Mittwoch, 21. August 2019

Smartphones auf Wachstumskurs Groß, größer Phablet

Phablets: Mischung aus Smartphone und Tablet
TMN

Passt das Smartphone nicht mehr in die Hosentasche, handelt es sich wohl um ein sogenanntes Phablet. Die neue Geräteklasse mit dem Kunstwort-Namen aus Smartphone und Tablet will zwei Geräte in einem sein, hat aber auch ihre Schwächen.

Berlin - Manchmal nennt man sie Phablets, manchmal auch Smartlets. Gemeint ist aber immer eine neue Geräteklasse irgendwo zwischen Smartphone und Tablet. Damit versuchen viele Hersteller aus zwei Geräten eins zu machen. Die Displaygröße eines Phablets liegt zwischen 4,5 und 7 Zoll, also genau den Diagonalen, die große Smartphones und kleine Tablets eingrenzen.

Der wesentliche Unterschied zwischen Tablet und Phablet besteht in der Telefonfunktion, die dem Tablet fehlt. Allerdings muss man beim Telefonieren mit dem Phablet Kompromisse machen: Form und ein höheres Gewicht erschweren Gespräche ohne Headset im Wortsinne. "Es ist nicht jedermanns Sache, sich ein Schneidebrett ans Ohr zu halten", sagt Lisa Brack vom Computermagazin "Chip".

Vor einem Phablet-Kauf sollte der Nutzer sein Telefonierverhalten überprüfen und überlegen, wo er sein Smartphone normalerweise verstaut, rät Bernd Theiss von der Telekommunikationszeitschrift "Connect". "Wie viel und wie lange telefoniert er, und wie bequem ist eventuell die Nutzung eines Headsets?" Und: "Kann der Nutzer sein Phablet in eine seiner üblichen Taschen stecken?" Ein Gerät um die 4,5 Zoll habe noch alle Chancen, in eine Hosentasche zu passen. Bei 5 Zoll und mehr könne es dagegen schwierig werden.

Trotzdem wachsen gerade Oberklasse-Smartphones beständig über 4,5 Zoll hinaus und heben damit Phablets langsam aber sicher aus der Nische. Jüngste Beispiele sind etwa die die 5-Zöller Samsung Galaxy S4, Sony Xperia Z, HTC Butterfly oder Huawei Ascend D2 (für Juli angekündigt). "Viele Nutzer wollen inzwischen Displaygrößen von fünf Zoll - und können sie auch handlen", stellt Brack fest.

Bedienung angenehmer

Derzeit können Nutzer praktisch nur aus dem überbordenden Angebot an Android-Geräten wählen. Phablets von Apple gibt es gar nicht und solche mit Windows Phone sind rar gesät. Einzig Nokias Lumia 920 und 925 (beide 4,5 Zoll), Samsungs Ativ S (4,8 Zoll) und - trotz geringer Auflösung - das Titan (4,7 Zoll) gehen als kleine Phablets durch.

Bei den Androiden markieren zahlreiche 4,7-Zoll-Geräte den Phablet-Einstieg, etwa das Optimus 4X HD oder das Google Nexus 4 von LG, das HTC One oder das Motorola Razr HD. Zweifelsohne um waschechte Phablets handelt es sich beim Huawei Ascend Mate mit 6,1 Zoll oder dem Samsung Galaxy Mega 6.3 mit 6,3 Zoll (für Juni angekündigt). Das 7 Zoll große Fonepad von Asus dagegen ist eher ein 7-Zoll-Tablet mit Telefonierfunktion, das man sich tatsächlich ans Ohr halten kann.

Bei der Akkulaufzeit nehmen sich Phablet und Smartphone nicht viel. Der höhere Stromverbrauch durch das größere Display wird meist durch den ebenfalls größeren Akku aufgewogen. "Der Nutzer sollte darauf achten, dass der Akku mindestens 3000 mAh liefert", rät Brack. Das gilt zumindest für Displaygrößen mit einer 5 oder 6 vor dem Komma.

Das größere Display ist ein klarer Vorteil des Phablets. "Das ist in der Bedienung angenehmer", erklärt Hannes Czerulla von der Zeitschrift "c't". "Der Nutzer kommt beim Surfen in vielen Fällen ohne Zoomen aus." Größere Displays sind auch vorteilhaft beim Bearbeiten von Dokumenten oder beim Ansehen von Videos. Allerdings darf die Auflösung nicht zu gering sein, warnt der Experte. Mindestens HD-Auflösung (1280 mal 720 Pixel) ist beim Phablet Pflicht, vor allem, wenn man viel auf dem Display liest.

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