Kanada-Besuch Unfreundlicher Empfang für William und Kate in Québec

Der Kanada-Besuch von Prinz William und seiner Gattin Catherine wird weiter von Protesten von Monarchiegegnern begleitet. Etwa 200 Menschen demonstrierten in Québec, wo das Paar an einer offiziellen Zeremonie teilnahm.
Prinz William und Kate: Bei ihrem zweitägigen Besuch in Québec bekamen sie die weitverbreitete Ablehnung der britischen Krone zu spüren

Prinz William und Kate: Bei ihrem zweitägigen Besuch in Québec bekamen sie die weitverbreitete Ablehnung der britischen Krone zu spüren

Foto: Chris Jackson/ Getty Images

Charlottetown - Nach ihrem von Protesten begleiteten Besuch in der französischsprachigen Provinz Québec haben der britische Prinz William und seine Frau Catherine ihre Kanada-Reise im Osten des Landes fortgesetzt. Am Sonntagabend traf das Ehepaar in Charlottetown, der Hauptstadt der Provinz Prince Edward Island, ein. Schon am Montagabend sollte es weiter in den Nordwesten des Landes gehen.

Nach ihrer Ankunft in Charlottetown begaben sich der Herzog und die Herzogin von Cambridge zu einem privaten Empfang. In der kleinsten kanadischen Provinz ganz im Osten des Landes standen ein Drachenbootrennen sowie Such- und Rettungsübungen auf dem Programm. Am Montagabend wollten William und Kate nach Yellowstone im Nordwesten Kanadas weiterreisen, wo sie Traditionen der Ureinwohner kennenlernen sollten.

Während des zweitägigen Besuchs in Québec hatten die 29-Jährigen die dort weitverbreitete Ablehnung der britischen Krone zu spüren bekommen. In Montréal protestierten am Samstag Dutzende Monarchiegegner gegen die Besucher aus Großbritannien. Den Weg von Montréal in die Provinzhaupstadt legten William und Kate in der Nacht zum Sonntag per Schiff zurück. Auch in Québec trafen sie dann auf Monarchiegegner. Etwa 200 Demonstranten versammelten sich vor dem Rathaus der Stadt, wo das Paar an einer offiziellen Zeremonie teilnahm. Die Antiroyalisten skandierten unter anderem "William, hau' ab" und "Nieder mit der Monarchie".

60 Prozent der Einwohner Québecs lehnen die britische Monarchie ab

Im Gegensatz zum Vortag in Montréal übertraf aber in Québec die Zahl der Royalfans die der Gegner, zudem drängten Polizisten die Demonstranten ab. So konnten William und Kate noch ein Bad in der Menge nehmen. Der britische Prinz hielt eine Rede auf Französisch, in der er sich für seinen Akzent entschuldigte. Währenddessen flog ein Kleinflugzeug über die Köpfe der Menschen hinweg, das ein Banner mit der Aufschrift "Lang lebe ein freies Québec" hinter sich herzog. Ob William wusste, dass dies ein Zitat von Charles de Gaulle ist, wurde nicht bekannt. Der damalige französische Staatschef hatte den Satz in einer Rede bei einem Besuch in Québec 1967 gesagt.

Die Briten hatten die ehemalige französische Kolonie Québec 1763 erobert. In der Provinz, in der 83 Prozent der Bevölkerung Französisch sprechen, ist die Ablehnung der britischen Monarchie besonders groß. Während sich einer aktuellen Umfrage zufolge landesweit rund 30 Prozent für die Kappung der Beziehungen mit der britischen Königin Elizabeth II. aussprechen, die das offizielle Staatsoberhaupt des Commonwealth-Staates Kanada ist, sind es in Québec 60 Prozent.

William und Kate besuchten in Québec unter anderem auch die Altstadt sowie ein französischsprachiges Regiment der kanadischen Armee. Im nahe gelegenen Lévis ließen sie sich von Kindern Soldatenuniformen aus der britischen Kolonialzeit vorführen. Außerdem begegneten sie einem Ureinwohner, der ihnen einen 1760 geschlossenen Vertrag zwischen seinem Volk und den Briten zeigte.

William und Catherine waren am Donnerstag zu ihrer neuntägigen Kanada-Reise, ihrer ersten offiziellen Auslandsreise, eingetroffen. Am kommenden Freitag reisen sie weiter nach Kalifornien, wo sie bis zum 10. Juli bleiben werden.

sk/afp
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