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Smart System im Test: Gardenas smarte Gartenroboter

Foto: Matthias Kremp

Gardena Smart System im Test Gartenarbeit per App steuern

Den Rasenmäher über das Gras schieben? Moderne Hausbesitzer lassen das Mähroboter erledigen, und steuern das Gerät per App. Doch wie smart ist der Roboter wirklich? Ein Test.

Jetzt also auch noch der Garten. Als hätten Apps bei mir nicht schon genug unter ihre Kontrolle gebracht, wollen sie mir jetzt auch noch die letzte Domäne nehmen - die des kleinen Hausbesitzers. Zumindest stellt sich Gartengerätehersteller Gardena das so vor und bietet mit seinem Smart System ein Paket an, dass mir die lästigen Aufgaben des Heimgärtnerns abnehmen, sie automatisieren und per Smartphone steuerbar machen soll. Da kann ich nicht widerstehen, muss ich ausprobieren.

Umso mehr als in meinem Schuppen schon ein paar teils uralte Gardena-Geräte stehen und ich vor ein paar Jahren schon gute Erfahrungen mit einem Gardena-Mähroboter gemacht habe. Damals störten mich allerdings noch zwei Dinge: Zum einen hatte der damals getestete Roboter keinen Regensensor, zum anderen gab es keine Möglichkeit, ihn aus der Ferne zu steuern. Bei dem neuen Modell ist das anders.

Grundsätzlich kann man den Sileno, so heißt der Mähroboter, den ich teste, für 1500 Euro auch einzeln kaufen. Gegen 100 Euro Aufpreis gibt es ihn auch in einer Version, die sich vom Smartphone aus per App steuern lässt. Für meinen Test habe ich aber gleich das große Komplettpaket gewählt: Mähroboter plus Umweltsensor plus Bewässerungscomputer. Das alles natürlich per App steuerbar und mit 1850 nicht viel teurer als der Mäher allein und viel günstiger als die Summe der Einzelpreise.

Das Versprechen, mit dem die Husqvarna-Tochter Gardena für das sogenannte "Smart System Set" wirbt, lautet, dass es "alle Komponenten für eine perfekte und vollautomatische Rasenpflege sowie ein effizientes und bedarfsgerechtes Wassermanagement im Garten" enthält. Nun ja, so ganz kann das nicht stimmen. Für den bisherigen Verlauf des Hamburger Sommer fehlen darin zumindest die Regenschirme.

Der Bewässerungsautomat Smart Water Control wird einfach auf einen Wasserhahn aufgeschraubt.

Der Bewässerungsautomat Smart Water Control wird einfach auf einen Wasserhahn aufgeschraubt.

Foto: Matthias Kremp

Noch eine Basisstation mehr

Die Installation geht zunächst leicht von der Hand: Wie bei Mährobotern üblich müsste ich entlang der Grenzen meines Gartens einen Markierungsdraht verlegen, der dem Mäher mitteilt, wie weit er mähen darf. Ich schreibe "müsste", weil ich mir diesen mühsamen Schritt sparen kann - in meinem Garten liegt noch der Markierungsdraht eines früheren Tests unter der Krume. Deshalb muss ich nur die Ladestation aufbauen und an den Draht und das Netzteil anschließen.

Den Bewässerungsautomaten anzubringen, ist noch schneller erledigt. Er hat ein Standardgewinde, sodass ich ihn einfach auf meinen Garten-Wasserhahn anschrauben kann. An seiner Unterseite finde ich einen Anschluss für meinen Gartenschlauch, an dessen anderes Ende ich meinen uralten Gartensprenger stecke. Noch einfacher ist die Montage des Umweltsensors: Batterien rein, in die Erde stecken, fertig.

