Donnerstag, 14. November 2019

Kooperation mit Luxottica Google Glass spioniert künftig mit Stil

Stilvoll geht anders: Google-Gründer Sergey Brin präsentiert im Mai 2013 die Datenbrille des Konzerns, die jetzt mit einem ansprechenden Design für den Massenmarkt tauglich gemacht werden soll

Bisher gilt Googles Datenbrille als Spielzeug für Technikfans. Jetzt soll der Hersteller von Marken wie Ray-Ban und Oakley der nicht unumstrittenen Computerbrille etwas Stil einhauchen und dem Produkt einen Massenmarkt erschließen.

Mountain View/Mailand - Der Internetkonzern Google hat sich mit dem weltgrößten Brillenhersteller Luxottica zusammengetan, um seiner Datenbrille "Google Glass" etwas Stil zu verpassen. Als ersten Schritt soll es für die Google-Brille Gestelle der Marken Ray-Ban und Oakley geben, wie die Unternehmen ankündigten.

Die Partnerschaft mit dem italienischen Brillenhersteller ist ein deutliches Signal dafür, dass Google am Marktstart von Glass arbeitet. Luxottica verfügt neben zahlreichen bekannten Brillen-Marken auch über ein breites weltweites Vertriebsnetz. Glass-Produkte sollen in den über 5000 US-Läden des Konzerns angeboten werden, wie Luxottica-Chef Andrea Guerra dem "Wall Street Journal" sagte. Die beiden Unternehmen arbeiten demnach bereits seit dem vergangenen Jahr zusammen.

Ein Termin für den Marktstart von Google Glass wird allerdings nach wie vor nicht genannt. Bisher haben einige zehntausend Testnutzer in den USA die Datenbrille bekommen. Sie hat eine Kamera und einen kleinen Bildschirm über dem rechten Auge und kann damit Informationen aus dem Internet, Wegbeschreibungen oder Nachrichten anzeigen.

Marktstart noch unklar, Datenschützer kritisieren Google Glass

Es wird erwartet, dass Glass zunächst in den USA in den freien Verkauf kommt. Bis zu einem Marktstart in Europa könnte es deutlich länger dauern. Vor allem wegen der Mini-Kamera stößt Glass bei Datenschützern auf Bedenken. Sie warnen vor einer Einführung der Brille, weil sie in der Lage ist, die Umgebung auszuspähen und alle Aufzeichnungen sämtlicher Nutzer auf Google-eigene Server überträgt.

Vor dem Hintergrund nicht zuletzt der NSA-Affäre reagiert Google auf die Kritik und veröffentlichte kürzlich sogar Benimmregeln für Nutzer, in denen der Konzern von heimlichen Aufnahmen mit der Brille abrät.

Google setzt massiv auf das Geschäft mit kleinen tragbaren Computern. Erst vergangene Woche stellte der Internetkonzern dafür das Projekt Android Wear vor. Die Software dockt an die dominierende Smartphone-Plattform Android an. Das Projekt soll unter anderem eine Vielzahl von Computer-Uhren hervorbringen. Als erste Hersteller kündigten Motorola und LG Smartwatches mit der Software an.

rei/dpa

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