Studie Fünf Fakten, die Sie noch nicht über Superreiche wussten

Nach reich kommt superreich. Doch wie viele Milliardäre gibt es weltweit? Wie viele von ihnen sind verheiratet - und in welcher Generation wird der Reichtum, zumindest statistisch gesehen, wieder verspielt?
Von Arne Gottschalck

Hamburg - Hinter dem kryptischen Kürzel HNWI (High Net Worth Individuals) verbirgt sich vor allem eines - viel, viel Geld. Im Falle einer Untersuchung des global aktiven Analysehauses Cerulli Associates sind es Milliardäre, eben High Networth Individuals. Menschen also, die mehr als eine Milliarde Dollar besitzen.

Davon gibt es weltweit eine ganze Menge. 1587 hat Cerulli gezählt. Diese Superreichen sind natürlich nicht gleichermaßen verteilt: Sie finden sich bevorzugt in bestimmten Regionen. Einige zum Beispiel in Brasilien, andere in England. All diese Superreichen eint eines - Interesse an Geld. Wie lässt es sich bewahren, wie lässt es sich vermehren? Für Cerulli ist die Untersuchung deswegen kein Selbstzweck, sondern Kalkül.

Denn Finanzhäuser weltweit suchen händeringend nach der raren Spezies, den Supereichen. Ihnen kann eine private Vermögensverwaltung angeboten werden; ein lukratives Geschäft für Finanzinstitute. Zuvor müssen sie allerdings 2500 Dollar für die Studie zahlen. manager magazin online konnte einen Blick auf das Medienexemplar werfen.

In welchen Ländern leben die meisten Superreichen?

Amerika: Nicht nur "home of the brave", sondern auch Heimat vieler Superreicher - laut Cerulli-Studie

Amerika: Nicht nur "home of the brave", sondern auch Heimat vieler Superreicher - laut Cerulli-Studie

Foto: Corbis

In den USA leben 492 Milliardäre, das bedeutet den Spitzenplatz. In China sind es bereits 152 - die aufstrebende Wirtschaftsmacht hat sich damit Platz 2 im Ranking gesichert. Drittplatziertes Land ist Russland - mit 111 Milliardären, so Cerulli.

In welchen Städten leben die meisten Superreichen?

Schöner shoppen in London: Die New Bond Street lädt zum Verweilen ein - und zum "credit card bashing", dem Plündern der Kredtlinie. Für Superreiche ist der Spielraum jedoch groß

Schöner shoppen in London: Die New Bond Street lädt zum Verweilen ein - und zum "credit card bashing", dem Plündern der Kredtlinie. Für Superreiche ist der Spielraum jedoch groß

Foto: Oli Scarff/ Getty Images

Die Ferrari-Dichte im Verkehrsgewimmel einer Stadt mag einen vagen Hinweis liefern, wie viele Superreiche dort ihr Domizil haben. Doch diesen können sich schon profane Millionäre leisten. Cerulli hat deshalb etwas genauer recherchiert: In London leben laut der Studie 72 Milliardäre (somit ist London die Lieblingsstadt der Hochfinanz), in Moskau sind es 48 (Platz 2) und in New York 43 Milliardäre.

Was eint die Superreichen?

Zweisamkeit: Die meisten Superreichen sind verheiratet

Zweisamkeit: Die meisten Superreichen sind verheiratet

Foto: Corbis

95 Prozent der Superreichen sind verheiratet - genauer 95 Prozent von denen, die den Reichtum aufbauen. 91 Prozent der Erben sind verheiratet. "Es handelt sich also nicht um High Networth Individuen, sondern um High Networth-Familien", sagt Barbara Wall, Europe Research Editor von Cerulli. Das bedeutet: Um die Vermögensverwaltung der Klientel kümmert sich in der Regel ein "Family Office".

Wie schnell wird Reichtum verbraucht?

Eike Batista: Alles weg, scheint der nonchalant lächelnde Brasilianer zu sagen. Verarmt ist der Unternehmer indes nicht

Eike Batista: Alles weg, scheint der nonchalant lächelnde Brasilianer zu sagen. Verarmt ist der Unternehmer indes nicht

Foto: © Fred Prouser / Reuters/ REUTERS

Riesen-Reichtum vergeht überraschend schnell. Es gibt eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass ein über Generationen erarbeiteter Reichtum in der zweiten Generation erschöpft ist, hat Cerulli herausgefunden. In der dritten Generation liegt die Wahrscheinlichkeit bei 90 Prozent. Der Tod des Ehepartners und Erbstreitigkeiten können zum Beispiel dazu beitragen.

Der Absturz kann sogar noch schneller gehen - Eike Batista war vor wenigen Jahren noch ein brasilianischer Milliardär - nun ist er nur noch ein brasilianischer Millionär. 300 Millionen Dollar soll er noch besitzen, schätzt Cerulli. Batista wird es verschmerzen.

offshore-Paradiese: Wo fließt das Geld der superreichen Südamerikaner hin?

Miami: Abseits der pastellfarbenen Strandpromenade ist Florida auch ein wichtiger Bankenstandort - für reiche Südamerikaner

Miami: Abseits der pastellfarbenen Strandpromenade ist Florida auch ein wichtiger Bankenstandort - für reiche Südamerikaner

Foto: Corbis

Gerade unter Südamerikas Superreichen wird Geld oftmals "offshore" geparkt - vor allem in den USA, genauer Miami und New York. In Brasilien machen diese Konten oftmals 20 Prozent des Vermögens der Superreichen aus, in Mexiko 10 Prozent - und in Argentinien 80 Prozent, so die Cerulli-Studie.

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