Montag, 24. Februar 2020

Amazon-Chef verkauft Aktien Jeff Bezos macht Kasse - aber wohin mit den Milliarden?

Wohin nur mit all dem Geld? Amazon-Gründer Bezos mit Lebensgefährtin Lauren Sanchez beim Tennisturnier in Wimbledon, London, im vergangenen Jahr.
Adrian Dennis / AP
Wohin nur mit all dem Geld? Amazon-Gründer Bezos mit Lebensgefährtin Lauren Sanchez beim Tennisturnier in Wimbledon, London, im vergangenen Jahr.

Amazon-Gründer und -Chef Jeff Bezos braucht offenbar Geld. Vergangene Woche verkaufte der Multimilliardär einem Bericht von Bloomberg zufolge zwei Millionen Aktien seines Unternehmens. Das brachte dem laut "Forbes" mit einem Privatvermögen von aktuell etwa 127 Milliarden Dollar mit Abstand reichsten Mann der Welt reichlich Cash in die Kasse: Die Amazon-Aktie Börsen-Chart zeigen stieg zuletzt auf Rekordniveau deutlich jenseits von 2000 Dollar das Stück. Der Online-Handelskonzern wird damit an der Börse mit mehr als einer Billion Dollar bewertet. Und Bezos' Erlös aus dem jüngsten Aktienverkauf betrug mehr als vier Milliarden Dollar.

Doch wofür benötigt der Unternehmer plötzlich so viel Bares? Bezos hatte früher schon einmal in einem Interview gesagt, Jahr für Jahr Amazon-Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar veräußern zu wollen, um damit sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin zu finanzieren. Damit ist die gesamte Summe von vier Milliarden Dollar allerdings noch nicht verplant.

Für Bezos ist das offenbar kein Problem: Er findet Möglichkeiten, sein Geld unter die Leute zu bringen. Medienberichten zufolge wurde er zuletzt auf Kunstauktionen gesichtet. So habe Bezos für ein Gemälde des Künstlers Ed Ruscha beim Auktionshaus Christie's 52,5 Millionen Dollar hingeblättert. Für weitere 18,5 Millionen habe er ein Werk von Kerry James Marshall bei Sotheby's erworben, heißt es weiter.

Zudem befindet sich Bezos gemeinsam mit seiner neuen Lebensgefährtin Lauren Sanchez gegenwärtig auf der Suche nach einer neuen Immobilie in Los Angeles, wie auch das US-Magazin Quartz berichtet. In der engeren Wahl befinde sich ein 4000-Quadratmeter-Objekt zum Preis von 225 Millionen Dollar, heißt es dort.

Eine Verwendung für die vielen Milliarden Dollar, der andere Superreiche deutlich mehr Aufmerksamkeit widmen, scheint Bezos dagegen nicht allzu sehr am Herzen zu liegen. Die Rede ist vom Spenden. Zwar hat Bezos vor einigen Jahren per Twitter nach Ideen gefragt, für welche wohltätigen Zwecke er seinen Reichtum einsetzen könnte. Gemessen an der Gesamtsumme seines Vermögens folgten danach aber eher bescheidene Taten.

Bemerkenswert erscheint insbesondere, dass Bezos nach wie vor nicht der Initiative "Giving Pledge" beigetreten ist, die ursprünglich von Investmentikone Warren Buffett und Microsoft-Gründer Bill Gates sowie dessen Gattin Melinda Gates ins Leben gerufen worden war. Superreiche, die sich dieser Initiative anschließen, verpflichten sich, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Bezos' Ex-Frau MacKenzie Bezos etwa trat der "Giving Pledge"-Bewegung unmittelbar nach der Trennung vom Amazon-Gründer bei.

Bei Bezos selbst käme auf diese Weise naturgemäß ein erkleckliches Sümmchen zusammen. Bezos verfügt nach wie vor über einen Anteil von 11 Prozent an Amazon Börsen-Chart zeigen. Allein das entspricht beim gegenwärtigen Börsenkurs einem Wert von etwa 115 Milliarden Dollar.

cr

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