Prozessbeginn für Boris Becker Ein letztes Finale in London

Boris Beckers Finanzprobleme beschäftigen seit Jahren die Öffentlichkeit. Jetzt kommt es in London zum Showdown.
Muss sich in London vor Gericht verantworten: Ex-Tennisstar Boris Becker

Muss sich in London vor Gericht verantworten: Ex-Tennisstar Boris Becker

Foto: Peter Kneffel / dpa

Es wird ernst für Boris Becker vor dem Southwark Crown Court - ab Montag muss sich das deutsche Tennis-Idol vor dem Londoner Gericht verantworten. Dem 54-Jährigen, der in seiner großen Sportlerkarriere unter anderem sechs Grand-Slam-Turniere gewann, wird mangelnde Kooperation in seinem Insolvenzverfahren vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen Becker bis zu sieben Jahre Haft. Er weist die Vorwürfe zurück.

"Ich bin froh, dass der Prozess jetzt endlich losgeht und das Gericht ein Urteil sprechen wird. Die vergangenen fünf Jahre waren verdammt lang, die härtesten meines Lebens", sagte Becker zuletzt der "Bild am Sonntag". Ursprünglich sollte das Verfahren bereits im September des vergangenen Jahres beginnen. Es wird erwartet, dass es mehrere Wochen andauert.

Becker ist angeklagt, unter anderem Vermögenswerte und Besitztümer in seinen Angaben unterschlagen und Informationspflichten nicht eingehalten zu haben. Dabei geht es Medienberichten zufolge auch um die Trophäe, die er 1985 in Wimbledon gewann . 2017 war der heutige TV-Experte von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Zwei Jahre später wurden zahlreiche Pokale und andere Erinnerungsstücke aus Beckers Karriere in einer Zwangsversteigerung für mehr als 750.000 Euro veräußert.

Becker sagte nun, er habe "großen Respekt" vor dem Prozess: "Bin ich angespannt? Ja. Bin ich manchmal auch nervös? Ja. Aber ich bin nicht panisch. Wir, meine Anwälte und ich, sind bestens vorbereitet. Ich werde persönlich versuchen, die Vorwürfe bei jedem der 24 Anklagepunkte widerlegen zu können."

Becker hatte bereits in der Vergangenheit rechtliche Schwierigkeiten. Im Jahr 2002 wurde er von einem deutschen Gericht wegen Steuerhinterziehung in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt.

cr/ SID