Ehrung VW-Chef "Persönlichkeit des Jahres"

Volkswagen will seine Standorte in Brasilien mit 3,4 Milliarden Euro ausbauen, sagt VW-Chef Winterkorn. Auch damit macht er sich um die deutsch-brasilianischen Beziehungen verdient. Der deutsch-brasilianischen Handelskammer ist das eine Ehrung wert.
Blickt nach Brasilien: An den brasilianischen Standorten will VW-Chef Winterkorn in den kommenden Jahren 3,4 Milliarden Euro investieren

Blickt nach Brasilien: An den brasilianischen Standorten will VW-Chef Winterkorn in den kommenden Jahren 3,4 Milliarden Euro investieren

Foto: A3794 Peter Steffen/ dpa

Sao Paulo - Der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Martin Winterkorn, ist am Montagabend in Sao Paulo als "deutsch-brasilianische Persönlichkeit" 2011 geehrt worden. Die Auszeichnung erhielt der Konzernchef bei einer Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Sao Paulo.

Die Deutsch-Brasilianische Industrie-und Handelskammer zeichnet seit 1995 in jedem Jahr Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft beider Länder aus, die sich um die Beziehungen zwischen Deutschland und Brasilien verdient gemacht haben. Winterkorn bezeichnete die Auszeichnung als "große Ehre". Sie gelte aber vor allem den Beschäftigten des Konzerns.

Volkswagen beschäftigt in Brasilien 23.000 Mitarbeiter und will dort nach Angaben Winterkorns 3,4 Milliarden Euro bis 2016 investieren. Das Land gilt neben China, Indien und Russland zu den wichtigsten Zukunftsmärkten für VW.

"Wir sind hier seit über 50 Jahren fest verwurzelt", erklärte Winterkorn. Der 1953 gegründete Ableger VW do Brasil betreibt in dem Land inzwischen vier Werke. Volkswagen ist damit einer der größten Arbeitgeber der südamerikanischen Automobilbranche. Täglich rollen etwa 3500 Fahrzeuge in 21 verschiedenen Modellvarianten vom Band.

Der Standort Anchieta in der Nähe der Millionenmetropole São Paulo ist das älteste Auslandswerk des Konzerns. Es wurde 1959 eröffnet. Am Dienstag wollte Winterkorn dem Standort zusammen mit Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat David McAllister (CDU) einen Besuch abstatten. In Anchieta werden unter anderem die Modelle Gol, Saveiro, Parati und Polo hergestellt. VW produziert außerdem in Curitiba, São Carlos und Taubaté. In der gesamten Region werden große Zuwächse auf den Automärkten erwartet. Das Werk Pacheco in Argentinien steht am Samstag auf dem Besuchsprogramm.

"Spätestens im kommenden Jahr feiern wir 20 Millionen Volkswagen "Made in Brasil"", kündigte Winterkorn an. Bis 2015 könnten pro Jahr bis zu fünf Millionen Fahrzeuge verkauft werden. McAllister sprach von "zukunftsweisenden Initiativen" für Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz: VW do Brasil habe 120 Millionen Euro in den Bau von zwei Wasserkraftwerken mit einer Gesamtleistung von 48,2 Megawatt gesteckt, um künftig 40 Prozent des Strombedarfs mit Wasserkraft decken zu können.

rei/dapd/dpa-afx

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