US-Basketball Nowitzki zum zweiten Mal im NBA-Finale

Dirk Nowitzki hat's geschafft: Der Basketball-Superstar aus Würzburg steht mit den Dallas Mavericks zum zweiten Mal im NBA-Finale. Ganz Sport-Deutschland fiebert mit ihm, sagt Bundestrainer Dirk Bauermann.
Drei Punkte zum Sieg: Dirk Nowitzki war erneut maßgeblich am Triumph seiner Mavericks beteiligt

Drei Punkte zum Sieg: Dirk Nowitzki war erneut maßgeblich am Triumph seiner Mavericks beteiligt

Foto: MIKE STONE/ REUTERS

Dallas/Boston - Dirk Nowitzki reckte die Trophäe der Western Conference in die Höhe, doch der Superstar hat nur den Meisterring im Visier. Fünf Jahre nach der schmerzhaften Finalpleite gegen Miami im Jahr 2006 führte Deutschlands bester Basketballer seine Dallas Mavericks am Mittwochabend durch das 100:96 gegen die Oklahoma City Thunder zurück in die Endspiele der nordamerikanischen Profiliga NBA und hat nun seine zweite Chance auf den ersten Titel. "Es ist ein großartiger Erfolg, endlich wieder im Finale zu stehen. Ich hoffe nur, dass wir diesmal das Ding gewinnen, denn die Niederlage 2006 tat einfach sehr weh", sagte Nowitzki.

Die Texaner gewannen die "Best-of-Seven"-Finalserie der Western Conference mit 4:1 und treffen jetzt auf den Sieger des Duells zwischen den Miami Heat und den Chicago Bulls. Die Heat führen in der Serie mit 3:1-Siegen, das erste Finalspiel ist am kommenden Dienstag oder Donnerstag. Mit 26 Punkten war Nowitzki zusammen mit Shawn Marion einmal mehr bester Werfer der Mavericks.

Der Würzburger Kapitän brachte sein Team 74 Sekunden vor dem Ende unter dem Jubel der 20.051 Fans im ausverkauften American Airlines-Center mit einem Drei-Punkte-Wurf erstmals in der zweiten Halbzeit in Führung (95:94) und somit auf die Siegerstraße. Die 31 Zähler von Thunder-Ass Russell Westbrook blieben wertlos, Superstar Kevin Durant kam beim Aus seines Teams auf 23 Zähler.

"Langsam, langsam. Wir sind noch nicht am Ende", tönte der milliardenschwere Club-Eigentümer Mark Cuban, der die Mehrheitsanteile der "Mavs" am 4. Januar 2000 für 285 Millionen Dollar gekauft hatte. Die Halle tobte, aber die Konfettikanonen wurden nicht eingeschaltet. "Beat the Heat", skandierten die Fans, "besiegt die Heat" - in der Erwartung, dass der Meister von 2006 erneut der Finalgegner sein wird. Vor fünf Jahren hatte sich das Starensemble aus Südflorida mit 4:2-Siegen durchgesetzt.

"Willkommen zurück im Finale", titelte die Tageszeitung "Dallas Morning News" und kommentierte: "Irgendwie wird Dirk Nowitzki immer noch besser und besser." In zahlreichen US-Medien wird der Deutsche bereits mit dem legendären Larry Bird von den Boston Celtics verglichen. Die Zeitung "Fort Worth Star Telegram" nannte die Mavericks sogar das "beliebteste Basketball-Team der Welt" und "Amerika's neuen Liebling".

Mavericks-Coach Rick Carlisle warnte vor allzu großer Euphorie: "Es ist aufregend, aber meine Truppe hebt nicht ab. Wir genießen den Moment, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns." Mit seinem Trainerteam wolle er am Donnerstagabend in aller Ruhe die fünfte Partie der Serie Miami gegen Chicago anschauen und an der Strategie fürs Finale feilen. Für Shawn Marion ist die Devise jetzt schon klar: "Es geht um alles. Jetzt oder nie!"In der "Best-of-Seven"-Finalserie beginnen die Mavs auf jeden Fall mit zwei Auswärtsauftritten, ehe sie drei Heimspiele in Serie haben. Spiel sechs und sieben der Serie würden wieder auswärts stattfinden. Das NBA-Finale beginnt am 31. Mai oder 2. Juni.

"Mittlerweile fiebert ja nicht nur Basketball-Deutschland, sondern ganz Sport-Deutschland mit Dirk", schwärmte Bundestrainer Dirk Bauermann am Donnerstag von Nowitzki. "Er ist einfach ein toller Junge und absoluter Vorzeigeprofi. Er vertritt unser Land überragend. Alle drücken ihm die Daumen, dass er in dieser Saison seinen Traum wahr machen und mit den Mavs die NBA-Meisterschaft holen kann."

Von Heiko Oldörp, dpa

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