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Mit 77 Jahren am Gipfel: Sportlich mag er es immer noch – zuletzt konstruierte er ein leichtes E-Mountainbike.
Mit 77 Jahren am Gipfel: Sportlich mag er es immer noch – zuletzt konstruierte er ein leichtes E-Mountainbike.
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Constantin Mirbach für manager magazin

Ex-Luxussportwagen-Chef Was macht eigentlich Ulrich Bez?

Der ehemalige Aston-Martin-Chef lässt es weiter rollen. Aktuelle Projekte: eine italienische Sportwagenmarke und ein Fahrrad.
Von Margret Hucko aus manager magazin 8/2021

Will Ulrich Bez (77) es sich richtig gut gehen lassen, betritt er die Unterwelt. Im Keller seines neu gebauten Hauses in Tirol trinkt er dann zwischen einem BMW Z1, einem Aston Martin aus den 50er Jahren oder einem anderen seiner diversen Oldtimer ein Glas Wein mit Freunden. "Für mich sind Autos Kunstwerke", sinniert Bez, der Autokünstler.

In seinem beruflichen Leben als Ingenieur und Vorstand verschiedener Automarken hatte er genug Zeit, diverse Exponate zusammenzutragen. Seine letzte Station war Aston Martin, die der Schwabe 13 Jahre lang erfolgreich führte – bis zu seinem 70. Geburtstag. Selbst einen Auftritt als Bösewicht in dem Bond-Film "Ein Quantum Trost" brachte ihm sein Engagement ein.

Mobilmacher: Ulrich Bez machte in seiner Zeit als Chef von Aston Martin (2000 bis 2013) den Sportwagenhersteller profitabel, ließ unter anderem ein neues Werk bauen (Foto) und eine neue Fahrzeugarchitektur entwickeln.

Mobilmacher: Ulrich Bez machte in seiner Zeit als Chef von Aston Martin (2000 bis 2013) den Sportwagenhersteller profitabel, ließ unter anderem ein neues Werk bauen (Foto) und eine neue Fahrzeugarchitektur entwickeln.

Foto: Charlie Bibby / Financial Times-REA / laif

Alle Objekte haben "eine Verbindung zu meinem Leben", erzählt Bez über seine Autos. Der Z1 etwa, aus Plastik und mit versenkbaren Türen, entstand in den 80er Jahren, als er Leiter der Technik GmbH bei BMW war. "Mit dem will ich unbedingt nach Frankreich", so Bez. "Und dann während der Fahrt Blumen pflücken und an einer Gauloises ziehen – auch wenn ich eigentlich nicht rauche."

Die Zukunft des Automobilbaus behält er weiterhin im Auge. So sitzt er im Advisory Board von Keyou, einem Start-up, das Wasserstoff in Verbrennungsmotoren einsetzt und von ehemaligen BMW-Mitarbeitern gegründet wurde. Bei UBC ("Steht nicht für Ulrich Bez, das ist Zufall"), einem Mittelständler, der Leichtbauprodukte für die Auto-, Sport- und Aerospacebranche entwickelt und produziert, hilft er im Beirat. Und mit einem kuwaitischen Investor will er die längst vergessene Sportwagenmarke Bizzarrini wiederbeleben. Giotto Bizzarrini, ein italienischer Konstrukteur, hatte, nachdem er im Streit Ferrari verließ, in den Sechzigern Hochleistungssportwagen gebaut.

Bez selbst hat sich jüngst ein elektrisches Mountainbike gebaut, das nur gut 14 Kilogramm wiegt. Sport gehört zu den großen Leidenschaften von Bez, egal ob auf vier oder zwei Rädern oder auch zu Fuß. Mit dem Familienhund Chili Pepper, einem Mini Australian Shepherd, unternimmt er ausgiebige Spaziergänge.

Zudem lockt der Berg. "Jeden Gipfel, den ich aus dem Fenster sehe, muss ich erklimmen." Und da sein Heim in den Kitzbüheler Alpen viele Glasfronten hat, ist die Auswahl so groß wie die Sammlung im Keller.

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