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Lebt und läuft bis heute in München: So unaufgeregt wie tatkräftig führte Peter Bauer Infineon zurück zu Ansehen und Erfolg
Lebt und läuft bis heute in München: So unaufgeregt wie tatkräftig führte Peter Bauer Infineon zurück zu Ansehen und Erfolg
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Daniel Delang für manager magazin

"Infineon-Retter" am Jazzpiano Was macht eigentlich Peter Bauer?

Bei Infineon und Osram erlebte der nachdenkliche Manager wilde Zeiten. Nun hat er seine Bühne minimiert und gibt als Coach sein Wissen weiter.
Von Eva Buchhorn aus manager magazin 4/2021

Man darf sich Peter Bauer (60) jetzt häufiger am Jazzpiano vorstellen, improvisierend, "jedenfalls versuche ich das". Vor der Corona-Krise war er manchmal wöchentlich im Konzert am Münchener Gasteig. Seit das nicht mehr geht, spielt Bauer sich eben selbst etwas vor, inspiriert von seinem Idol Keith Jarrett.

Als "Infineon-Retter" wurde er nach der Finanzkrise einem breiteren Publikum bekannt. Von 2008 bis 2012 baute er den Halbleiterhersteller zur Ertragsperle um; eine fortschreitende Osteoporose zwang ihn zum Ausscheiden. Seither hat er mehrere Operationen hinter sich, alles in allem "keine einfache Baustelle". 2013 übernahm der Sanierungsexperte wider Willen trotzdem noch einmal ein forderndes Amt: Als Chefaufseher bei Osram überwachte er die "durchaus herkulische Aufgabe", den angegrauten Lichtkonzern zum LED-Hersteller umzubauen. Nach der Übernahme durch den kleineren, aber aggressiveren Konkurrenten AMS endete im Dezember sein Mandat.

Der Münchener Elektrotechniker gehörte immer zu den nachdenklichen Alphatieren. "Gute Führung ist Beziehungsgestaltung. Ich kann Mitarbeiter nicht anleiten, wenn ich sie nicht verstehe", sagt er. Das Interesse an Psychologie und Organisationstheorie hat er in eine Coachingausbildung eingebracht. Seit einigen Jahren arbeitet er in seiner Praxis in der Nähe von Schloss Nymphenburg mit Klienten, vom jungen Teamleiter bis zum Dax-Vorstand. Nach Osram nahm er wieder ein paar mehr Ratsuchende an, "das Telefon klingelt ja jetzt seltener".

An der Grenze zu Nymphenburg wohnt er auch, in dem gleichen Reihenhaus, in dem er mit seiner Frau, einer Lehrerin, die beiden Söhne aufgezogen hat. Der Blick vom eigenen Garten geht auf den Hirschgarten, ein weitläufiger Park, ideal zum Joggen und zum Trinken einer Halben im Biergarten. Der Freundeskreis, aufgebaut in der Kindergartenzeit des Nachwuchses, ist intakt, mit einer Familie liefern sich Bauer und seine Jungs im Sommer auf dem Chiemsee Rennen per Katamaran. Auch mit Klettern und Skilanglauf hält er sich fit.

Dazu kommt ein bisschen Start-up-Finanzierung hier, eine Kuratoriumstätigkeit da, alles am liebsten unter dem Radar. Peter Bauer werkelt nicht am eigenen Denkmal: "Eine öffentliche Bühne? Die brauche ich nicht."

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