LVMH zahlt weniger für Übernahme Tiffany gibt's jetzt mit Rabatt

Es sollte die Traumhochzeit werden - was folgte, war ein Trennungskrieg. Die Corona-Krise macht's möglich: Jetzt bekommt der Luxusgüterriese LVMH die Schmuckfirma Tiffany etwas günstiger.
"Frühstück bei Tiffany's": Die Marke Tiffany erlangte nicht zuletzt durch den Hollywood-Film im Jahr 1961 (hier mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle) weltweiten Bekanntheitsgrad

"Frühstück bei Tiffany's": Die Marke Tiffany erlangte nicht zuletzt durch den Hollywood-Film im Jahr 1961 (hier mit Audrey Hepburn in der Hauptrolle) weltweiten Bekanntheitsgrad

Foto: Paramount Pictures / Getty Images

Die US-Juwelierkette Tiffany  hat einem gesenkten Kaufpreis für die Übernahme durch den französischen Luxusgüterkonzern LVMH zugestimmt. Die Franzosen zahlen jetzt je Tiffany-Aktie  131,50 Dollar statt 135 Dollar - und damit 425 Millionen US-Dollar weniger, wie LVMH  am Donnerstag in Paris mitteilte . Der ursprüngliche Deal belief sich auf gut 16 Milliarden Dollar (13,6 Milliarden Euro).

Zuvor hatten die Nachrichtenagentur Bloomberg  und das "Wall Street Journal"  (WSJ) über die anstehende Einigung berichtet. Mit gut 200 Milliarden Dollar Börsenwert  ist LVMH eines der wertvollsten Unternehmen Europas und um ein Vielfaches größer als Tiffany.

Waren die beiden Unternehmen die Übernahme durch LVMH zunächst gemeinsam angegangen, bekamen die Franzosen mit Beginn der Corona-Krise plötzlich kalte Füße und wollten die Hochzeit im Himmel abblasen. Tiffany dagegen pochte auf Einhaltung der Vereinbarung. Beide Unternehmen überzogen sich mit Vorwürfen und schließlich auch mit Klagen. Selbst die französische Regierung mischte sich zwischenzeitlich in den Konflikt ein.

Die jetzt getroffene Vereinbarung zieht einen Schlussstrich unter den Konflikt. Der Deal sollte ursprünglich am 24. November vollzogen sein. Der Termin sei jetzt aber wohl nicht mehr einzuhalten, berichtet Bloomberg.

Der vor 183 Jahren gegründete Juwelier Tiffany ist weltweit bekannt für seine türkisfarbenen Kartons und den Hollywoodfilm "Frühstück bei Tiffany's". Berühmt ist das Geschäft an der New Yorker Fifth Avenue. LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton ist der weltweit führende Luxusgüterkonzern. Zu der Gruppe gehören 75 Luxusmarken wie Louis Vuitton, Bulgari, Champagnerhäuser wie Veuve Clicquot Ponsardin und Krug sowie schließlich Modehäuser wie Christian Dior, Kenzo oder Fendi.

LVMH-Chef Arnault bieten sich neue Chancen

Mit der Übernahme würde LVMH-Chef Bernard Arnault (71), seit drei Jahrzehnten Vorstandsvorsitzender und als Mehrheitsaktionär des Unternehmens inzwischen der reichste Europäer, auf dem globalen Schmuckmarkt einen großen Schritt nach vorn machen und könnte so Cartier-Eigentümer Richemont herausfordern. Der Deal würde LVMH auch in China stärken, wo die Nachfrage nach Luxusgütern bei steigenden Einkommen stetig zunimmt, und die Präsenz der Franzosen in den USA ausbauen.

Allerdings hatte die Nachfrage nach Luxusgütern in der Coronavirus-Pandemie zuletzt gelitten, da diese meist stärker als herkömmliche Konsumgüter sowohl auf den Verkauf in Geschäften als auch auf stetige Touristenströme angewiesen sind. Die Berater von Bain prognostizieren für das Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von 20 bis 35 Prozent in der weltweiten Luxusgüterindustrie.

rei mit dpa
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