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Eiskalt: Michael Macht hat der operativen Karriere abgeschworen. Außer als Aufsichtsrat arbeitet er ehrenamtlich als Präsident des Eishockey-Drittligisten EV Füssen. Hier posiert er in dessen Stadion.
Eiskalt: Michael Macht hat der operativen Karriere abgeschworen. Außer als Aufsichtsrat arbeitet er ehrenamtlich als Präsident des Eishockey-Drittligisten EV Füssen. Hier posiert er in dessen Stadion.
Foto: Peter Samer

Was macht eigentlich ... Ex-Porsche-Chef Michael Macht?

Der ehemalige Porsche-Chef hält das Vorstandsleben für eine "Tretmühle". Seine Energie nutzt er inzwischen für echten Sport.
Von Margret Hucko aus manager magazin 9/2020

Michael Macht (59) ist am liebsten dort unterwegs, wo die Luft dünn wird. Das gilt für seine Karriere im VW-Konzern, die ihren Höhepunkt in seiner Zeit als Porsche-Chef (2009 bis 2010) erreichte, wie für sein Hobby. "Ich bin begeisterter Skitourengeher", erzählt er und dass er nach seinem Ausstieg als Produktionsvorstand bei Volkswagen vor sechs Jahren erst einmal die Haute Route gelaufen sei. Steile Anstiege und ebensolche Abfahrten, und das von Chamonix bis Zermatt häufig auf über 3000 Meter Höhe. In der Hochphase von Corona war er regelmäßig auf dem Mountainbike unterwegs.

Macht macht viel, das aber nahezu geräuschlos – wie eigentlich immer schon. Ein VW-Kollege nannte ihn mal wegen seines ruhigen Auftritts "den Schleicher". Anregend ist sein Leben trotzdem. So sitzt er im Aufsichtsrat von Weichai Power, Chinas führender Motorenhersteller und größter Aktionär von Kion, Europas Nummer eins bei Gabelstaplern mit Sitz in Frankfurt. Dort leitet Macht seit gut einem Jahr das Kontrollgremium. "Nach dem Knochenjob in der Autoindustrie habe ich mich ganz bewusst für eine Aufsichtsratskarriere entschieden, ich wollte diese Tretmühle nicht mehr", so Macht. Seine beiden Kinder seien an "ihm vorbei gewachsen". Der Sohn habe dieses Jahr Abitur gemacht. "Ich wollte endlich mehr Zeit für Privates."

Image und Prestige waren ihm, so sagt er, bei der Auswahl seiner Jobs nicht wichtig. Auch deshalb logierte Macht in den vergangenen Jahren knapp unter der öffentlichen Wahrnehmungsschwelle.

Es muss etwas zu bewegen geben, damit Macht bei einem Job zusagt. So wie beim Eishockeyverein EV Füssen, früher einer der ganz Großen in Deutschland.

2015 mussten die Bayern wegen Missmanagements Insolvenz anmelden. Ein Beiratsmitglied bat den Wahlfüssener Macht um Hilfe, der Ex-Porsche-Chef stieg ein. Seitdem engagiert er sich dort im Wirtschaftsbeirat. "Wir haben den Verein wiederaufgebaut und spielen nun in der Oberliga", sagt er. Bis zur Bundesliga sind es noch zwei Klassen.

Die Sponsorensuche gestaltete sich zuletzt schwierig, berichtet Macht. Zwar seien Geldgeber gefunden, doch ein Start der Liga sei noch unsicher. Auf den Winter freut er sich trotzdem. Die nächste Skitour ist bereits in Planung. Diesmal geht es nach Schweden. Da ist die Luft zwar nicht dünn, aber still ist es.

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