Samstag, 14. Dezember 2019

Google Wifi im Test WLAN bis in den letzten Winkel

Google Wifi: Was der WLAN-Router kann
SPIEGEL ONLINE

Drahtloses Internet stößt in großen Wohnungen oder verwinkelten Büros schnell an die Grenzen der Physik. Dicke Wände, vollgestopfte Schränke oder massive Türen hemmen die Ausbreitung der Funkwellen. Google Wifi verspricht nun schnelles WLAN in jedem Raum.

Denn wer nicht in einer Einzimmerwohnung lebt, kennt oft die Situation: In der Nähe des WLAN-Routers, der oft in der hintersten Ecke der Wohnung versteckt ist, fließen die Daten noch flüssig. Doch wenn man mit Laptop, Tablet oder Smartphone schon ein oder zwei Zimmer weiter sitzt, lahmt das WLAN. Webseiten laden quälend langsam, Videostreams stocken.

Abhilfe gab es bislang mit einem sogenannten WLAN-Repeater, der die Reichweite des Netzwerks verlängert. Dabei werden die Signale des Routers quasi als Zwischenstation empfangen und dann an den eigentlichen Empfänger weitergereicht.

Repeater haben zwei gravierende Nachteile

Das Repeater-Verfahren hat allerdings zwei gravierende Nachteile. Zum einen wird für die Verbindung zwischen Basis und Repeater dieselbe Funkverbindung verwendet wie für das eigentliche WLAN. Das bremst das gesamte Netzwerk spürbar aus. Und zweitens funktioniert bei Mobilgeräten die Übergabe zwischen Basis und Repeater häufig nicht ordentlich. Hat sich beispielsweise ein Tablet einmal mit dem Repeater verbunden, bleibt das meist so, auch wenn es sich mittlerweile ganz in der Nähe der Basisstation befindet und von dort eine wesentlich schnellere Verbindung möglich wäre.

Google bringt nun einen WLAN-Router auf den Markt, mit dem beide Nachteile beseitigt werden. Zum einen kann Google Wifi ein sogenanntes vermaschtes Netz (Mesh) aufbauen, bei dem sich die Höchstgeschwindigkeit auch im letzten Winkel der Wohnung erreichen lässt. Im Praxistest konnte in einem Schlafzimmer, das zuvor mit einem normalen WLAN-Router kaum erreichbar war, die Geschwindigkeit eines Kabel-Anschlusses voll ausgeschöpft werden. Dazu mussten in der Altbau-Wohnung zwei Google-Geräte aufgestellt werden. Um auch ein Arbeitszimmer am anderen Ende der Wohnung gut zu versorgen, war ein dritter Zugangspunkt notwendig.

Google Wifi wird per App (iOS/Android) eingerichtet. In unserem Test haben wir am Router zunächst das eingebaute WLAN deaktiviert und dann das erste Google Wifi angeschlossen. Das Google-Gerät kann den vorhandenen Router nicht komplett ersetzen, weil es kein eigenes Modem für die eigentliche Internet-Verbindung via DSL oder Kabel hat. Die Einrichtung des Mesh-Netzwerks fällt leicht, weil die App den Anwender durch alle notwendigen Setup-Schritte führt.

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