Aber was dann kommt, nervt mich schon ein bisschen. Das System soll ja vernetzt sein, per WLAN. Da sollte man meinen, man könnte es einfach mit dem bestehenden Netzwerk verbinden. Stattdessen muss ich eine Smart Gateway genannte Basisstation an meinen Router anschließen. Kompliziert ist das nicht, sorgt aber dafür, dass bei mir neben meinem und denen meiner Nachbarn noch ein weiteres WLAN herumfunkt. Beeinflussen kann ich es nicht, kann weder Funkkanal noch -technologie einstellen. Nötig ist es trotzdem, weil es den sogenannten SRD-Kurzstreckenfunk beherrscht, über den Daten mit den übrigen Gardena-Geräten ausgetauscht werden.

Schlechte Zeiten für Roboterdiebe

Als nächstes lade ich die Gardena-App auf mein Smartphone, will das System konfigurieren. Doch auf die Parameter des Mähroboters habe ich von der App keinen Zugriff. Also muss ich doch wieder ab in den Garten, ehrfürchtig vor dem Roboter in die Knie gehen und ihm über sein kleines Schwarzweiß-Display eingeben, wie mein Garten gestaltet ist, wie er sich vor Dieben schützen soll.

Die nämlich würden es nicht leicht haben mit dem teuren Gartengerät. Der Zugang zur Steuerung des Roboters ist über eine PIN gesichert. Versucht jemand ihn wegzutragen, ertönt ein lautes Alarmsignal, dass hoffentlich die Nachbarn aktiviert und den Dieb in die Flucht schlägt. In einem fremden Garten würde der Roboter ohnehin den Dienst verweigern, solange ihm nicht die korrekte Pin eingegeben wird.

Die Gardena-App

Die Gardena-App

Foto: Matthias Kremp

Wo ist die Intelligenz?

Als der Roboter derart installiert, instruiert und geschützt ist, öffne ich erneut Gardenas App, in die ich nach und nach meinen neuen Gartenhelfer einbinde. Der Sensor liefert künftig Daten über Temperatur, Lichteinstrahlung und Bodenfeuchte, die ich zwar ablesen kann, die von dem System ansonsten aber nicht genutzt werden. Dem Bewässerungsautomaten und dem Rasenmäher kann ich für jeden Tag der Woche Arbeitszeiten vorgeben oder sie von unterwegs starten.

Grundsätzlich ist das alles sehr schön, einfach zu bedienen und schnell verstanden. Die Automaten arbeiten vollkommen tadellos: Wenn ich den Garten bewässern will, geht der Sprenkler an, der Mähroboter geht zuverlässig und unaufhaltsam zu Werke. Besser als die Robomäher, die ich zuvor ausprobiert habe, findet er die teils komplizierten Wege durch meinen Garten. Er ist der erste, der die schräge Rasenfläche der Stirnseite des Hauses vollkommen unbeeindruckt, geradezu lässig, bearbeitet. Das Mähergebnis ist hervorragend, besser sah mein Rasen nie aus.

Bleibt nur die Frage, was daran smart ist. Mäher und Sprenkler gehen streng nach Zeitplan vor, egal ob Sonnenschein oder Regen. Die App verrät zwar, dass geplant ist, der Bewässerung künftig anhand der Bodenfeuchte zu regeln, doch noch ist der Smart Sensor bloß schmückendes Beiwerk.

Fazit

Gardenas Smart System hat Potenzial, das es derzeit aber nicht ausschöpft. Die einzelnen Komponenten funktionieren bestens, vor allem der Sileno-Mäher hat mich mit seiner fast lautlosen und doch akribischen Arbeitsweise beeindruckt. Doch von einem smarten System erwartet man eben auch, dass es seinen Aufgaben nicht nur nach Zeitplan, sondern nach den jeweiligen Erfordernissen erledigt. Solche Funktionen sollen offenbar per Update nachgeliefert werden. Den Mähroboter selbst kann ich uneingeschränkt empfehlen, Gardenas Smart System aber muss erst noch ein wenig reifen.

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