Mittwoch, 13. November 2019

Fragwürdiges Verhalten des Ex-Tennisstars Insolvenzauflagen gegen Boris Becker um zwölf Jahre verlängert

Boris Becker in London: Will sich der Ex-Tennisstar künftig mehr als 500 Pfund (580 Euro) leihen, muss er den Darlehensgeber über seinen Statur informieren
Steven Paston/PA Wire/dpa
Boris Becker in London: Will sich der Ex-Tennisstar künftig mehr als 500 Pfund (580 Euro) leihen, muss er den Darlehensgeber über seinen Statur informieren

Die Insolvenz von Boris Becker mausert sich zur unendlichen Geschichte: Die zuständige britische Behörde hat jetzt Auflagen gegen den ehemaligen Tennisstar um weitere zwölf Jahre verlängert. Das teilte der Insolvency Service am Dienstagabend auf der Webseite der britischen Regierung mit.

Demnach muss sich der 51-Jährige bis zum 16. Oktober 2031 bestimmten Einschränkungen für zahlungsunfähige Personen in Großbritannien unterwerfen. Dazu gehört beispielsweise die Pflicht, ab einer Darlehenshöhe von 500 Pfund (ca. 580 Euro) den Darlehensgeber über seinen Status zu informieren.


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Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser teilte auf Anfrage mit, Becker habe "der Verlängerung einzelner Insolvenzauflagen bis 2031 einvernehmlich zugestimmt". Das bedeute aber nicht, "dass sich das gesamte private Insolvenzverfahren bis 2031 verlängert".

Als Begründung für die Verlängerung der Insolvenzauflagen hieß es, der dreimalige Wimbledon-Sieger habe Transaktionen aus der Zeit vor und nach dem Insolvenzverfahren in Höhe von 4,5 Millionen Pfund (umgerechnet rund 5,2 Millionen Euro) nicht ordnungsgemäß gemeldet. Die Auflagen können erlassen werden, wenn das Verhalten des Schuldners in einem Konkursverfahren als unehrlich oder leichtsinnig eingestuft wird. Ein Sprecher der Insolvenzbehörde sagte, Becker sei mit dem Schritt einer möglichen gerichtlichen Anordnung zuvorgekommen.

Becker soll seinen Gläubigern "keinen weiteren Schaden zufügen"

Becker-Anwalt Moser merkte dazu an, der ehemalige Tennisprofi habe dem Insolvenzverwalter keine Vermögenswerte "unterschlagen oder verheimlicht". Er habe diese Vermögenswerte - "die ihm allerdings nach seiner Auffassung gar nicht zustehen" - lediglich zu spät angegeben.

Becker war 2017 von einem britischen Gericht wegen unbeglichener Schulden für zahlungsunfähig erklärt worden. Eigentlich können Insolvenzverfahren in Großbritannien bereits nach einem Jahr abgeschlossen werden. "Aber aufgrund der Art der Handlungen von Boris Becker hat der Insolvenzverwalter die Ausweitung der Beschränkungen angestrebt, um zu verhindern, dass Herr Becker seinen Gläubigern weiteren Schaden zufügt", hieß es in der Mitteilung der Behörde.

Um einen Teil der Schulden zu begleichen, waren im Sommer zahlreiche Trophäen und andere Erinnerungsstücke aus der erfolgreichen Karriere Beckers zwangsversteigert worden. Die Auktionen brachten insgesamt mehr als 750.000 Euro ein. Erst vor Kurzem hatte Becker im Interview mit der Bild am Sonntag noch seine Hoffnung geäußert, bis Ende des Jahres schuldenfrei zu sein.

mg/dpa-afx, sid

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