Geld ausgeben mit Sir Paul Smith "Einen Computer besitze ich gar nicht"

Statt Radprofi wurde Paul Smith der erfolgreichste Modeunternehmer Großbritanniens mit fast 2000 Verkaufsstellen weltweit. Der 68-Jährige über privaten Luxus im "Splendid"-Protokoll.
Von Paul Smith
Designer Sir Paul Smith: "Sieben Räder habe ich in Italien, 14 im Büro, drei im Keller, je eins in Paris …"

Designer Sir Paul Smith: "Sieben Räder habe ich in Italien, 14 im Büro, drei im Keller, je eins in Paris …"

Foto: DPA

"Schlafen ist für mich verschwendete Lebenszeit. Deshalb stehe ich morgens sehr früh auf. Ich wohne in West-London und gehe jeden Tag um fünf Uhr in den Royal Automobile Club schwimmen, das ist ein alter Gentlemen's Club. Nur zehn oder 15 Minuten lang, um sechs Uhr bin ich schon im Büro und lege erst mal eine meiner Vinylplatten auf. Jazz von Herbie Hancock, momentan auch gern die Basement Tapes von Bob Dylan. Ich habe mindestens 3000 Platten.

Musik und Bands haben mich immer geprägt. Mit 18 fing ich an, auf kleine Konzerte zu gehen, lernte Eric Clapton, Jimmy Page und Rod Stewart kennen. Sie kauften mir meine ersten T-Shirts ab, die ich in der Garage meiner Eltern selbst bedruckt hatte.

Manchmal laden mir Mitarbeiter auch Musik auf mein iPhone, mit dem ich nur selten telefoniere. Meine Nummer haben bloß acht Leute. Einen Computer besitze ich gar nicht, ich schreibe Briefe. Und mache Fotos, meistens mit meiner Canon. Als ich elf war, hat mir mein Vater die erste Kamera geschenkt und mir beigebracht, genau hinzuschauen.

Ich bin ein neugieriger Typ, der sich seit vier Jahrzehnten in einer kreativen Szene bewegt. Da muss man alles mitkriegen - und Energie haben. Ich liebe es, viel zu arbeiten, Dinge aufzusaugen. Ich horte Tausende von Büchern über Design, Kunst und Architektur, und ich kaufe viel Kunst und Fotografien für mich und meine Geschäfte. In Tokio betreibe ich sogar eine kleine Galerie und 19 Shops.

Wenn ich dort bin, wohne ich stets im Park Hyatt und arbeite bis spät abends. Während ich zu Hause einmal pro Woche zum Dinner gehe - etwa ins River Café -, esse ich in Tokio meist auf dem Zimmer. Zu den Buchläden Toto und Flying Books schaffe ich es trotzdem immer.

Mini Cooper im Design von Paul Smith

Mini Cooper im Design von Paul Smith

Foto: Mini

Ansonsten gebe ich nicht viel Geld aus, ich fahre einen Mini, besitze ein Haus in der Toskana, spende und fahre seit meinem zwölften Lebensjahr Rad. Vor allem im Sommer mit meinem Lieblingsstück, dem von Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins. Ich habe auch ein Rad von Rennprofi Mark Cavendish.

Weitere sieben Exemplare stehen in Italien, 14 im Büro, drei im Keller, je eins in Paris und Tokio. Ich sammle auch die Trikots der Champions und entwerfe Radmode. Aber wenn ich selbst fahre, trage ich einfache Shorts, Shirts und Adidas- Sneakers. Für die Lycra-Sachen fühle ich mich nicht gut genug. Ich bin ja schließlich kein Profi."

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