Fußball-WM Die Mächtigen vor der WM-Glotze

Zur Fußball-WM finden sich die Mächtigen der Welt vor dem TV-Gerät ein - zufälligerweise ist häufig eine Kamera dabei. manager magazin wirft einen Blick auf die Twitter-Fotos fußballbegeisterter Politiker. Zu sehen sind Sieger, Störer und Rudelgucker.

Hamburg - Angela Merkel hat es gut: Regelmäßig besucht sie Deutschlands Nationalmannschaft in der Kabine. Das öffentlich gepflegte gute Verhältnis zu ihren Fußballern pflegt Merkel auch bei Twitter - so verbreitete Regierungssprecher Steffen Seibert erst kürzlich ein Mannschaftsfoto mit Mutti über den Kurznachrichtendienst.

Mittendrin statt nur dabei: Die Frau in Rot

Mittendrin statt nur dabei: Die Frau in Rot

Foto: Twitter/ RegSprecher

Doch auch Politiker, die ihren Teams nicht nah genug für einen Selfie stehen, nutzen Twitter, um die Welt darüber zu informieren, dass auch sie, ja, tatsächlich, Fußball gucken. Ganz unabhängig von der nationalen oder politischen Gesinnung lassen sich im politischen Business ganz unterschiedliche Guck-Typen definieren - ein Überblick.

Der Rudelgucker: Belgiens Premier Elio die Rupo

Elio di Rupo: Finden Sie den Premier - ja, es ist dieser entspannt lächelnde Herr mitten unter uns

Elio di Rupo: Finden Sie den Premier - ja, es ist dieser entspannt lächelnde Herr mitten unter uns

Volksnähe demonstriert Belgiens Premierminister Elio di Rupo: Das Achtelfinalspiel der "Roten Teufel" gegen die USA verfolgte er vor einer Großbildleinwand. Di Rupos Tweet zeigt zweierlei: Wer es sich weder mit flämischen noch mit frankophonen Wählern verscherzen will, hashtagt mehrsprachig. Und echten Fans ist die Leinwand wichtiger als die Kameralinse.

Der Störer: François Hollande

François Hollande: Schwätzchen mit dem Nebenmann

François Hollande: Schwätzchen mit dem Nebenmann

Distinguierter gibt sich François Hollande. Schwere Vorhänge, Kristallleuchter und Ornamente an den Wänden zieren den Élysée-Palast, wohin Frankreichs Präsident zum Niederlage-gegen-Deutschland-Gucken geladen hatte. Die Atmosphäre, so zeigt ein vine-Video des Palasts, leidet allerdings unter dem Gastgeber: Zuerst läuft Hollande durch's Beamerbild; und dann schwatzt Monsieur auch noch mit seinem Nebenmann.

Der Kapitän: Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto

Enrique Peña Nieto (hinten in der Mitte): Jubeln wie der Präsident

Enrique Peña Nieto (hinten in der Mitte): Jubeln wie der Präsident

Foto: Enrique Peña Nieto / Twitter

Auch in Mexiko guckt der Präsident im Kreise seiner Lieben. Enrique Peña Nieto (die dritte grüne Krawatte von rechts) verzichtet zwar wie Hollande aufs Trikot, zeigt dafür aber seine Kapitänsqualitäten: Sowohl beim Dress-Code wie auch bei der Jubelgeste hat er seine Mannschaft beim 1:0 gegen Kamerun einwandfrei im Griff.

Der Sieger!!!!!: Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos

Juan Manuel Santos: Gelb gewinnt

Juan Manuel Santos: Gelb gewinnt

Noch besser präsentiert sich Amtskollege Juan Manuel Santos aus Kolumbien. Der Präsident feiert, schreit, gestikuliert - und trägt dabei auch noch Trikot. Als echter Twitter-Profi weiß Santos zudem: Nicht etwa Hashtags, sondern Ausrufezeichen vermitteln im Internet Emotionen. Wie wäre es zusätzlich noch mit ein, zwei :-D :-D :-D ?

Der Überraschte: Costa Ricas Präsident Luis Guillermo Solís

Luis Guillermo Solís (ganz links): Perfektes Fan-Outfit

Luis Guillermo Solís (ganz links): Perfektes Fan-Outfit

Ohnehin regiert in Süd- und Mittelamerika die Emotion den Fußball. Bestes Beispiel: Costa Ricas Präsident Luis Guillermo Solís - der Herr ganz links. Auf zahlreichen Twitter-Fotos feiert Solís sein Überraschungsteam - und könnte mit seinem Outfit auch auf jedem Campingplatz reüssieren. Teamausstatter Lotto hat erst kürzlich bekanntgegeben, mit der Produktion der WM-Trikots der "Ticos" der enormen Nachfrage hinterherzulaufen. Selbst für den Präsidenten gab es das Dress anscheinend nur noch eine Nummer zu klein.

Der Diplomat: Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier versteckt sein Bier

Frank-Walter Steinmeier versteckt sein Bier

Der Solís-Look mit Trikot und Mütze ist andernorts völlig undenkbar. Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch beim temporären Feind - in der ghanaischen Botschaft - immerhin Krawatte gegen Schal getauscht. Weiteres Zugeständnis an die breite Fußballmasse: Ein Plastikbecher voll mit einem gelblichen schäumenden Getränk. Nicht, dass jemand auf die Idee kommt, das Bild des Auswärtigen Amts mit #wohlstandssozi zu retweeten.

Der American Footballer: Barack Obama

Barack Obama: Kühler Analytiker

Barack Obama: Kühler Analytiker

Bier steht in der Air Force One nicht auf dem Tisch. Immerhin verfügt das Flugzeug des US-Präsidenten über einen Konferenzraum mit Fernseher und Chips. Beim Spiel gegen Deutschland gibt Barack Obama den "Denker" von Rodin - nachdenklicher Blick, die Hand analytisch vor's Gesicht gehalten. Ob der Präsident sich fragt, wann der nächste Touchdown-Pass geworfen wird?

Die Ex-Weltmeister: Dilma Rousseff, Matteo Renzi und David Cameron

Dilma Rousseff gibt sich kämpferisch

Dilma Rousseff gibt sich kämpferisch

Was verbindet Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Italiens Ministerpräsidenten Matteo Renzi und Englands Premier David Cameron? Alle drei Ex-Weltmeister sind bei Twitter aktiv, haben sich bislang mit Fußballguck-Fotos aber zurückgehalten. Für Renzi und Cameron ist der Zug ohnehin lange abgefahren, Rousseff verbreitet vor dem Halbfinale gegen Deutschland immerhin noch kämpferische Durchhaltegesten. Ex-Weltmeister bleibt sie trotzdem.

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