Produktivitäts-Tipps der Tech-Chefs Bezos, Mayer, Zuckerberg: Erfolgstipps der jungen US-CEOs

Visionär: Der Mann mit den vielen grauen Kapuzenpullis setzt sich gern persönliche Ziele - je kreativer, je besser

Visionär: Der Mann mit den vielen grauen Kapuzenpullis setzt sich gern persönliche Ziele - je kreativer, je besser

Foto: JOSE MIGUEL GOMEZ/ REUTERS

Produktiv sein ist wohl die wichtigste Fähigkeit im Berufsleben. Der Tag hat für uns alle 24 Stunden - Zeit ist das einzige Gut, das wirklich gleich verteilt ist. Aber was macht man daraus? Wie kann man dieses Kapital am sinnvollsten einsetzen?

Sortiert man seine Büroklammern nach Farben, um die dräuende Präsentation hinauszuschieben, oder geht man seine Aufgaben beherzt an? Wie kann man es schaffen, gute Ideen zu entwickeln, ordentlich was wegzuschaffen und überall dort präsent zu sein, wo es not tut?

Das Magazin "Time" hat die besten Produktivitäts-Tipps der führenden Tech-CEOs zusammengestellt . Hier sind die Lifehacks von Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Marissa Mayer, Elon Musk und Jack Dorsey.

Facebook-Gründer und -CEO Mark Zuckerberg: Persönliche Ziele setzen

Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk: Der Email-Flut Herr werden

Den Tipp, seine Garderobe radikal zu vereinfachen, indem man jeden Tag das gleiche graue Shirt trägt, kennen Sie wahrscheinlich schon - die Was-zieh-ich-nur-an-Frage hat "The Zuck" längst effektiv gelöst. Dafür nimmt er sich Zeit für Dinge, die scheinbar mit den Kernanforderungen seines Berufslebens als CEO der wichtigsten Social-Media-Plattform der Welt wenig zu tun haben. Zuckerbergs "annual challenges" sind ebenfalls Legende: 2010 lernte er Mandarin, 2011 aß er nur selbstgeschlachtetes Fleisch. Und 2015? Ist das Jahr der Bücher - Zuckerberg nimmt sich Zeit, alle zwei Wochen ein neues Buch durchzulesen. Solche Vorsätze mögen exzentrisch wirken, haben aber durchaus nachvollziehbare Effekte: Man lernt, die täglich auf einen einprasselnden Aufgaben neu zu priorisieren, dabei auch langfristigen Zielen mehr Raum zu geben und den eigenen Horizont beständig zu erweitern. Das tut dann auch dem Kerngeschäft gut. Auf jeden Fall aber dem eigenen Leben.

Kann wirklich gute Emails schreiben: Tesla-Chef Elon Musk bezeichnete das mal als seine Kernkompetenz

Kann wirklich gute Emails schreiben: Tesla-Chef Elon Musk bezeichnete das mal als seine Kernkompetenz

Foto: © Rebecca Cook / Reuters/ REUTERS

Seine Kernkompetenz, scherzte Elon Musk laut "Time"  vor zwei Jahren auf einer Konferenz, sei es, wirklich gute Emails zu schreiben. Das muss man erst mal sacken lassen. Emails? Die nervigen Zeitfresser? Seriously?

Aber natürlich ist da etwas Wahres dran - wer seine Inbox im Griff hat, hat sein Leben im Griff, so einfach ist das. Natürlich liest ein Elon Musk nicht alle Mails, die marsaffine Spinner oder selbst ernannte Erfindergenies ihm schicken - ein ehemaliger SpaceX-Softwareentwickler hat auf dem Frageportal Quora mal erläutert, wie es bei Musk läuft.   Demnach ist er für seine Mitarbeiter relativ problemlos zu erreichen, beschäftigt aber Leute, die seine Mails für ihn vorsortieren und zum Teil abarbeiten. Wenn Sie diese Möglichkeit nicht haben, fassen Sie wenigstens jede Mail, die Sie bekommen, nur einmal an. Und überlegen Sie sich gut, wem Sie ihre Mailadresse geben (Musk hat laut seinem Ex-Mitarbeiter schon mehrere Mailadressen stillgelegt und durch neue ersetzt).

Hier gibt es eine Komplettanleitung, wie Sie Ihr Email-Chaos in den Griff bekommen.

