100 Millionen Dollar für Autoflight Delivery-Hero-Mitgründer steigt bei Flugtaxi-Firma ein

Delivery-Hero-Mitgründer Lukasz Gadowski wagt sein drittes Investment im Flugtaxi-Markt: Seine Tech-Holding Team Global beteiligt sich mit 100 Millionen Dollar an der chinesischen Flugdrohnen-Firma Autoflight.
Noch im Prototyp-Status: Autoflights Personendrohne V1500M

Noch im Prototyp-Status: Autoflights Personendrohne V1500M

Foto: Autoflight

Der Einstieg mit 100 Millionen Dollar bei Autoflight ist das bislang größte Einzelinvestment von Gadowskis Technologie-Holding Team Global. Das Start-up mit Hauptsitz in Shanghai ist bereits die dritte Flugtaxi-Firma in Gadowskis Portfolio. Das Ziel sei, "Massenindividualverkehr in der Luft zu ermöglichen", sagte Gadowski, der zu Deutschlands Digital-Elite  gehört, dem "Handelsblatt". Der Autoflight-Gründer und Geschäftsführer Yu Tian produzierte dem Bericht zufolge früher Modell-Flugzeuge. Er nenne seine Strategie "von klein nach groß, von Fracht zu bemannt". Autoflight, 2017 gegründet, stellt laut Bericht bereits Cargo-Drohnen her.

Das elektrisch angetriebene Fluggerät V1500M für Personentransporte absolvierte laut "Handelsblatt" jüngst den Jungfernflug. Mit Blick auf Konkurrenten wie Lilium aus Deutschland und Joby Aviation aus den USA sagte Yu Tian dem Blatt: "Wir haben Kostenvorteile durch das einfache Design und weil wir alle Kernkompontenten selbst bauen." Produziert werden soll das Flugtaxi in der Nähe von Shanghai. Für die Zulassung durch die Europäische Flugsicherheitsagentur soll ein Team in München aufgebaut werden.

Laut Team Global soll das Investment dazu dienen, Autoflights bisher eher für Fracht ausgelegte Fluggeräte in Richtung Personen-Flugdrohnen zu entwickeln. "Luftmobilität ist eine wundervolle, gerade entstehende Branche, die bereit für Wachstum ist", ließ sich Gadowski in einer Pressemitteilung zitieren. Man müsse dafür keine neuen Straßen bauen, das erhalte Ressourcen und Natur und mache Städte lebenswerter.

Autoflight habe bereits fast 10.000 Abhebe- und Landemanöver absolviert, die Fluggeräte seinen in "allen Arten von Extrembedingungen" getestet worden, heißt es darin. Allerdings ist der Wettbewerb in der Branche scharf: Weltweit wetteifern Dutzende Flugtaxi-Start-ups um erste reguläre Zulassungen durch Flugsicherheitsbehörden für ihre sogenannten eVTOL (electrical Vertical Take-Off and Landing)-Flugdrohnen.

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Flugtaxi: Diese Unternehmen wetteifern um die City-Fluggeräte der Zukunft

Foto: Lilium

Mehrere Start-ups, darunter das in München beheimatete Lilium, sind bereits durch SPAC-Hüllen an die Börse gegangen und haben sich so viel Kapital besorgt. Allerdings sind die Geschäftsaussichten für die Personendrohnen-Flüge noch höchst unsicher . Die Start-ups Firmen werden nach Ansicht von Branchenkennern jahrzehntelang durchhalten müssen, bevor daraus ein solides und profitables Geschäftsmodell werden könnte.

Ob Gadowskis Autoflight dazu zählt, muss sich noch weisen. Immerhin hat Team Global sein Risikokapital auf mehrere eVTOL-Start-ups gestreut.

wed/AFP