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Ausnahmeerscheinung: Niek Jan van Damme auf dem Reiterhof seines Mannes
Ausnahmeerscheinung: Niek Jan van Damme auf dem Reiterhof seines Mannes
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Jann Höfer für manager magazin

Ehemaliger Telekom-Vorstand Was macht eigentlich Niek Jan van Damme?

Einen beliebteren Telekom-Vorstand als van Damme gab es nie. Heute verbringt der Niederländer viel Zeit mit Pferden – und wird noch immer um Rat gefragt.
Von Philipp Alvares de Souza Soares aus manager magazin 5/2021

Im Vorstand der Deutschen Telekom war Niek Jan van Damme (60) eine Ausnahmeerscheinung. Der Holländer, der für Konzernchef Timotheus Höttges (58) zuletzt das wichtige Deutschland-Geschäft führte, hielt sich mit neun Jahren Amtszeit nicht nur ungewöhnlich lange. Er war im Konzern bis zu seinem Abschied Ende 2017 auch äußerst beliebt.

"Ich hatte bei der Telekom eine wunderschöne Zeit, auf die ich sehr stolz bin", resümiert van Damme. Die Zeitungsartikel über sich hat er alle aufbewahrt.

Heute blickt er von seinem Schreibtisch auf die Abtei von Siegburg und geht das Leben entspannt an. Sein Mann Jürgen betreibt im nahen Hennef eine Dressurschule mit 40 Pferden, wo van Damme regelmäßig zum gemeinsamen Ausritt vorbeischaut.

Ein Mann zum Pferdestehlen: Niek Jan van Damme rückte 2009 in den Telekom-Vorstand in Bonn auf (hier beim Plaudern mit der Kollegin Claudia Nemat)

Ein Mann zum Pferdestehlen: Niek Jan van Damme rückte 2009 in den Telekom-Vorstand in Bonn auf (hier beim Plaudern mit der Kollegin Claudia Nemat)

Foto: imago images

Der Kontakt zur Telekom ist indes nie abgebrochen. Siegburg ist klein und nicht weit von Bonn, man trifft sich beim Einkaufen. Die ehemaligen Kollegen bitten ihn regelmäßig um Rat; selbst Betriebsräte würden immer wieder mal anrufen, erzählt van Damme. Erst Mitte Februar waren er und sein Mann bei den Höttges zum Essen eingeladen.

Seine Arbeitszeit verteilt er auf den Board von Telstra, Australiens größten Mobilfunkanbieter, und das Silicon-Valley-Start-up Lotusflare, dessen Gründer er berät. Lotusflare hat etwa eine Software entwickelt, mit der sich eine neue Mobilfunkmarke via App starten lässt.

Nebenbei hat er sich an kleinen Immobilienprojekten im Raum Bonn beteiligt, und wenn mal wieder Investmentbanken wie Morgan Stanley aus London anrufen, dann geht es meist um Rat in Sachen Private-Equity- oder Infrastrukturdeals, die sich in seiner ehemaligen Branche gerade häufen. So bereitet die Telekom den Verkauf ihrer Tochter T-Mobile Niederlande vor, die van Damme fünf Jahre lang führte. Auch beim Verkauf von Deutsche Glasfaser an EQT Anfang 2020 war er als freier Berater an Bord.

Für seinen Nach-Nachfolger Srini Gopalan (50) sieht er neben dem Glasfaserausbau (den van Damme immer für zu teuer hielt) vor allem eine Herausforderung: die Sprache. Richtig Deutsch zu lernen, das sei für ihn am Anfang eine der härtesten Aufgaben gewesen. "Seien wir ehrlich", sagt er. "Die Telekom ist im Kern nach wie vor ein sehr deutsches Unternehmen." Bevor van Damme lieb anfügt: "Und das ist auch gut so."

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