Sonntag, 25. August 2019

Neues MacBook Air im Praxistest Leiser und bunter, aber weniger Schnittstellen

Neues MacBook Air: Alltagstest für den runderneuerten Klassiker
Franziska Gabbert/dpa-tmn

2. Teil: Leise Tastatur, abgespeckte Schnittstellen

Auch die Tastatur des Air entspricht der aktuellen Pro-Reihe. Diese dritte Generation des sogenannten Butterfly-Keyboards mit geringem Hub fühlt sich beim Tippen präzise an und ist nicht mehr so laut wie die Tastatur der älteren Pro-Modelle. Die ersten Butterfly-Versionen waren außerdem vergleichsweise reparaturanfällig, wenn sich etwa Krümel oder Staubkörnchen zwischen den Tasten verklemmten. Die Statistiken der Garantiefälle bei den neuen MacBook-Pro-Modellen zeigen nun, dass dieser Fehler abgestellt wurde. Davon profitiert auch das MacBook Air.

Abgespeckt hat Apple bei den Schnittstellen: Das alte MacBook Air (13 Zoll) verfügte noch über zwei USB-A-Anschlüsse, einen Thunderbolt-Port und einen Steckplatz für SD-Karten. Beim neuen sind davon nur zwei USB-C-Buchsen übrig geblieben, die aber immerhin auch als DisplayPort für den Anschluss eines externen Monitors oder als schneller Thunderbolt-Port für den Zugriff auf externe Speicher verwendet werden können. Wer aber nur einen herkömmlichen USB-Stick anstöpseln möchte, ist auf einen Adapter angewiesen. Und wer Fotos aus einer Kamera ohne angesteckten Kartenleser aufs Notebook bringen möchte, wird auch den SD-Kartenslot vermissen.

Immerhin haben die Apple-Ingenieure dem neuen MacBook Air nicht die Buchse für einen Kopfhörer-Klinkenstecker genommen. Videokonferenzen mit FaceTime oder Programmen wie Skype klingen nun etwas besser, weil gleich drei Mikrofone den Klang aufnehmen. Davon profitiert auch die Sprachassistentin Siri.

Lesen Sie auch: Weiterer Apple-Zulieferer kassiert Jahresprognose

Wichtiges Kriterium für die Alltagstauglichkeit ist die Batterielaufzeit. Apple reklamiert für sich, dass man mit dem neuen MacBook Air zwölf Stunden lang im Web surfen könne. Im Praxistest wurde diese Stundenzahl nicht erreicht, auch weil zwischendurch Games oder Anwendungen wie Adobe Photoshop liefen. Den normalen Arbeitstag eines digitalen Nomaden sollte das MacBook Air aber ohne Steckdosen-Stopp durchstehen.

Mit einem Dualcore-Prozessor ist das MacBook Air kein Rechenbolide, den man Videoexperten für das Rendern langer 4K-Filme empfehlen würden. Die Aufgaben des Alltags erfüllt das keilförmige Notebook aber solide. Selbst wenn beim Surfen im Web mal wieder über 20 Tabs geöffnet sind, quittiert das MacBook Air die Belastung nur mit dem leisen Surren des Lüfters, aber ohne in die Knie zu gehen. Wer mehr Power braucht, muss im Apple-Universum auf die MacBook-Pro-Modelle mit vier Rechenkernen ausweichen. Und wer eine ultrakompakte Bauform sucht, findet im 12-Zoll-MacBook eine Alternative, das mit 920 Gramm auch etwas leichter ist als das 1,25 Kilo schwere MacBook Air.

Das MacBook Air ist der bisher "grünste" Mac, denn das Gehäuse des Geräts stammt aus recyceltem Aluminium, das vor allem bei der Produktion der iPads anfällt. Damit wird der CO2-Ausstoß bei der Herstellung nach Apple-Angaben halbiert.

Insbesondere das Upgrade des Displays auf Retina-Auflösung sorgt dafür, dass Apple die Preise für das MacBook Air auf knapp 1350 Euro angehoben hat (8GB RAM und 128 GB SSD-Speicher). Das Modell mit 256 GB SSD-Speicher kostet knapp 1600 Euro. Das MacBook Air wird in den Farben Grau, Gold und Silber angeboten. Sparfüchse können auf das 2017er-Modell des MacBook Air ausweichen, das für knapp 1100 Euro in Silber zu haben ist.

Christoph Dernbach, dpa

Seite 2 von 2

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung