Erste offizielle Auslandsreise William und Kate besuchen Kanada

Königliche Reise in Zeiten schlechter wirtschaftlicher Lage Großbritanniens: Während das Land unter der schweren Krise ächzt, gehen Prinz William und Catherine auf ihre erste offizielle Auslandsreise. Sie werden dabei von gerade mal sieben Bediensteten begleitet.
Prinz William und Gattin Kate: Wegen der wirtschaftlichen Lage Großbritanniens werden die beiden nur von sieben Bediensteten begleitet

Prinz William und Gattin Kate: Wegen der wirtschaftlichen Lage Großbritanniens werden die beiden nur von sieben Bediensteten begleitet

Foto: AFP/ St Jamess Palace

Montréal - Eine Rodeoshow in Calgary, Spiele der Ureinwohner und ein festliches Dinner in Hollywood: Prinz William und seine Frau Catherine starten am Donnerstag zu ihrer ersten offiziellen Auslandsreise nach Nordamerika. Was sich wie eine Vergnügungsfahrt anhört, wird für die frisch geadelte Braut zur ersten großen Bewährungsprobe. Schließlich soll das Paar, dessen Märchenhochzeit am 29. April weltweit zwei Milliarden Fernsehzuschauer verfolgten, mit dem Besuch in Kanada und den USA der Monarchie neuen Schwung geben.

Auf dem Besuchsprogramm stehen die kanadische Hauptstadt Ottawa sowie Montreal und Québec, die Prinz-Edward-Inseln, Yellowknife in den Nordwest-Territorien und Calgary in der Provinz Alberta. Danach geht es für zwei Tage in den US-Bundesstaat Kalifornien. Das Medieninteresse ist groß: 1300 Journalisten aus der ganzen Welt haben sich akkreditiert, deutlich mehr als die 848 bei der Visite von Königin Elizabeth im vergangenen Jahr.

Aufgrund der wirtschaftlichen Lage im Königreich reisen der Herzog und die Herzogin von Cambridge, wie sie nun offiziell heißen, mit relativ kleiner Entourage: Sieben Bedienstete, darunter der Friseur Catherines, sind dabei. Für die neuntägige Tour hat sich die 29-Jährige nach Medienberichten mit 40 neuen Kleidern eingedeckt, um bei jedem Termin eine gute Figur zu machen: "Ihr Programm wird sehr ausgewogen sein, offizielle Verpflichtungen werden sich mit Unterhaltung abwechseln und sie haben zahlreiche Gelegenheiten, Kanada und die Kanadier besser kennenzulernen", erklärt der Privatsekretär des Paares, Jamie Lowther-Pinkerton.

Ein erster Höhepunkt erwartet die frisch Verheirateten schon in Ottawa, wo sie am 1. Juli am kanadischen Nationalfeiertag teilnehmen und dort alle Besucherrekorde brechen könnten. Auf den Prinz-Edward-Inseln im Osten Kanadas treten die beiden bei einem Bootsrennen gegeneinander an, bevor zum Hummermahl geladen wird. Bei einem Übungsflug der kanadischen Luftwaffe soll Hubschrauberpilot William an einer Wasserlandung teilnehmen. In Yellowknife in den Nordwest-Territorien will der hohe Besuch mit Vertretern der Ureinwohner zusammentreffen und eine Partie Straßenhockey spielen.

Proteste der Monarchiegegner

Wildwest-Folkore erwartet die Royals in Calgary: Dort eröffnet William eine Messe mit der weltgrößten Rodeoshow, zu der jährlich Hunderttausende Westernfans kommen. Glamourös wird es auf der letzten Etappe der Reise, wenn das Paar von 8. bis 10. Juli Kalifornien besucht. In Los Angeles steht ein festliches Dinner auf dem Programm, bei dem junge britische Filmemacher mit Hollywood-Größen bekannt gemacht werden.

Nicht alle in der ehemaligen Kolonie Kanada freuen sich auf den royalen Besuch. In der französischsprachigen Provinz Québec werden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, nachdem Monarchiegegner Proteste ankündigten. "Wenn William und Catherine als britische Bürger auf Hochzeitsreise nach Québec kommen wollen und diese selbst zahlen, dann ist das überhaupt kein Problem für uns", sagte der Sprecher der Widerstandsgruppe RRQ, Patrick Bourgeois. "Aber wenn Sie auf Einladung der kanadischen Bundesregierung kommen, die die Unabhängigkeitsbewegung demütigen will, dann demonstrieren wir!"

Insgesamt soll die royale Visite die kanadischen Steuerzahler "unter zwei Millionen kanadische Dollar" (1,42 Millionen Euro) kosten, betonte der Minister für Kulturerbe, James Moore. Dass das Paar als erstes Kanada besuche, sei Beleg für die "enge Beziehung mit der königlichen Familie und eine Gelegenheit für alle Kanadier, auf ihre Traditionen, Geschichte und Institutionen stolz zu sein", erklärte Premierminister Stephen Harper. Als ehemalige britische Kolonie gehört Kanada zum Commonwealth, in dem der britische Monarch Staatsoberhaupt ist. Umfragen zufolge sind mittlerweile jedoch zwei von drei Kanadiern dafür, sämtliche institutionellen Bindungen mit der britischen Krone zu lösen.

Michel Viatteau, afp

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