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Kontaktperson: Carsten Kratz hat die Unternehmensberatung BCG in Deutschland sechs Jahre geleitet, bis er 2019 zu Bridgepoint (Private Equity) wechselte
Kontaktperson: Carsten Kratz hat die Unternehmensberatung BCG in Deutschland sechs Jahre geleitet, bis er 2019 zu Bridgepoint (Private Equity) wechselte
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Thomas Pirot für manager magazin

Von BCG zu Private Equity Was macht eigentlich Carsten Kratz?

Der frühere Beraterstar kauft jetzt Firmen für die Private-Equity-Gesellschaft Bridgepoint. Und netzwerkt wie eh und je.
Von Dietmar Student aus manager magazin 11/2020

Er ist auf dem Weg nach Raubling, will mal nach dem Rechten sehen. Es ist sein erster Deal, die PharmaZell GmbH, mit Sitz in der Kleinstadt bei Rosenheim. Den Wirkstoffhersteller hat Carsten Kratz (53) für die Private-Equity-Firma Bridgepoint im Februar für 600 Millionen Euro gekauft. "Es hätte nicht viel besser laufen können", sagt er. "Ich war ja erst vier Monate dabei."

Zuvor war der Mann sechs Jahre lang das Gesicht der Boston Consulting Group (BCG) in Deutschland, der – hinter McKinsey – zweitgrößten Unternehmensberatung. In dieser Zeit hat er den Umsatz nahezu verdoppelt, auf eine knappe Milliarde Euro. Und dabei den jugendlichen Charme (das Bubenlachen inklusive) nicht verloren. Ende September 2019 ging er, nach fast 30 Jahren Betriebszugehörigkeit. Der für ihn geschaffene Posten des nationalen Chairman war nichts für ihn. "Mit 58 hätte ich daran für ein paar Jahre Freude gehabt," sagt er heute. Aber mit Anfang 50? Da sollte noch mal was Richtiges kommen, fand er. Kam dann auch.

Carsten Kratz (l.) mit Autorin Miriam Meckel und Siemens-Chef Joe Kaeser: Bei Bridgepoint hilft ihm sein dichtes Beziehungsgeflecht in der Konzernwelt

Carsten Kratz (l.) mit Autorin Miriam Meckel und Siemens-Chef Joe Kaeser: Bei Bridgepoint hilft ihm sein dichtes Beziehungsgeflecht in der Konzernwelt

Foto: Frank Beer

Nun ist er bei Bridgepoint "Head of DACH", höher kann ein Mensch eigentlich nicht steigen; DACH, logo, ist die Kurzform für Deutschland, Österreich, Schweiz. Während er bei BCG am Ende der Woche bilanzierte, wie viele Projekte er verkauft hat, ist für ihn bei Bridgepoint schon dann ein gutes Jahr, wenn er eine einzige Transaktion gestemmt hat, bei zweien kommt man aus dem Champagnerköpfen gar nicht mehr heraus: "Daran habe ich mich erst gewöhnen müssen."

Er ist kein Weltenbummler. Der Lebensmittelpunkt bleibt Frankfurt, hat ihm seine Frau für die weitere Karriereplanung vorgegeben. Auch seine beiden Kinder, vor Master- respektive Bachelor-Abschluss, fühlen sich dort wohl. So kann Kratz sein lokales Netzwerk pflegen. Er kennt ja nicht nur die Großkonzerne (Siemens, Lufthansa, BMW), sondern sitzt auch im Verwaltungsrat der renommierten Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und dem Beirat von Eintracht Frankfurt. Zeit für Zweite-Heimat-Urlaube ist auch. Kratz wuchs in der Nähe von Varese auf; man trifft sich im Ferienhaus auf Sardinien.

Und BCG, seine erste Liebe? Als Alumni hält er engen Kontakt. Noch mehr wird geschätzt: Er mandatiert die Berater, etwa bei Such- und Kaufprozessen. Erst gestern habe er mit Ex-Kollegen zusammengesessen – von Berufs wegen natürlich.

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