Deutsche Bank Bauchfrei war gestern

Hüfthosen, T-Shirts, Schlabberlook, damit ist es im Investmentgeschäft der Deutschen Bank endgültig vorbei. Das Institut verschärft seine Kleiderordnung und droht, den "Casual Friday" abzuschaffen.

London – "Kleiderordnung? Sie können alles tragen, was sie wollen! Hauptsache es ist blau." Für die Kapitalmarktexperten der Deutschen Bank in London könnte der alte Witz bald wieder Wirklichkeit werden. Denn das Finanzinstitut ruft seine angeblich allzu freizügig gekleideten Mitarbeiter in der britischen Hauptstadt auf, sich künftig in dezenterem Tuch zu kleiden.

Einige Damen und Herren im Investmentbankgeschäft hätten den Trend zu zwangloser Kleidung etwas übertrieben, zitierte die britische "Times" am Donnerstag aus einem internen Rundschreiben der Bank. In einer Garderobe, die eher für nächtliche Clubbesuche als für den täglichen Berufsalltag geeignet sei, würden die Mitarbeiter sowohl den Kollegen als auch den Kunden negativ auffallen.

Dem neuen Dresscode zufolge sind Jeans, T-Shirts, bauchfreie Oberteile und Turnschuhe von Anfang September an tabu. Hemden sollten "in die Hosen gesteckt" werden. Ansonsten stünde es den Mitarbeitern frei, auch am Freitag Anzüge zu tragen, heißt es mit Blick auf den "Casual Friday", an dem die Kapitalmarktexperten bislang offiziell in zwanglosem Outfit erscheinen durften.

Sollten sich die modebewussten Mitarbeiter am letzten Arbeitstag der Woche dennoch weiterhin zu "casual" kleiden, werde der förmliche Geschäftsanzug künftig an allen fünf Arbeitstagen der Woche Pflicht sein.

Einkaufstipps von der Deutschen Bank

Doch ganz allein lässt die große Mutter Deutsche Bank ihre Mitarbeiter mit der plötzlich so strikten Kleiderordnung nicht. Für Angestellte, deren Portemonnaie wegen der geringeren Bonuszahlungen nicht prall genug ist, um edlen Zwirn zu kaufen, hat das Finanzinstitut gleich eine Fülle von Einkaufstipps parat.

So hat das Geldhaus in einigen feinen Geschäften in der Londoner Innenstadt eigens Rabatte für ihre Angestellten ausgehandelt. Zudem gibt das Institut den ermahnten Mitarbeitern den wohlmeinenden Rat, den Sommerschlussverkauf zur Schnäppchenjagd zu nutzen.

Schon bald also dürfte die Deutsche-Optik wieder stimmen. Denn schließlich ist der Ableger in London "eine globale Investmentbank, nicht die Oberstufe des Gymnasiums", wie ein verärgerter Banksprecher gegenüber der "Times" sagte.

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