Freitag, 19. Juli 2019

Smarter Lautsprecher Google Home Max im Test Mehr Bass

Google Home Max: Das ist Alexas Angreifer
Franziska Gabbert/dpa-tmn

2. Teil: "Tut mir leid, da kann ich noch nicht helfen"

Wer will, kann den Home Max auch zur Soundzentrale machen und über USB-C, Mini-Klinke oder Bluetooth andere Tonquellen anschließen - und sie etwas umständlich per "Hey Bubu, schalte auf Aux-Eingang" ansteuern. Auch Drittanbieter-Musik-Apps funktionieren gut, besonders wenn sie eine eingebaute Cast-Funktion haben.

Im Alltag gewöhnt man sich schnell an "Bubu". Einige Dinge lassen sich per Sprache wirklich viel einfacher lösen als per Smartphone. Morgens das Radio anschalten, Nachrichten abhören, Wetterbericht einholen. Praktisch. Auch smarte Lampen, Thermostate und Fernseher lassen sich steuern. Allzu viel sollte man dem Gerät aber nicht zumuten. Denn der Google Assistant im Home Max ist nach wie vor kein wirklicher Assistent im eigentlichen Sinne. Man muss ihm dann doch alles sagen. Und weil die Befehle teils arg eng gefasst sind, braucht es oft mehrere Versuche - häufig gibt es die Antwort "Tut mir leid, da kann ich noch nicht helfen".

Der Google Assistant kann jetzt auch in zwei Sprachen angesteuert werden. Wer genug Englisch kann, stellt es einfach als zweite Sprache ein. Sowohl die Sprachausgabe als auch die Funktionalität sind deutlich besser. Der Klang bleibt derselbe. Wer mag, holt sich noch einen zweiten Home Max und koppelt beide Geräte, so gibt es Stereoton und Multiroom-Sound - und für die Nachbarn doppelt so viel Bass.

Alles in allem ist der Google Home Max eine sinnvolle Erweiterung von Googles Lautsprecher-Portfolio. Der Klang ist in Ordnung, wenn auch etwas basslastig, Einrichtung und Bedienung gehen leicht von der Hand. Wer nicht dauernd mit dem Gerät sprechen will, kann viele Funktionen auch über die Google Home App für iOS und Android regeln. Etwas fraglich ist, ob Google damit im hiesigen Markt den großen Treffer landen wird. Mit 400 Euro pro Stück ist der Home Max nicht gerade im Einsteigersegment angesiedelt und an Konkurrenzprodukten mit Google Assistant, Siri oder Alexa an Bord mangelt es nicht. Ein bisschen Wehmut bleibt nach dem Auszug des Home Max zurück - wenn das Radio am Morgen wieder per Hand gestartet werden muss. Ein wenig. Nur der Nachbar, der vermisst ihn nicht.

Till Simon Nagel, dpa/mh

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