Kretinsky-Angebot erneut abgelehnt Metros Umsatz sinkt - aber Ziele erreicht

Der Großhändler Metro bekommt die Corona-Krise deutlich zu spüren. Dennoch zeigt sich Metro zufrieden, das Minus hätte noch größer ausfallen können. Derweil lässt Investor Kretinsky nicht locker, seinen Anteil an Metro aufzustocken.
Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky will seinen Metro-Anteil auf über 30 Prozent steigern.

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky will seinen Metro-Anteil auf über 30 Prozent steigern.

Foto: Matej Divizna / dpa

Der Großhandelskonzern Metro  verzeichnet durch die Corona-Krise trotz einer Aufholjagd im vierten Quartal im Geschäftsjahr 2019/20 Rückgänge bei Umsatz und operativem Ertrag. Die Erlöse schrumpften auf 25,6 (Vorjahr: 27,1) Milliarden Euro, teilte Metro am Mittwoch auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Im vierten Quartal (per Ende September) habe Metro dabei indes annähernd wieder das Niveau des Vorjahres erreicht.

Auch der operative Ertrag (Ebitda) werde im Geschäftsjahr zurückgehen - er werde aber "am oberen Ende des Prognosekorridors erwartet". Metro hatte hier einen Rückgang zwischen 200 und 250 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Metro rät erneut von Übernahmeangebot ab

Der Handelskonzern blickt nicht nur wegen der Pandemie auf ein turbulentes Jahr zurück. Konzernchef Olaf Koch (50) geht zum Jahresende. Großaktionär Daniel Kretinsky (45) hat ein freiwilliges Übernahmeangebot vorgelegt. Der Vorstand hatte jedoch die offerierten 8,48 Euro je Stammaktie als zu niedrig abgewiesen, Besitzer von Vorzugsaktien sollen für ihre Wertpapiere 8,89 Euro pro Stück erhalten. Auch zwei weitere Großaktionäre reagierten ablehnend.

Die Annahmefrist läuft noch bis zum 29. Oktober. Doch Metro wiederholte am Donnerstag erneut, dass das Angebot deutlich zu niedrig sei. Das Management empfahl den Aktionären, die Offerte nicht anzunehmen.

Kretinsky und sein Investitionspartner Patrik Tkac (47) wollen mit dem Angebot ihren Metro-Anteil auf mehr als 30 Prozent steigern. Dann können sie sich ungehindert weiter mit Metro-Aktien eindecken. Milliardär Kretinsky dürfte die Schwelle leicht überspringen - verfügt er doch über die Holdiing EPGC bereits über 29,99 Prozent und hat sich Optionen über weitere 4,99 Prozent gesichert. Im vergangenen Jahr war Kretinsky noch mit seinem Übernahmeversuch gescheitert. EPGC hatte bei dem neuerlichen Übernahmeversuch mitgeteilt, den Anteil auf mehr als 30 Prozent erhöhen zu wollen, "um zukünftig flexibler agieren zu können, ohne ein Pflichtangebot abgeben zu müssen". Es gibt zudem keine Mindestannahmeschwelle.

Metro litt unterdessen in den vergangene Monaten an den Folgen der behördlichen Auflagen zur Eindämmung der Coronavirus-Krise, da wichtige Kundengruppen vor allem bis zum Sommer teils ausfielen. Koch hatte den Konzern in den vergangenen Jahren verstärkt auf Gastronomie, Hotels und Großküchen und deren Belieferung ausgerichtet. Doch viele Restaurants mussten vorübergehend schließen oder konnten die Kunden nur noch per Lieferservice bedienen. Hotels leiden unter ausbleibenden Reisenden. Besser entwickelte sich das Traditionsgeschäft des Konzerns: Unabhängige Händler und Selbstständige strömten auch in der Corona-Krise in die rund 680 Märkte des Konzerns und deckten sich ein.

akn/Reuters/dpa
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