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Bildband "Stars on Board": Segeln und gesehen werden

Foto: Stephane Cardinale / Sygma / Corbis

Bildband "Stars on Board" Die baden auch nur mit Wasser

Seitensprung, Karrierekrise, Drogengerüchte? Auf ans Meer! Wenn Prominente gut Wetter machen wollen, präsentieren sie sich gerne am Wasser. Der Bildband "Stars on Board" zeigt, wie man's richtig macht - oder besser nicht.

Wasser, Strand und schöne Boote - diese Szenerie steht für Urlaub, Erholung, Entspannung. Bei den meisten Menschen lösen Aufnahmen von Menschen am Meer deshalb automatisch positive Gefühle aus - ein Mechanismus, den Prominente und ihre Berater für sich zu nutzen wissen.

Beim Fremdgehen erwischt? Schnell mit der Familie an den Strand! Politische Krise? Auf zum entspannten Angelausflug! Drogengerüchte, Gewaltvorwürfe, Sexskandal? Ein Segeltörn bringt die Wende! Immer vorausgesetzt, für Fotografen ist gesorgt. Sind sie nicht am Ort, um das Inszenierte festzuhalten, ist alle Mühe umsonst. Sind sie zugegen, gilt es, sich richtig zu verhalten, um nicht mit unfreiwilligen Busenblitzern und anderen Peinlichkeiten ein weiteres PR-Desaster auszulösen.

Wer lernen will, wie man's richtig macht - oder wie besser nicht -, sollte sich den Bildband "Stars on Board" zulegen, der eine kleine Auswahl an gelungenen und weniger gelungenen Aufnahmen von Ausflügen aufs Wasser versammelt. Von Prinzessin Diana über Al Capone zu John F. Kennedy, Angelina Jolie und Angela Merkel.

Royals, Hollywoodstars, Schickimicki-Volk und Intellektuelle

Unterteilt in die Kategorien "Gekrönte Häupter", "Geldadel", "Reich und Schön", "Kluge Köpfe" und "Film ab" bietet das Buch Stoff für Klatschfans, Bootsexperten, Foto- und Filmfreunde sowie Geschichtsinteressierte. Wer will, kann sich durch Zuhalten der Bildunterschriften den Spaß machen zu rätseln, welche Anekdote hinter welcher Aufnahme steckt, und später die - teils sehr knappe - Auflösung nachlesen.

Die Autoren bezeichnen Boote und Schiffe als "schönste Bühne der Welt". Tatsächlich - und das ist wohl die wichtigste Botschaft des Buches - ist die Präsentation am und auf dem Wasser sehr viel sicherer, als darin zu planschen.

Wer sich vor Kameras in die Wellen wagt, gibt die Kontrolle über die Situation an die Natur ab. Ein unerwartet starker Brecher kann einen Teil des Körpers entblößen, den man lieber verhüllt präsentiert hätte. Mancher wird gar ganz von einer Woge aus dem Stand gerissen, was den Eindruck einer starken Physis - dem der Ausflug ans Meer mitunter ja auch dienen soll - konterkariert.

Auf einem Boot muss sich keiner diese Blöße geben: Man bleibt auf dem Trockenen und kann sich trotzdem im Schein des Wassers sonnen. Der Wind zerzaust zwar das Haar, färbt die Wangen rosig und zerrt an den Kleidern, aber nur in dem Maße, dass es sympathisch wirkt und nie beschämend - genau so, wie es den PR-Beratern gefällt. Und wenn der eine oder andere Prominente dann doch mal aus der Rolle fällt, ist das sichere Ufer meist nicht weit.

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