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Im Test: Sicherheits-Apps für Smartphones

Foto: ADREES LATIF/ REUTERS

Stiftung Warentest Sicherheits-Apps für Smartphones im Test

Telefonieren, E-Mails lesen, im Internet surfen - das Smartphone ist immer dabei. Doch was, wenn das Gerät verloren geht oder Schadprogramme ihr Unwesen treiben? Die Stiftung Warentest hat 15 Sicherheits-Apps getestet. Nicht alle halten, was sie versprechen.

Hamburg - Für viele ist ihr Smartphone ein unverzichtbarer Begleiter: Es kennt Telefonnummern von Freunden und Kollegen, zeigt E-Mails und merkt sich Passwörter, etwa für WLan-Netze. Besondere Momente hält es als Foto oder Video fest. Fürs Onlineshopping hat es sogar die Kreditkartendaten gespeichert.

Schlimm, wenn dieser Lebensgefährte abhanden kommt, Geheimnisse ausplaudert oder sich mit Krankheiten infiziert. Die Stiftung Warentest hat 15 Sicherheits-Apps für Handys getestet, die das Betriebssystem Android verwenden. Sie helfen das Smartphone wiederzufinden und zu sperren, wenn es verlorengeht, warnen vor Gefahren aus dem Internet und wehren Viren ab. Wenige schützen zuverlässig.

Hoffnung auf ein Wiedersehen besteht, wenn auf dem Smartphone eine Sicherheits-App läuft, zum Beispiel McAfee. Damit kann der Nutzer das Gerät per Internet orten, sperren und einen Alarm auslösen. Für den Finder erscheint auf dem Bildschirm des Smartphones die Rückrufnummer des Eigentümers. Die im Handy gespeicherten Daten lassen sich per Mausklick löschen. Wechselt der neue Besitzer die Sim-Karte, sperrt McAfee das Smartphone, und bei der Ortung im Internet erscheint die Nummer der neuen Sim-Karte. Der Sicherheitsservice hat seinen Preis: McAfee kostet 30 Euro im Jahr.

Kostenlos und ähnlich gut ist Avast!. Einziger Haken: Profidiebe können das Gerät teilweise entsperren. Ebenfalls gratis, aber nicht gut ist die Zoner-App: Das Smartphone lässt sich damit nur per SMS orten. Der Besitzer braucht dafür ein Handy, in das er eine festgelegte Zeichenfolge mit Passwort eingibt. Aber nur, wenn die Bildschirmsperre des Smartphones aktiviert ist. Sonst kann der Finder die Zoner-App ausschalten, die Sim-Karte austauschen und auf persönliche Daten im Handyspeicher zugreifen. Die Zoner-App kann Inhalte weder sperren noch aus der Ferne löschen. Die Benachrichtigung bei einem Sim-Kartentausch ist standardmäßig deaktiviert.

Schadprogramme werden oft nicht erkannt

Noch konzentrieren sich Programmierer von Schadsoftware auf PCs. Doch je mehr Menschen mit Smartphones online einkaufen und Bankgeschäfte erledigen, desto attraktiver werden die Geräte für Gauner, gibt die Zeitschrift "Test" zu bedenken.

Im Test mussten die Sicherheits-Apps 5000 auf dem Smartphone gespeicherte Schädlinge enttarnen. Trust Go fand fast alle bösartigen Programme, dicht gefolgt von AVG, Bitdefender und Trend Micro. Die Sicherheits-Apps My Android und NQ ließen mehr als die Hälfte aller Schadprogramme ungehindert ihr Unwesen treiben. Für beide Apps lautet das test-Qualitätsurteil mangelhaft.

Stichwort Datenschutz: Sieben Apps übermitteln private Daten an den Anbieter - Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Positionsdaten, teilweise unverschlüsselt. Oder sie senden die Gerätekennung an Dritte. Die Warentester bewerten das kritisch.

Elf Apps versprechen Schutz vor Phishingseiten. Die Tester steuerten 40 illegale Webseiten an. Erschreckendes Ergebnis: Nur McAfee warnte vor allen 40 Seiten. Avast!, Lookout und Trend Micro erkannten nur rund die Hälfte. Die übrigen schlugen fast nie Alarm.

Weitere Informationen: Zeitschrift test 7/2013 und www.test.de/thema/apps 

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