Twitter- und Sqare-CEO Jack Dorsey: Erfolgreich mit Thementagen

Wie managt man zwei große Tech-Unternehmen auf einmal? Twitter- und Square-CEO Jack Dorsey schwört auf Thementage

Wie managt man zwei große Tech-Unternehmen auf einmal? Twitter- und Square-CEO Jack Dorsey schwört auf Thementage

Foto: MIKE BLAKE/ REUTERS

Tag der Arbeit, Internationaler Frauentag, Tag der offenen Tür - die Idee, ein bestimmtes Datum einer bestimmten Idee zu widmen, ist im Kleinen wie im Großen nicht neu. Die wenigsten Menschen machen sich dieses Konzept allerdings für ihr eigenes Arbeitsleben zunutze - und widmen einzelne Tage bewusst einzelnen Schwerpunkten.

Jack Dorsey, Chef von Twitter und Square, tut das. Vor ein paar Jahren erzählte Dorsey auf einer Konferenz, dass seine Montage immer dem Thema Management gewidmet seien - da trifft er sich zu Vorstandssitzungen. Dienstage sind Produkte-Tage, da können zum Beispiel neue Features auf dem Themenplan stehen. Mittwoch ist der Tag, der Marketing und Wachstum gewidmet ist. Und Sonntage? "Reflexion, Feedback und Strategie", meint Dorsey. Das mag etwas gewollt erscheinen, könnte aber als Idee nicht schlecht sein.

Dass Multitasking sehr ineffektiv ist, ist ja mittlerweile allgemein bekannt; wenn man nun einen ganzen Tag tief in ein Thema eintaucht, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man auch wirklich mehr in die Tiefe gehen und dort ganz neue Ideen finden kann.

Amazon-Chef Jeff Bezos: Rückwärts denken

Als Nostalgiker kann man Amazon-Chef Jeff Bezos wahrlich nicht bezeichnen. Sein Rat, rückwärts zu denken, bezieht sich nicht auf die Vergangenheit - sondern beschreibt den Weg von der Zukunft in die Gegenwart

Als Nostalgiker kann man Amazon-Chef Jeff Bezos wahrlich nicht bezeichnen. Sein Rat, rückwärts zu denken, bezieht sich nicht auf die Vergangenheit - sondern beschreibt den Weg von der Zukunft in die Gegenwart

Foto: DPA/ Blue Origin

Nachdem Amazon-Chef Jeff Bezos die altehrwürdige Zeitung "Washington Post" erworben hatte, erkundigte sich ein Angestellter nach seinen Zielen bezüglich der Mitarbeiterzahl. Bezos' Antwort: Es gebe in der Wirtschaft keine Extrapunkte für Mitarbeiterzahlen. Das Ziel eines Medienunternehmens sei vielmehr, seinen Lesern zu dienen, und von diesem Ziel aus müsse man rückwärts denken.

So hat Bezos, der als einer der weltweit innovativsten und aggressivsten Unternehmer gilt, etliche seiner Geschäftsideen entwickelt: Von Amazon als "everything store" bis zum neuen Sprachassistenten Echo. Der simple Produktivitätstrick, rückwärts zu denken, hilft, Blockaden abzubauen und sich auf dem Weg zum Ziel nicht in Routinen zu verfangen oder in Sackgassen zu geraten.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer: Bloß nicht von zu Hause aus arbeiten

Will ihre Herde immer hübsch an einem Ort versammeln, um Synergieeffekte zu schaffen: Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Will ihre Herde immer hübsch an einem Ort versammeln, um Synergieeffekte zu schaffen: Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Foto: Eric Risberg/ AP/dpa

Das ist sicherlich der kontroverseste der hier versammelten Ratschläge. Es schlug ganz schön Wellen, als vor zwei Jahren mit Marissa Meyer ausgerechnet eine Frau beherzt die beliebten Heimarbeitsplätze bei Yahoo abschaffte. In einem Memo an alle Mitarbeiter erläuterte Mayer ihren Schritt so: "Manche der besten Entscheidungen und Einsichten kommen von Diskussionen auf dem Flur und in der Cafeteria, davon, neue Leute zu treffen und aus spontanen Teammeetings. Wir müssen ein Yahoo sein, und das beginnt damit, dass wir physisch beieinander sind."

Man kann darüber kontrovers diskutieren; aber auch, wenn man Mayers These nicht komplett gut heißt, kann man davon lernen. Flurfunk und Teeküchengespräche sind wichtig für ein Unternehmen, und man tut gut daran, verkrustete Strukturen aufzubrechen und Freiräume zu schaffen, die solche Begegnungen ermöglichen. Wenn man von zu Hause aus arbeitet, kann es ein guter Schritt sein, die Tage, die man doch in der Zentrale verbringt, effektiv für solche Begegnungen zu nutzen. Gehen Sie nie alleine essen oder Kaffee trinken, und bloß nicht immer mit denselben Leuten.

Weisheiten von Warren Buffett: "Umgib dich mit Leuten, die besser sind als du selbst"

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