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Oscars 2014: Die Preisträger im Überblick

Foto: AP/ Ellen DeGeneres

Die Oscars 2014 im Überblick Träume und Tränen

Sieben Oscars für "Gravity", bester Film "12 Years a Slave": Der schwarze Regisseur Steve McQueen erinnert Hollywood an die dunkle US-Geschichte der Sklaverei. Jared Leto feiert die Kraft des Träumens. Hier sind die Preisträger und die Highlights der Oscarnacht.

Hollywood - Ein Sklavendrama schreibt Oscar-Geschichte: Mit "12 Years a Slave" hat zum ersten Mal das Werk eines schwarzen Regisseurs den wichtigsten Oscar für den besten Film gewonnen. Die auf einer wahren Begebenheit basierende Produktion des Briten Steve McQueen, die Brad Pitt mitfinanzierte, gewann insgesamt drei Oscars.

Das Weltraumdrama "Gravity" bekam sieben Auszeichnungen, darunter für Regisseur Alfonso Cuarón. Beste Schauspielerin wurde Cate Blanchett als depressive Frau im Woody-Allen-Film "Blue Jasmine", bester Schauspieler Matthew McConaughey als abgemagerter Aidskranker in "Dallas Buyers Club".

Großer Verlierer war die Gaunerkomödie "American Hustle", die trotz zehn Nominierungen nichts gewann. Die deutschen Nominierten in den Kategorien animierter Kurzfilm und Spezialeffekte gingen bei der Gala in Hollywood ebenfalls leer aus.

"Ich widme diesen Preis allen Menschen, die jemals unter Sklaverei gelitten haben, und den 20 Millionen Menschen, die noch heute darunter leiden", sagte Regisseur und Mitproduzent McQueen in seiner Dankesrede. Die zwei weiteren Oscars für "12 Years a Slave" gingen an die Kenianerin Lupita Nyong'o als beste Nebendarstellerin und an John Ridley für das beste adaptierte Drehbuch.

Jared Leto widmete seinen Oscar den Opfern von Aids

Jared Leto erinnerte mit seinem Oscar als bester Nebendarsteller an ein weiteres Schicksal. "Dies ist für die 36 Millionen Menschen, die den Kampf gegen Aids verloren haben", sagte der US-Amerikaner, als er die Auszeichnung für seine Darstellung eines Transvestiten im Aidsdrama "Dallas Buyers Club" annahm. Der Film beruht auf der Lebensgeschichte des 1992 gestorbenen HIV-infizierten Rodeo-Reiters Ron Woodroof. Einen weiteren Oscar bekam der Film fürs beste Make-up.

Das in 3D gedrehte Weltraum-Spektakel "Gravity" mit Sandra Bullock und George Clooney erhielt vor allem technische Auszeichnungen (Kamera, Filmmusik, Tonschnitt, Tonmischung, Filmschnitt, Spezialeffekte) sowie den wichtigen Regie-Preis: Alfonso Cuarón ist der erste Mexikaner, der in dieser Kategorie gewonnen hat.

Die Australierin Cate Blanchett, die ihren zweiten Oscar nach dem Nebenrollen-Preis für "Aviator" entgegennehmen konnte, appellierte in ihrer Dankesrede an Hollywood, Filme mit Frauen ernster zu nehmen. In "Blue Jasmine" spielt sie die Titelfigur, deren Leben nach Betrügereien ihres Mannes in Trümmern liegt.

Der Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ging an "La Grande Bellezza - Die große Schönheit" von Paolo Sorrentino - es war der elfte Auslands-Oscar für Italien. Bester Animationsfilm wurde der Disney-Film "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren".

Bericht von der Oscar-Nacht

Seine Stimme zittert, seine Hände nesteln nervös am Notizzettel. Der Brite Steve McQueen muss sich einen Moment sammeln, er hat gerade Oscar-Geschichte geschrieben: Sein brutaler und aufwühlender Film "12 Years a Slave" gewinnt den Oscar als bester Film. Bei den ur-amerikanischen Academy Awards, wo sich Hollywood normalerweise selbst feiert, triumphiert damit zum ersten Mal das Werk eines schwarzen Regisseurs, der nicht einmal Amerikaner ist - und das auch noch mit einem Film über das Schicksal eines Sklaven in den USA.

