Montag, 23. September 2019

Rad, Helm, Rennanzug - und Epo Das kostet eine Fahrrad-Ausrüstung für die Tour de France

5. Teil: Die Reiseapotheke: Epo und Co

Chris Froom bei der Team-Vorstellung zur Tour de France 2018

Es war der Aufreger vor dem diesjährigen Tourstart: Bei Chris Froome, dem Dominator der vergangenen Auflagen der "Grand Boucle", war im September 2017 ein erhöhter Wert des Asthmamittels Salbutamol aufgefallen. Das Medikament erhöht auch bei Nicht-Asthmatikern das Atemvermögen deutlich - Froome hatte angegeben, es wegen seiner Erkrankung eingenommen zu haben.

Hat der Dominator damit gedopt? Die Diskussion dauerte Monate - dabei war eher weniger hilfreich, dass der vermeintliche Doper Froome zwischenzeitlich den Giro d'Italia gewann. Am Montag vor dem Tour-Start wurde das Verfahren dann offiziell eingestellt; Froome wurde wenig später bei der offiziellen Präsentation der Teams dennoch von den versammelten Radsportfans ausgepfiffen.

Das verschreibungspflichtige Medikament ist vergleichsweise günstig: Laut des Gesundheitsportals Onmeda kostet die kleinste Packungsgröße des Herstellers Ratiopharm etwa 15 Euro.

Erythropetin, als Epo das zuletzt wohl bekannteste und verrufenste Dopingmittel des Radsports, wird im Gegensatz zu Salbutamol nicht eingeatmet, sondern injiziert. Das Hormon regt die Bildung roter Blutkörperchen an und wird üblicherweise für Patienten, die unter Blutarmut leiden oder bei Unfällen viel Blut verloren haben, verwendet. Weil rote Blutkörperchen Sauerstoff transportieren, hat es auch als leistungssteigerndes Medikament im Sport Spuren hinterlassen.

Epo-Spritzen sind teurer als Salbutamol-Inhalatoren: Sechs Fertigspritzen a 0,5 Milliliter kosten laut Preisvergleich der Stiftung Warentest 54,34 Euro.

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