Freitag, 22. November 2019

Faszination Fernlenkauto Kleine Wagen groß in Fahrt

Fernlenkauto: Mit quietschenden Reifen
TMN

2. Teil: Von Einsteigermodellen

Auch das ist sicherlich ein Grund dafür, dass die Elektrofraktion unter den Fahrern ferngesteuerter Autos mittlerweile insgesamt die stärkste sein dürfte. Jedenfalls im Hobbybereich, wie "Cars & Details"-Redakteur Jan Schnare sagt: "Dort spielen die Elektroautos definitiv die größere Rolle", bei den Wettbewerben sei ihr Einsatz dagegen noch ausbaufähig. "Bei den Elektroantrieben hat sich, wie bei den echten Autos, in den vergangenen zehn Jahren viel getan", stellt Schnare fest. Sie seien für Einsteiger auch leichter zu handhaben. Denn ein Verbrennungsmotor müsse richtig eingestellt werden, damit er gut läuft, das erfordere mehr technisches Verständnis.

Und selbst Heiner Martin, der selbst am liebsten seinen Verbrenner im Maßstab 1:8 auf Asphalt bewegt, rät Einsteigern eher zum Elektroauto. "Diese haben inzwischen auch mehr als ein PS und sind wegen der Motorcharakteristik fast genauso schnell wie Verbrenner", sagt er. Entsprechend seien auch die Preise vergleichbar: Martin veranschlagt immerhin 1000 bis 2000 Euro für "gute Fahrzeuge im Einsteigerbereich".

Die Technik der Autos sei gar nicht so viel anders als bei den großen Pendants: "Die haben Achsen mit Doppelquerlenkern, Stoßdämpfer und im Offroad-Bereich natürlich auch oft Allradantrieb. Die Verbrenner haben zum Teil sogar Zwei-Gang-Getriebe", erklärt Martin. Von "reinem Kinderspielzeug", also "Autos für 30 Euro aus dem Supermarkt", rät er leidenschaftlich ab.

Das sieht Schnare im Grunde auch so, doch bei den Anforderungen an Einstiegsmodelle und mit Blick auf den Hobby-Markt, sind seine Preisvorstellungen deutlich moderater: "Ein Modell, das den Namen RC Car verdient, das man auch draußen benutzen kann oder auf der Rennstrecke, bekommt man für 200 Euro", sagt er. Dabei würde es sich dann zumeist um ein Fahrzeug im Maßstab 1:10 mit Elektromotor handeln.

Speedracer-Teamleiter Andreas Liebermann rät Interessierten, sich vor dem Kauf gründlich und an richtiger Stelle schlauzumachen. "Man muss nicht zwingend bei 2000 Euro einsteigen", sagt er - aber: "Wer in den Sport einsteigen will, der sollte sich vorher auf jeden Fall bei den Leuten informieren, die sich damit auskennen." Man könne eben nicht einfach irgendwas kaufen. "Und gleich vorne mitfahren kann man schon gar nicht."

Heiko Dilk, dpa

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