"Ich widme diesen Preis allen Menschen, die jemals unter Sklaverei gelitten haben, und den 20 Millionen Menschen, die noch heute darunter leiden", sagt der 44-jährige McQueen schließlich in seiner Dankesrede, nachdem er den Oscar zusammen mit seinem Co-Produzenten Brad Pitt entgegengenommen hat. "Jeder verdient es, nicht nur zu überleben, sondern auch zu leben."

Sein Auftritt im Dolby Theatre in Hollywood markiert den bewegenden Abschluss einer emotionalen Oscar-Verleihung. Zuvor hat die Kenianerin Lupita Nyong'o den Goldjungen als beste Nebendarstellerin erhalten, für ihre Rolle einer erniedrigten Sklavin in "12 Years a Slave".

Mit tränenerstickter Stimme ruft sie den frenetisch jubelnden Gala-Gästen entgegen: "Ich vergesse nicht einen Moment, dass ich die Freude in meinem Leben dem Schmerz so vieler Anderer verdanke. (...) Wenn ich diese goldene Statue anschaue, dann erinnert sie mich und jedes kleine Kind daran, dass - egal woher du stammst - deine Träume wertvoll sind."

Hungern für den Oscar

Auch Jared Leto, ausgezeichnet mit dem Oscar als bester Nebendarsteller für seine Leistung in dem Aids-Drama "Dallas Buyers Club", erinnert an die Kraft der Träume und verneigt sich zugleich vor seiner Mutter: "Danke, dass du mir das Träumen beigebracht hast." Der 42-Jährige nutzt die Bühne auch für ein politisches Statement: "An all die Träumer da draußen, in der Ukraine und in Venezuela: (...) Während ihr darum kämpft, eure Träume wahr werden zu lassen, denken wir an euch." Wenig später jubelt Leto dann seinem Co-Star aus dem Film zu: Matthew McConaughey, der sich für die Rolle als Aidskranker 21 Kilogramm heruntergehungert hatte, nimmt die Trophäe als bester Darsteller nach Hause.

Die deutschen Hoffnungen erfüllen sich zwar nicht, jedoch gehen gleich mehrere wichtige Auszeichnungen an Filmschaffende aus dem Ausland. Neben der Australierin Cate Blanchett, die für Woody Allens "Blue Jasmine" als beste Hauptdarstellerin geehrt wird, triumphiert vor allem der Mexikaner Alfonso Cuarón.

Sein bildgewaltiges, in 3D gedrehtes Weltraum-Drama "Gravity" sichert sich sieben Oscars und ist der zweite große Gewinner der Academy Awards. Cuarón kann als erster Mexikaner über die Trophäe für die beste Regie jubeln. Zugleich verdeutlicht der Oscar-Erfolg von "Gravity", wie elegant ein Film kommerziellen Erfolg mit einer starken visuellen Präsenz verbinden kann. So feiert "Gravity" mit Sandra Bullock und George Clooney in den Hauptrollen kunstvoll die Wucht der großen Leinwand und ist mit Kinoeinnahmen von rund 700 Millionen Dollar zugleich weltweit ein Blockbuster.

Und es gibt noch eine Gewinnerin: Moderation Ellen DeGeneres. Sie führt souverän durch die Show und sorgt mit so mancher Spitze für Lacher. So macht sie sich über den Jugendwahn Hollywoods lustig und lässt gegen das Magenknurren der Stars Pizza in Pappkartons in das Dolby Theatre kommen. Gleich zu Beginn der Show äußert sie halb scherzend die Befürchtung, die Weltöffentlichkeit könne Film-Amerika als rassistisch beschimpfen: "Alles kann passieren, es gibt so viele Möglichkeiten. Nummer eins: "12 Years a Slave" wird bester Film. Nummer zwei: Ihr seid alle Rassisten." Hollywood kann nun also aufatmen.

Aliki Nassoufis, Gregor Tholl und Patrick T. Neumann, dpa
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