Mittwoch, 17. Juli 2019

Kapsel- contra Pad-Kaffeeautomaten Heißes Duell

Kaffeemaschinen: Wer macht den besten Pad-Kaffee?
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Kaffee auf Knopfdruck: Pad- und Kapsel-Automaten wie Senseo oder Nespresso sind beliebt. Die Stiftung Warentest hat acht Geräte für Hülsen und sechs für Pads getestet. Hier sind die Sieger.

Hamburg - Kaffeeportion einlegen, Starttaste drücken und schon fließt ein frisch gebrühter Muntermacher in die Tasse. Bequem sind sie, die Maschinen für Kapseln und Pads.

Im Test der Stiftung Warentest traten 14 von ihnen gegeneinander an: acht Geräte für Hülsen, sechs für runde Beutelchen. Im Labor zeigte sich, welche den besten Kaffee brüht und wie sie sich im Alltag schlagen. Das Ergebnis dürfte besonders die Branchenriesen freuen: Die beiden Nespresso-Maschinen Krups Nespresso Citiz und De'Longhi Nespresso Pixie stehen gemeinsam an der Spitze der Kapselgeräte. Bei den Padautomaten besetzt Philips Senseo mit zwei Modellen Rang eins und zwei.

Zwei Gruppen, zwei Sieger. Wofür sollten sich Kaffeefreunde also entscheiden? Das ist zunächst eine Frage des Geschmacks. Beide Portionssysteme brühen recht unterschiedliche Heißgetränke. Kapselgeräte bauen genug Druck auf, dass aus ihnen typischer Espresso rinnt - klein, stark und mit einem feinen Kaffeeschaum, der Crema.

Maschinen für Pads brühen mit weniger Druck und mit mehr Wasser als Kapselgeräte. Das Ergebnis entspricht eher traditionellem deutschen Kaffee. Der Sensoriktest der Padkaffees fiel fast durchweg positiv aus. Größere Unterschiede stellten die Tester bei der Kapselkonkurrenz fest. Aus einigen Automaten floss ein vergleichsweise bitterer, säuerlicher und verbrannter Espresso.

Die Zwangsehe mit dem Hersteller

Beim täglichen Gebrauch offenbarten fast alle Maschinen Macken. Mal verhakten sich Kapseln, mal blieben nasse Pads im Träger kleben, mal tropften die Düsen noch lange vor sich hin. Ganz schöne Sauereien verursachte etwa das Gerät von Petra: Häufig kleckerte braune Brühe aus der Beutelschublade und landete neben der Tasse. Oder Kaffee floss in den Wassertank zurück, Pads blieben stecken.

Kaffee für Padmaschinen ist deutlich günstiger als der für Kapselautomaten. Eine Tasse, gebrüht mit einem Senseo Classic-Pad, kostet etwa 13 Cent. Bei Discountern sind die Standardbeutel zum Teil noch deutlich günstiger. Für die Hülsen im Test müssen Espresso-Fans zwischen 25 und 45 Cent hinblättern.

Billige Alternativen wie bei den Pads gibt es kaum, denn jeder Anbieter baut seine Kapseln etwas anders. Der Nutzer geht eine Art Zwangsehe mit dem System des Herstellers ein. Starbucks vertreibt für seine Verismo nur etwa drei verschiedene Espressoröstungen. Abwechslung sieht anders aus. Wohl auch mangels Konkurrenz kostet der Kaffee aus den Döschen viel mehr als aus dem Pad. Groß sind die Preisunterschiede ebenfalls bei den Maschinen. Die günstigste gute für Beutel kostet 76 Euro, die für Hülsen 108 Euro.

Auch in puncto Umwelt siegen die Pads: Sie bestehen aus kompostierbarem Zellstoff. Die meisten Kapseln sind aus Plastik. Nespresso baut seine Hülsen aus Aluminium, dafür wird extrem viel Energie gebraucht. Im vergangenen Jahr landeten in Deutschland 10.000 Tonnen Kapseln auf dem Müll.

Fazit im Vergleich der Systeme: Gute Geräte gibt es auf beiden Seiten, ebenso Vor- und Nachteile. Für Umweltbewusste, für Freunde des deutschen Kaffees sowie für Vieltrinker sind Padautomaten eine gute Wahl. Anhänger von Espresso greifen besser zur Kapsel.

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