Rajat Gupta Ex-Chef von McKinsey stellt sich der Polizei

Ein langjähriger Freund des wegen Insiderhandels verurteilten Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam hat sich der Polizei gestellt. Rajat Gupta, Ex-Chef der Unternehmensberatung McKinsey und ehemals im Verwaltungsrat von Goldman Sachs, soll Rajaratnam Insidertipps gegeben haben. Der 62-Jährige beteuert aber seine Unschuld.
Sieht sich zu Unrecht verfolgt: Rajat Gupta

Sieht sich zu Unrecht verfolgt: Rajat Gupta

Foto: ERIC PIERMONT/ AFP

New York - Raj Rajaratnam war Mitte Oktober wegen Insidergeschäften zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden - eine der höchsten Strafen, die in den USA wegen dieses Delikts jemals verhängt wurden. Der heute 53-Jährige hatte den Galleon-Hedgefonds gegründet und wurde für schuldig befunden, zwischen 2003 und 2009 millionenschwere Insidergeschäfte gemacht zu haben. Damit soll er rund 72 Millionen Dollar verdient haben.

Schon während des Prozesses gegen Rajaratnam im Mai hatte der Chef der Investmentbank Goldman Sachs , Lloyd Blankfein, ausgesagt, dass Aufsichtsrat Gupta in Gesprächen mit Rajaratnam seine Verschwiegenheitspflicht gebrochen habe. Die Börsenaufsicht SEC warf Gupta vor allem vor, er habe dem Galleon-Chef 2008 gesteckt, dass der Milliardär Warren Buffett fünf Milliarden Dollar in Goldman Sachs investieren wolle.

Gupta sah sich zu Unrecht verfolgt und verklagte seinerseits die SEC. Beide einigten sich im August, die Klagen fallen zu lassen. Dennoch gab Gupta seine Aufsichtsratsmandate ab. Gegen Gupta ermittelt weiterhin das Justizministerium in Washington als oberste Anklagebehörde des Landes.

Am Mittwoch, "morgens um 8.10 Uhr", stellte sich Gupta der Bundespolizei FBI in New York, wie diese mitteilte. Er werde im Laufe des Tages dem Richter vorgeführt. Guptas Anwalt versicherte erneut, sein Mandant sei unschuldig. Die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten seien "absolut substanzlos", erklärte er gegenüber AFP. Er habe stets ehrlich und integer gehandelt.

la/afp
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