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Bernie Ecclestone: Der Milliardärs-Funktionär

Foto: Paul Gilham/ Getty Images

Bernie Ecclestone Werbung mit blauem Auge

Wenn Bernie Ecclestone eines mag, dann ist es die Öffentlichkeit. So witterte der Boss der Formel 1 auch gleich nach dem Überfall auf ihn eine Kampagne - und ließ sich mit blau geschlagenem Gesicht für einen Uhrenhersteller fotografieren. Kritik bleibt nicht aus.

London - Für die einen ist es trockener britischer Humor, für die anderen eine Verniedlichung von Gewalt, Formel-1-Boss Bernie Ecclestone wirbt mit seinem blau geschlagenen Gesicht für einen Schweizer Luxusuhrenhersteller.

Der Milliardär war Opfer eines Raubüberfalls geworden. Unbekannte hatten dem 80-Jährigen und seiner Freundin vor dem Eingang seines Unternehmenssitzes in London Knightsbridge aufgelauert, auf das Paar eingeschlagen und Schmuck im Wert von 300.000 Euro erbeutet. Bei dem Diebesgut befand sich auch Ecclestones Uhr.

Nun hat der Hersteller des 13.000-Euro-Chronometers, die Firma Hublot, eine Anzeige veröffentlicht, in der der überfallene Ecclestone mit zugeschwollenem blauen Auge und weiteren Blessuren zu sehen ist. Darunter steht: "Sehen Sie, was Menschen alles für eine Hublot tun."

Kritik vom Opferverein

Aufschrei beim Opferverein "Victim Support": Ecclestone und Hublot verharmlosten das Verbrechen. "Für viele Opfer kann ein Überfall verheerende Auswirkungen haben. Manche haben Angst, das Haus zu verlassen, und können nicht normal weiterleben", sagte ein Sprecher der Organisation der BBC. Es scheine, als ob Ecclestone den Überfall verkraftet habe, aber die Anzeige könnte auf Opfer, die nicht in dieser Situation seien, "gefühllos" wirken.

Die Idee für die Anzeige stammt von Ecclestone höchstpersönlich, wie ein Sprecher laut BBC bestätigte. Am Tag nach dem Überfall habe der Formel-1-Boss das Foto von sich an ein Hublot-Vorstandsmitglied geschickt - mit einer Notiz, die nun zum Slogan wurde. Die beiden Männer hätten den "gleichen Sinn für Humor", sagte eine Sprecherin des Uhrenmachers. Zudem habe Ecclestone selbst um die Anzeige gebeten, weil er zeigen wollte, dass er mutig sei. Es sei ein Protest gegen die Gewalt, die jeder fürchte.

Ecclestone hatte erst wenige Wochen vor dem Überfall London mit der für ihre Kriminalität berüchtigte brasilianischen Metropole Sao Paulo verglichen.

siu
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