Alibaba-Gründer abgelöst Jack Ma ist nicht mehr der reichste Mann Chinas

Jahrelang war Jack Ma ganz oben auf der chinesischen Reichenliste. Nun hat der in Ungnade gefallene Alibaba-Gründer diesen Status verloren. Die neue Nummer eins wurde auch mit Impfstoffen reich.
Alibaba-Grüner Jack Ma vor einigen Jahren in New York: Vermögen um mehr als ein Fünftel vermehrt, aber dennoch nicht mehr der reichste Mensch Chinas

Alibaba-Grüner Jack Ma vor einigen Jahren in New York: Vermögen um mehr als ein Fünftel vermehrt, aber dennoch nicht mehr der reichste Mensch Chinas

Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERS

Jack Ma (56) ist einer Studie zufolge nicht mehr der reichste Chinese. Der Gründer des Onlinekonzerns Alibaba und des Finanzkonzerns Ant Group rutschte auf den vierten Platz der "Hurun Global Rich List" ab, der chinesischen Version der "Forbes"-Liste der Superreichen. In den beiden Vorjahren stand Ma mit seiner Familie noch ganz oben. Obwohl er sein Vermögen um 22 Prozent auf fast 56 Milliarden Dollar steigern konnte, verlor er diesen Spitzenplatz nun.

  • Neue Nummer eins der chinesischen Reichenliste ist demnach Zhong Shanshan (66), der den Lebensmittelkonzern Nongfu Spring und den Impfhersteller Beijing Wantai Biological Pharmacy kontrolliert. Sein Vermögen wird auf 550 Milliarden Yuan (rund 85 Milliarden Dollar) geschätzt.

  • Auf dem zweiten Platz folgt Pony Ma (49), der Hauptaktionär des Internetriesen Tencent. Er steigerte der Liste zufolge sein Vermögen um 70 Prozent auf gut 74 Milliarden Dollar.

  • Drittreichster Chinese ist Collin Huang (41), Gründer und Chef des E-Commerce-Unternehmens Pinduoduowie, mit einem Plus von 283 Prozent auf umgerechnet knapp 70 Milliarden Dollar.

  • Zhang Yiming (37), der Gründer von ByteDance – dem Mutterkonzern des weltweit vor allem bei jungen Leuten gefragten sozialen Netzwerks TikTok – ist der fünftreichste Chinese. Sein Vermögen wird auf 54 Milliarden Dollar geschätzt.

Im vergangenen Jahr hatte Ma Ärger mit den chinesischen Behörden bekommen. Seine Ablösung als reichste Person des Landes erfolgte, "nachdem Chinas Regulierungsbehörden die Ant Group und Alibaba wegen kartellrechtlicher Probleme zügelten", wie es im Hurun-Bericht heißt. Die Aufsichtsbehörden hatten dem 37 Milliarden Dollar schweren Börsengang von Ant in Shanghai und Hongkong einen Riegel vorgeschoben. Es hätte der größte Börsengang der Welt werden sollen.

Ma war nach dem gescheiterten Börsengang von Ant im vergangenen Herbst für fast drei Monate von der Bildfläche verschwunden. In einer Rede hatte er damals die Aufsichtsbehörden in China kritisiert. Es gab zahlreiche Spekulationen über seinen Verbleib. Im Januar meldete er sich schließlich in einem 50-sekündigen Video seiner Stiftung zu Wort, in dem er sich an Lehrer in ländlichen Gebieten wandte. Beobachter konnten nicht zuordnen, an welchem Ort das Video aufgenommen wurde.

cr, fdi/Reuters
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