Samstag, 19. Oktober 2019

Weltzeituhren Die Zeit-Jongleure

Weltzeituhren: Die durch die Zeiten gleiten
Cartier

Geschäftsreisende, Vielflieger und Global Player haben ein salonfähiges Erkennungszeichen: Zeitmesser mit GMT-Funktion oder Weltzeituhren. Um bei Nutzerfreundlichkeit oder beim Insidertalk zu punkten, kommt es jedoch auf Raffinessen und Zusatzfunktionen an. Ein Überblick.

Hamburg - Die Zeit souverän im Griff haben, auf einen Blick wissen, wo welches Stündlein schlägt. Armbanduhren mit mehreren Zeitzonen fungieren im Global Business als zuverlässiger und stilvoller Begleiter. Hoch geschätzt sind die mit zweiter Zeitzone, also Orts- und Heimatzeit, die Kenner auch knapp GMT-Funktion nennen.

Einige uhrenvernarrte Geschäftsreisende messen ihnen sogar so viel Prestige bei, wie dem Senator-Status von Miles & More. Hingegen die komplexere und somit hochpreisige Gattung, die Weltzeituhr mit mindestens 24 Zeitzonen, siedeln sie in der erhabenen Hon-Circle Liga an. Wie dem auch sei, Fakt ist, beide Uhrenversionen dienen als Statussymbol, vorausgesetzt in ihnen tickt Mechanik. Vor allem erleichtern sie das Leben der Überflieger, die ständig mit anderen Zeitzonen jonglieren müssen.

Im Wesentlichen bieten Uhrenmarken zwei Arten der GMT-Funktion an. Entweder verkündet ein zweiter, zentraler Stundenzeiger die zweite Zeitzone oder sie wird auf einem Hilfszifferblatt offenbart. Wahre Kenner wissen, dass darin durchaus Tücken stecken. Der zweite Stundenzeiger verrät nicht immer, ob in der anderen Zeitzone gerade Tag oder Nacht herrscht. Den wichtigen Geschäftspartner versehentlich zur Mitternacht statt mittags auf dem Handy angerufen und schon kommt man in Erklärungsnot.

Ein unverzichtbares Must-have ist daher entweder eine Tag-Nacht-Anzeige oder eine 24-Stunden-Skala. Rolex hat dies gleich doppelt in seinem neuen GMT-Master II integriert. Er ist mit einer exzellent ablesbaren Skala ausgerüstet, wo zudem eine blau-schwarze Lünette Tag und Nacht darstellt. Solch markante Hell-Dunkel-Kontraste symbolisieren die Tag- oder Nachtstunden vor allem bei Weltzeituhren. Offensichtlich gut gelöst hat das auch Girard-Perregaux bei seiner Traveller ww.tc, vergleichbar mit Wempes Zeitmeister Weltzeituhr.

Allzeit bereit

Ob die Uhrenkonstrukteure nutzerfreundlich mitgedacht haben, zeigt sich schnell beim Einstellen der anderen Zeitzone. Ideal, wenn der zweite Stundenzeiger unabhängig in Ein-Stundenschritten springt, sowohl vor- als auch rückwärts. Das funktioniert entweder über die Krone oder über separate Drücker.

Carl F. Bucherer hat das bei seiner Travel Tec sogar für drei Zeitzonen bravourös über einen patentierten Monodrücker gemeistert. Dass Perfektionisten am Werk waren, offenbart sich wenn beim Justieren keine Zeit verloren geht. Sprich, die Sekunden- und Minutenzeiger weiter ticken und dabei nicht wie sonst häufig stoppen. Gerade Geschäftsleute, die erst recht keine Zeit zu verlieren haben, schätzen solche Feinheiten. Vor allem, wenn sich die Datumsanzeige automatisch mit einstellt.

Besonders Globetrotter und Top-Entscheider müssen stets up-to-date sein. Fatal, wenn sie ein vielversprechendes Meeting oder Date um einen Tag verpassen. Zwar verlassen sich viele bei der Datums-Synchronisation auf ihr Smartphone und ihren Laptop, doch wegen der aktuell nötigen Datenschutzeinstellungen ist auch das nicht immer zuverlässig.

Umso relevanter ist eine nutzerfreundliche Datumskorrektur beim Zeitmesser. Meistens muss man dafür den Stundenzeiger über Mitternacht, also etliche Stunden vorwärts stellen. Da kann man schon mal entnervt durchdrehen, wenn man die Datumsgrenze beim Transkontinentalflug von Ost nach West rückwärts überspringt - ein müßiges Zwirbeln an der Krone für 30 Tage ist dann nötig.

Wer das einmal erlebt hat, weiß wie komfortabel eine Datumsschnellkorrektur sein kann. Mit ihr lässt sich das Datum separat von Tag zu Tag vorwärts einstellen. Bei einem wahren Meisterstück funktioniert das sogar rückwärts. Clever berücksichtigt hat das beispielsweise Breitling bei seiner Tranceocean Unitime Pilot.

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