Montag, 23. September 2019

Deutschlands Weltmeister-Kapitän unternimmt was Nun auch noch "Schneekoppe": Das wachsende Business-Imperium des Philipp Lahm

Vom Fußballer zum Unternehmer: Philipp Lahm, hier mit Ehefrau Claudia und Sohn Julian (Archivaufnahme von 2014)
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Vom Fußballer zum Unternehmer: Philipp Lahm, hier mit Ehefrau Claudia und Sohn Julian (Archivaufnahme von 2014)

Wohl kein Fußballer arbeitet aktuell so stetig an seiner Karriere abseits des Platzes wie Philipp Lahm: Deutschlands Weltmeister-Kapitän ist bereits bei einer Reihe von Unternehmen investiert. Nun wird der Fußball-Profi des FC Bayern München Gesellschafter des Müsli-Spezialisten Schneekoppe, wie das Unternehmen mitteilte. Das Unternehmen hatte vor zwei Jahren Insolvenz angemeldet und versucht nach einem weitgehenden Verzicht der Gläubiger nun einen Neustart. Lahm ist über seine Philipp Lahm Holding der dritte Gesellschafter der Krefelder Firma neben Geschäftsführer Markus Klein und dem Unternehmer Gerald Wagener. Über die Höhe der Investition Lahms machte das Unternehmen keine Angaben.

Erst vor wenigen Tagen war der Einstieg Lahms in das Beratergeschäft bekannt geworden - als Gesellschafter der Berliner Agentur "Die Brückenköpfe". Die wollen

ein "Sparringspartner des Top-Managements großer und mittlerer Unternehmen, Verbände und politischer Gremien im deutschen Gesundheitswesen" sein, heißt es auf der Website der Agentur. Lahm sei überzeugt, dass "die bewusste Auseinandersetzung mit den Themen Ernährung, Bewegung, Pflege und Regeneration die Grundlage für meine erfolgreiche Karriere" sei. Nun wolle er das Thema Gesundheit möglichst vielen anderen Menschen vermitteln. Oder wie Bild schreibt: "Lahm soll Führungsseminare für Firmenbosse geben."

Polnische Fenster, deutsche Cremes

Beim FC Bayern läuft Lahms Vertrag noch bis Mitte 2018 - er hat in Interviews allerdings auch schon mit einem früheren Karriereende kokettiert. Genug zu tun hätte er auch abseits des Fußballplatzes: Seit Anfang 2015 ist Lahm Gesellschafter beim bayerischen Sportproduktehersteller Sixtus, der etwa Kühlsprays, Cremes gegen wunde Haut oder Massageöle herstellt.

Lahm ist auch bei Fanmiles investiert, einem Berliner Startup, das ein Belohnungsprogramm für Fans von Sportlern, Sportvereinen und anderen Stars anbietet: Die können eine virtuelle Währung sammeln, wenn sie den Objekten ihrer Verehrung etwa bei Instagram oder Facebook folgen, und sie anschließend gegen Prämien eintauschen. Knapp zwei Drittel der aktuell 55 Mitarbeiter des Unternehmens sind Entwickler.

Zum Lahm'schen Portfolio gehört zudem Danova, ein Nürnberger Anbieter von betrieblicher Gesundheitsvorsorge. 40 Prozent des Unternehmens hat Lahm im März 2016 gekauft. Danova beschäftigt laut "Handelsblatt" zwölf fest angestellte Mitarbeiter sowie ein Netz freier Trainer, Psychologen sowie Ernährungs- und Sportwissenschaftler. Sie beraten Unternehmen zur Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter, zum Kundenstamm gehören Adidas, die Deutsche Telekom und die Rewe-Gruppe. Danova komme laut eigener Aussage so auf einen Umsatz im einstelligen Millionenbereich.

Werte und Ziele müssen passen

"Es geht mir bei diesen Beteiligungen nicht um eine stille Teilhabe", sagte Lahm im vergangenen Jahr "Business Insider", er wolle sich unternehmerisches Wissen aneignen und suche dafür Partner, "mit deren Werten und Zielen ich mich identifizieren kann". Er beschäftige sich regelmäßig mit den Themen seiner Unternehmen, sagte Lahm dort weiter, "tausche mich mit den Geschäftsführern, dem Vertrieb oder Marketing aus und erhalte Informationen, um Entscheidungen mit beeinflussen und mittragen zu können."

Gesellschafter ist Lahm auch bei der gemeinnützigen Deutschen Sportlotterie, als Markenbotschafter arbeitet er gemeinsam mit Jakub Blaszczykowski und Andrea Pirlo für den polnischen Fenster- und Türenhersteller Drutex und für den Reiseveranstalter FTI.

2015 hatte Lahm zudem mit anderen Investoren für die Modemarke Bogner geboten; Gründer Willy Bogner hatte den Verkauf dann allerdings abgeblasen.

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