Bemannter Erstflug Jeff Bezos lädt seinen Bruder zu Weltraumflug ein

Der reichste Mann der Welt will die Ära des kommerziellen Weltraumtourismus persönlich einläuten. Jeff Bezos hat sich selbst ein Ticket ins All für den 20. Juli reserviert. Auch sein Bruder soll am ersten bemannten Flug von Blue Origin teilnehmen.
Probesitzen: Amazon-Gründer Jeff Bezos in Blue-Origin-Kapsel (Aufnahme von 2017)

Probesitzen: Amazon-Gründer Jeff Bezos in Blue-Origin-Kapsel (Aufnahme von 2017)

Foto: Isaiah Downing / REUTERS

Amazon-Milliardär Jeff Bezos (57) will ins Weltall fliegen. "Seit meinem fünften Lebensjahr träume ich davon, ins All zu reisen. Am 20. Juli werde ich diese Reise mit meinem Bruder unternehmen", schrieb Bezos am Montag bei Instagram. Dazu veröffentlichte der Gründer des Internetkonzerns ein Video, in dem er von seiner Faszination für das Weltall schwärmt und seinen Bruder fragt, ob er mit ihm auf den ersten bemannten Flug seiner Weltraumfirma Blue Origin kommen will. Am 5. Juli will Bezos den Chefposten von Amazon an seinen Nachfolger Andy Jassy übergeben.

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Für denselben Flug lässt Bezos ein Ticket versteigern. Das letzte Gebot für einen Sitz in der Astronautenkapsel, die große Panoramafenster hat und in der sechs Menschen Platz finden, steht bei 2,8 Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro). Nach Angaben von Blue Origin beteiligten sich bislang mehr als 5200 Bieter aus 136 Ländern. Die Auktion läuft bis zum 12. Juni, das Finale soll live übertragen werden. Wer auf den übrigen freien Sitzen Platz nehmen soll, ließ das Unternehmen am Montag offen. Der rund zehnminütige Flug soll die Crew in eine Höhe von etwas mehr als 100 Kilometern bringen. Ab diesem Abstand zur Erdoberfläche beginnt nach Definition des Luftsportverbands Fédération Internationale Aéronautique der Weltraum, alles darunter gehört nach dieser Regel noch zur Atmosphäre.

Wettrennen mit Richard Branson und Elon Musk

Falls der Erstflug am 20. Juli gelingt, dürfte Blue Origin die Ära des kommerziellen Weltraumtourismus eröffnen. Zwei weitere Milliardäre sind mit ihren eigenen Unternehmen im Rennen: Richard Branson (70) mit Virgin Galactic und Elon Musk (49) mit SpaceX. Virgin nahm seit Mai wieder einige Testflüge auf, die nach der von Virgin und der US-Raumfahrtbehörde Nasa gebrauchten Definition mit mehr als 50 Meilen (gut 80 Kilometer) über dem Meeresspiegel ins All führen, aber noch unterhalb der von Blue Origin angeführten 100-Kilometer-Linie bleiben - es ist also Ansichtssache, ob sie als Weltraumflüge zählen. Bevor der reguläre Betrieb aufgenommen werden kann, sind noch weitere Tests geplant. An einem dieser Flüge will laut dem Raumfahrtblog "Parabolic Arc"  Branson persönlich teilnehmen - der ursprünglich allgemein für das zweite Halbjahr angepeilte Flug sei nach Bezos' Ankündigung auf das Wochenende um den 4. Juli, den US-Unabhängigkeitstag, gelegt worden. Branson könnte danach in Anspruch nehmen, zuerst oben gewesen zu sein. Offiziell terminiert ist jedoch nichts. Musks Firma will Ende des Jahres die ersten zahlenden Astronauten mitnehmen.

Virgin Galactic schien lange weit voraus und hatte bereits einen Weltraumbahnhof in der Wüste New Mexicos eingeweiht sowie hunderte Tickets je 250.000 Dollar verkauft, bevor 2014 ein Testflugzeug verunglückte. Zuvor sind bereits einige zahlende Fluggäste ins All geflogen, zumeist mit regulären Forschungsflügen der russischen Weltraumagentur Roskosmos zur Internationalen Raumstation.

Bezos hatte Blue Origin vor rund 20 Jahren gegründet. Mitte April hatte die Firma ihre "New Shepard" genannte Rakete mit Astronautenkapsel zuletzt getestet. Dabei erreichte sie eine Höhe von rund 105 Kilometern, bevor sie zur Erde zurückkehrte. Erstmals probten dabei auch Mitarbeiter der Firma vor dem Start und nach der Landung einige Aufgaben von Astronauten. Der eigentliche Testflug blieb aber unbemannt - mit Menschen an Bord ist die "New Shepard" bislang noch nie geflogen.

ak/dpa-afx, Reuters
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