entsteht, wird - Masche für Masche - auf Nadeln gesteckt. Diese Maschen werden dann "gekettelt", das heißt miteinander verstrickt, so dass an den Zehen keine störende Naht entsteht.

Die gleiche Sorgfalt ist bei der Auswahl und Verarbeitung der Materialien nötig. Füße gehören zu den am meist beanspruchten Teilen des Körpers. Da liegt es auf der Hand beziehungsweise auf der Haut, nur beste Garne zu verwenden - etwa Wolle für kalte Tage, Baumwolle für wärmere. Oder beispielsweise eine spezielle Garnkonstruktion, bei der eine Baumwollschicht den Fuß umschließt, außen aber beste Schurwolle für edlen Chic sorgt.

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